Internetwirtschaft: Der neue deutsche (digitale) Mittelstand?

Eine gute Idee haben, eine Domain kaufen und eine Internetseite einrichten – sehr leicht möglich mit vorgefertigen Templates wie zum Beispiel hier – sind meist die ersten Schritte bei der Gründung eines digitalen Start-Ups. Prinzipiell also auch machbar, ohne direkt an eine Privatinsolvenz denken zu müssen, wenn es nicht klappen sollte. Mit diesem Modell hat sie sich einen Namen gemacht, die digitale Start-Up-Branche. Einige sprechen bereits vom deutschen Mittelstand von morgen.

Die wirtschaftliche Bedeutung deutscher Internet-Unternehmensgründungen wächst rasant, immer mehr Mitarbeiter werden eingestellt und auch die Aussichten für das kommende Jahr sind positiv. Dies ist das Ergebnis einer Studie zu Internet- und Technologiefirmengründungen in Deutschland.

Berlin ist der Dreh- und Angelpunkt, aber Hamburg hat auch etwas zu bieten – in der Hansestadt gibt es die höheren Erfolgsquoten. Das Wachstum der Branche zeigt sich der Studie zufolge insbesondere in der Mitarbeiterentwicklung. Die knapp 900 befragten Start-Ups planen, im kommenden Jahr durchschnittlich zehn neue Arbeitsplätze zu schaffen.

Berlin dominiert die Szene

Eindeutiges Zentrum der Szene ist Berlin. Hier sind 40 Prozent aller deutschen Gründungen beheimatet, darunter auch die meisten mit einem Jahresumsatz von über zehn Millionen Euro. Außerdem liegt die durchschnittliche Mitarbeiterzahl in Berlin bei 23 und ist somit deutlich über dem bundesdeutschen Mittel.

Was würden wir nur ohne das World Wide Web tun?
Was würden wir nur ohne das World Wide Web tun?

Hamburg, München und die Metropolregion Rhein-Ruhr teilen sich den zweiten Platz mit jeweils sieben bis acht Prozent der deutschen Start-Ups – also zusammen nur einem Fünftel des Anteils in der Bundeshauptstadt.

Hamburg: Klasse statt Masse

Erfolg ist in Hamburg prozentual jedoch häufiger zu finden. Die Pleiterate von Start-Ups in der Hansestadt liegt deutlich unter jener von Berlin. Ein Grund mag sein, dass in Hamburg weniger visionäre als mehr zweckmäßige Firmen entstehen. Unternehmen wie Xing, Elitepartner oder Tipp24 kommen aus Hamburg. Keines von ihnen hat das Rad neu erfunden, aber sie sind alle profitabel.

Außerdem ist Hamburg ein Hub für hochspezialisierte Firmen wie Facelift, die mit ihrer Technik fast jeden unserer Schritte im Netz verfolgen und auswerten, um dort maßgeschneiderte Werbung zu verkaufen. Diese Namen kennt kaum jemand, aber Facelift hat zum Beispiel kürzlich 15 Millionen Dollar von einem arabischen Investor ergattert. Ohne großes Tamtam, aber dafür effizient. Typisch norddeutsch eben.

Foto: Image courtesy of Anoop Krishnan at FreeDigitalPhotos.net

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