Norddeutscher Rundfunk mit Protestmarsch: Fehlendes Arbeitgeber-Angebot

Heute versammelten sich über 35 Mitarbeitende des Norddeutschen Rundfunks (NDR) zu einem Protestmarsch, um auf das bisher fehlende Arbeitgeber-Angebot im Rahmen der Tarifverhandlungen hinzuweisen. Der Tarifvertrag, der Ende letzten Jahres auslief und von der Vereinigung der Rundfunk- und Fernsehschaffenden (VRFF) gekündigt wurde, steht seitdem ohne Neuverhandlungsergebnisse da.

Seit der Kündigung des Tarifvertrags hat der NDR in zwei Verhandlungsrunden kein Angebot vorgelegt, was zu wachsendem Unmut unter den Mitarbeitenden geführt hat. Die VRFF hat dem NDR ausreichend Zeit eingeräumt, den 24. KEF-Bericht zu prüfen, und signalisierte Entgegenkommen, vorausgesetzt, dass sich der NDR am Tarifabschluss des Öffentlichen Dienstes der Länder orientiert.

„Es ist bedauerlich, dass der NDR bisher kein Angebot vorgelegt hat, trotz unserer Geduld und unserer Bereitschaft zur Kooperation“, sagt Björn von Mateffy, Tarifbeauftragter der VRFF Betriebsgruppe Norddeutscher Rundfunk. „Unsere Forderungen sind fair und angemessen, und wir erwarten vom NDR, dass er die Interessen seiner Mitarbeitenden ernst nimmt und in konstruktive Verhandlungen eintritt.“

Beim SWR und beim WDR liegen ebenfalls in mehreren Runden noch keine Angebote vor.
Beim SWR und beim WDR liegen ebenfalls in mehreren Runden noch keine Angebote vor / (c) pixabay.com – jarmoluk

Gestern präsentierte der Bayerische Rundfunk (BR) sein erstes Angebot für die Tarifverhandlungen, mit einer Laufzeit von 30 Monaten und einem anfänglichen Satz von 2,25%, der später auf 2,45% angehoben wird. Allerdings liegt dieses Angebot deutlich unter den Abschlüssen im Öffentlichen Dienst der Länder (ÖDL). Es ist gelebte Praxis, dass sich Sender wie der Norddeutsche Rundfunk (NDR) und andere ARD-Anstalten am ÖDL orientieren.

Beim SWR und beim WDR liegen ebenfalls in mehreren Runden noch keine Angebote vor. Es wird überall auf Zeit gespielt. Das ist nicht wertschätzend und gefährdet den Betriebsfrieden und den ARD-Anstalten.

Die VRFF fordert den NDR, SWR und WDR auf, unverzüglich verhandelbare Angebote vorzulegen, die den berechtigten Anliegen der Mitarbeitenden Rechnung trägt. Die Bereitschaft zur weiteren Zusammenarbeit besteht, sofern der NDR sich auf einen fairen Tarifabschluss einlässt.

Hintergrund: In der VRFF die mediengewerkschaft – der „Vereinigung der Rundfunk-, Film- und Fernsehschaffenden“ – sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowohl von Rundfunk-, Film- und Fernsehanstalten als auch in Produktionsstätten gewerkschaftlich organisiert. Sie vertritt seit fast 60 Jahren die Belange der Mitarbeitenden in technischen, künstlerischen, produktionellen und redaktionellen Berufen in der Medienbranche. Die VRFF ist eine Fachgewerkschaft unter dem Dach des dbb beamtenbund und tarifunion.

Quelle / Foto: VRFF die mediengewerkschaft – Betriebsgruppe Norddeutscher Rundfunk, www.dbb.de

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