Die verborgenen historischen Schätze von Mallorca

Mallorca birgt ein außergewöhnliches Kulturerbe: jahrhundertealte Possessions. Rund 1.250 dieser feudalen Besitzungen gibt es noch – mit prächtigen Herrenhäusern und riesigen Ländereien. Etwa 300 dienen als Museum, Weingut oder Event-Location. Seit einiger Zeit öffnen auch privat genutzte Gutshöfe ihre Tore für Besucher.

Führungen sind unter anderem im Vier-Sterne-Superior-Hotel Bonsol in Illetas buchbar. Die Unterkunft nahe Palma liegt direkt am Meer und gehört ebenfalls einer alteingesessenen mallorquinischen Familie, die sich der Tradition verpflichtet fühlt.

Dies zeigt sich bereits bei der Inneneinrichtung des Hotels: So ist die Lobby etwa mit zahlreichen antiken Raritäten geschmückt. 1 Ü im DZ inkl. HP kostet dort ab 143 €/Pers. Der Preis für die etwa 3-stündige Finca-Tour inkl. typisch mallorquinischem Snack beträgt 30 €/Pers., die Anreise erfolgt individuell.

Auf den Spuren der Vergangenheit Mallorcas
Mallorcas Anwesen mit dicken Mauern und Beletagen, wertvollen Antiquitäten und Gemälden, eigenen Kapellen und teilweise noch intakten Ölmühlen erlauben eine neue Sicht auf die Inselgeschichte ab dem Mittelalter. Wer mag, begutachtet auch Stallungen, Kutschen, landwirtschaftliches Gerät, streift durch Gärten oder Olivenhaine und hat manchmal sogar Gelegenheit, mit den adeligen Besitzern zu sprechen.

Kurzum: Es ist ein Blick in eine andere Welt, die den meisten sonst verschlossen bleibt. Die Stiftung Itinerem organisiert die Erkundungstouren. Deren Präsident Diego Zaforteza Torruella, selbst Insel-Blaublut, will das Bewusstsein für das einzigartige Kulturgut schärfen. „Zurzeit sind 18 Possessions zu besichtigen“, sagt er. „Ende 2019 werden es, so hoffen wir, bereits 40, im kommenden Jahr rund 70 sein.“

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Touren im Landgut Comassema, buchbar über das Hotel Bonsol. Bildnachweis: AHM PR/Kirsten Lehmkuhl

Noblesse schnuppern
Da ist zum Beispiel die Finca Can Bosch aus dem 18. Jahrhundert im Colonya-Tal bei Pollença im Norden Mallorcas. Das Anwesen Sa Coma in der Gemeinde Valldemossa im Inselwesten hingegen wurde im 16. Jahrhundert errichtet und besticht vor allem durch seine Gärten.

Der Markgraf von Vivot hatte sie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts anlegen lassen. Das Landgut Comassema im Tal von Orient am Fuß des Tramuntana-Gebirges ist umgeben von Zitrus- und Ölbäumen.

Sein Ursprung geht ins 13. Jahrhundert zurück, als König Jaime I. Mallorca 1229 eroberte – ein Herrensitz der ersten Stunde sozusagen. Mit rund 700 Hektar gehört Comassema zu den größten Landgütern der Insel und zählt zu den besterhaltenen Gehöften dieser Art, die noch von einer Familie bewirtschaftet werden.

Die Olivenölmühle etwa, Tafona genannt und einst von Eselskraft bewegt, ist komplett restauriert und funktionsfähig. Auch Sollerich in der Serra de Tramuntana zählt zu den Vorzeige-Objekten im Hinblick auf Mallorcas historische Landgüter. Die Eigentümer widmeten sich früher ebenfalls im großen Stil dem Olivenanbau.

Foto: Die Ölmühle des Landguts Comassema funktioniert bis heute noch. Einen Blick darauf werfen Teilnehmer einer geführten Tour, buchbar über das Hotel Bonsol in Illetas.

Deutschsprachige Führungen durch Mallorcas historische Landgüter:
08.03.2020: Can Bosch
22.03.2020: Comassema
19.04.2020: Sollerich
24.05.2020: Sollerich
14.06.2020: Sa Coma
12.07.2020: Sollerich

Foto / Quelle: Bildnachweis: AHM PR/Kirsten Lehmkuhl, www.hotelbonsol.es, fundacion-itinerem.org

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