Wie verändern digitale Technologien die Behandlung beim Zahnarzt?

Digitale Technologien sind fester Bestandteil der Behandlungsabläufe in Zahnarztpraxen. Besonders bei komplexen Behandlungen wie Implantationen und der Versorgung mit Zahnersatz tragen digitale Verfahren dazu bei, Befunde präziser zu erfassen, Behandlungsschritte besser abzustimmen und die Umsetzung nachvollziehbarer zu gestalten.

Eine Zahnarztpraxis in Lüneburg zeigt auf, wie 3D-Röntgen (Digitale Volumentomografie = DVT), digitale Scans, moderne Implantologie und ein eigenes Praxislabor entscheidend für ein modernes Praxis-Konzept sind und informiert darüber, welchen konkreten Nutzen diese Technologien für Diagnostik, Behandlung und Versorgung bieten.

3D-Diagnostik schafft detaillierte Einblicke

Gerade bei Implantationen ist es wichtig, die anatomischen Gegebenheiten des Kiefers genau zu kennen. Die 3D-Diagnostik ermöglicht eine räumliche Darstellung von Kieferknochen und weiteren relevanten Strukturen wie Nervenbahnen. So können unter anderem Knochenangebot und die Lage wichtiger anatomischer Strukturen bereits vor dem Eingriff berücksichtigt werden.

»Bei einer Implantation wollen wir die anatomischen Verhältnisse möglichst genau kennen, bevor der Eingriff beginnt. Die dreidimensionale Darstellung gibt uns dafür eine umfassende Informationsbasis«, erklärt Dr. Meyer, einer der behandelnden Zahnärzte.

Digitale Scans für einen durchgängigen Workflow

Ein weiterer Bestandteil des digitalen Arbeitsablaufs sind intraorale Scans. Dabei wird die Mundsituation mit einem digitalen Scanner erfasst und als dreidimensionales Modell dargestellt. In geeigneten Fällen kann dadurch auf die klassische Abformung mit Abformmaterial verzichtet werden.

Die digitalen Daten werden direkt für weitere Behandlungsschritte und die zahntechnische Arbeit genutzt. Das vereinfacht den Informationsaustausch und reduziert Übertragungswege.

»Der Vorteil liegt für uns nicht allein darin, dass ein Verfahren digital ist. Entscheidend ist, dass die Daten unmittelbar weiterverwendet werden können und dadurch verschiedene Arbeitsschritte besser ineinandergreifen«, sagt Dr. Gunnar Vahrenholz, ebenfalls Zahnarzt im Implantat Centrum Lüneburg.

Daten beim Zahnartzt werden unmittelbar weiterverwendet und dadurch verschiedene Arbeitsschritte vernetzt

Daten werden unmittelbar weiterverwendet und dadurch verschiedene Arbeitsschritte vernetzt / © zahnaerzte-lueneburg.de – Sandra Schildwächter

Moderne Implantologie mit digitaler Unterstützung

In der Implantologie lassen sich die Informationen aus der DVT-Diagnostik und den digitalen Scans miteinander verbinden. Einerseits ist es möglich, die Position eines Implantats unter Berücksichtigung der individuellen anatomischen Situation und der späteren Versorgung festzulegen. Andererseits werden ästhetische und passgenaue prothetische Versorgungen gefertigt, welche zur vollständigen Wiederherstellung der Zähne beitragen.

Gerade bei komplexeren Fällen ermöglicht dieser digitale Workflow eine detaillierte Vorbereitung und hilft dabei, Besonderheiten der Zahn- und Kiefersituation frühzeitig zu erkennen und beteiligte Gewebe zu schonen.

Zahnärzte und Zahntechniker unter einem Dach

Eine Besonderheit der Praxis ist das eigene Praxislabor. Zahntechniker und Zahnärzte arbeiten unter einem Dach und können sich direkt über die jeweilige Behandlungssituation austauschen.

Dieser kurze Abstimmungsweg ermöglicht es, zahnmedizinische und zahntechnische Aspekte eng miteinander zu verbinden. Gerade bei Implantatversorgungen ist das Zusammenspiel zwischen Implantologie und späterem Zahnersatz von großer Bedeutung.

»Chirurgie, Funktion und Zahnersatz gehören für uns zusammen. Wenn Zahnarzt und Zahntechniker direkt miteinander arbeiten, können wir diese Bereiche von Anfang an gemeinsam betrachten und die einzelnen Schritte aufeinander abstimmen«, erläutert einer der Praxisinhaber.

Technik ergänzt Erfahrung

Digitale Verfahren erweitern die diagnostischen und therapeutischen Optionen, ersetzen aber nicht die Erfahrung der behandelnden Zahnärzte. Die Entscheidung für eine Behandlung basiert weiterhin auf der individuellen Untersuchung, der medizinischen Befundlage und den jeweiligen Behandlungszielen.

»Digitale Technik liefert uns wertvolle zusätzliche Informationen. Entscheidend ist aber, diese richtig einzuordnen und mit klinischer Erfahrung zu verbinden«, betont Dr. Heinrich Meyer.

So entsteht ein digital unterstützter Behandlungsablauf, der von der 3D-Diagnostik und dem digitalen Scan über die Implantologie bis zur zahntechnischen Umsetzung reicht – mit Zahnmedizin und Zahntechnik unter einem Dach.

Quelle / Fotos: zahnaerzte-lueneburg.de

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