Börse Hamburg: Trend zum Jahresende weist nach oben

An der Börse Hamburg haben die Umsätze im Fondshandel erneut zugelegt. Im November handelten Anleger Fondsanteile im Wert von rund 91,86 Millionen Euro – das ist der höchste Wert seit Mai dieses Jahres. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vormonat um rund sechs Millionen Euro.

Richtung Jahresende weist der Trend nach oben: Auch im Oktober waren die Umsätze um mehr als fünf Millionen Euro gestiegen. Anleger handelten im November erneut vor allem offene Immobilienfonds, bei denen die Anteilsrücknahme ausgesetzt ist. Unter den zehn umsatzstärksten Fonds im November sind sieben solche Fonds. Mit Abstand am meisten gehandelt wurde abermals der CS Euroreal (WKN: 980500) – in diesem Fonds wurden rund 16,7 Millionen Euro umgesetzt.

Makler an der Börse Hamburg
Makler an der Börse Hamburg

Gefragt waren außerdem mehrere Fonds von unabhängigen Vermögensverwaltern, darunter der Flossbach von Storch Multiple Opportunities (WKN: A0M430) und der Carmignac Patrimoine (WKN: A0DPW0). „Es animiert die Anleger zum Kauf, dass hier auf der einen Seite im Vergleich zu den Wettbewerbern zuletzt eine höhere Rendite zu erzielen  war – diese Mischfonds aber gleichzeitig ein geringeres Risiko als reine Aktienfonds versprechen“, erläutert Stefan Wildner von der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank.

Der Erfolg dieser Fonds, die Suche nach einer ausgewogenen Balance von Chance und Risiko, spiegelt auch die Unsicherheit  im Markt wider: „Die Streiks in den finanziell angeschlagenen Staaten und die Finanzhilfen für Griechenland haben viele Anleger in ihrer Meinung bestärkt, besser weiter die „Füße“ still zu halten“, kommentiert Wildner. „Selbst die Einigung der europäischen Finanzminister zur nächsten Hilfstranche für Griechenland konnte kaum ein Lächeln auf die Gesichter der Investoren zaubern. Die Frage lautet für viele nicht mehr, ob Griechenland erneut Hilfsgelder brauchen wird – sondern nur noch wann.“

Auch die Patt-Situation zwischen Kongress und Regierung in den USA lasse viele Anleger angesichts einer notwendigen Einigung vor dem Erreichen der Fiskalklippe zaudern, fügt Wildner hinzu: „Ob wir noch eine Jahresendrally sehen werden oder bereits mittendrin sind, muss sich aber noch zeigen.“

Das anhaltend große Interesse an offenen Immobilienfonds und der rege Handel in dieser Anlagekategorie zeigen, dass Immobilienanlagen jedem Anleger offenstehen sollten. Die Börse Hamburg begrüßt daher auch den Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums zur Regulierung von offenen Immobilienfonds, der auch in Zukunft neue Produkte in diesem Bereich zulässt.

Top-10 der Fonds nach Umsatz an der Börse Hamburg im November 2012
Top-10 der Fonds nach Umsatz an der Börse Hamburg im November 2012

„Trotz der Schwierigkeiten der vergangenen Jahre sehen wir offene Immobilienfonds weiter als ein wichtiges Produkt an, um vor allem auch Privatanlegern schon mit überschaubaren Mitteln ein Investment in Immobilien zu ermöglichen“, sagt Dr. Thomas Ledermann, Geschäftsführer der Börse Hamburg. Die geplanten Haltefristen stellen keinen Nachteil dar, denn Immobilienfonds sollten ohnehin als längerfristiger Portfoliobestandteil begriffen werden – die neuen Regeln befördern diesen Gedanken.

„Deshalb sind die Regeln auch gut dazu geeignet, den Verursachern der  Liquiditätsprobleme in der Vergangenheit einen Riegel vorzuschieben“, ergänzt Ledermann. „Extreme Preisschwankungen, wie wir sie teilweise nach dem Ausstieg institutioneller Investoren und der Schließung einiger Fonds gesehen haben, dürften unter den neuen gesetzlichen Regeln ebenfalls der Vergangenheit angehören.“

Außerdem wird den aktuellen Plänen zufolge ein kurzfristiger Aus- oder Einstieg in offene Immobilienfonds über die Börse weiter möglich sein – nach Regulierungsstandards überwacht und bei höchster Transparenz. Ein weiterer Vorteil wäre, sollten die aktuellen Pläne in Kraft treten: „Die Renditen von offenen Immobilienfonds könnten tendenziell steigen, da die Anbieter nun geringere liquide Mittel vorhalten müssen“, erklärt Ledermann. Und er betont: „Wichtig ist, dass in die Diskussion um die Anlageklasse nun möglichst schnell Ruhe einkehrt und die Kapitalanlagegesellschaften sich wieder weitgehend der Verwaltung und Vermehrung des Immobilienportfolios widmen können.“

Anleger an der Börse Hamburg erzielten im November die beste Performance mit Fonds, die in ausgewählten Schwellenländermärkten und in europäischen Technologieaktien investiert sind. So legte zum Beispiel der aktiv gemanagte HSBC Indian Equity (WKN: 974873) um mehr als neun Prozent zu.

Der Indexfonds iShares MSCI Taiwan (WKN: A0HG2K), der den taiwanesischen Aktienmarkt nachbildet, war auf Monatssicht um mehr als sieben Prozent im Plus. Und mehrere Indexfonds auf den EuroStoxx Technology Index gewannen um über sechs Prozent hinzu. Performance-Spitzenreiter mit mehr als elf Prozent Wertzuwachs im November war allerdings der DJE Real Estate (WKN: A0B9GC), dessen Management in Immobilienfonds, Immobilienaktien und -fonds investiert.

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