Der legendäre Todestag Störtebekers wird meist auf den 20. Oktober 1401 datiert. Im Jahr 2026 ist dies somit der 625. Jahrestag seiner angenommenen Hinrichtung. Aus diesem Grund veröffentlicht das auch im Bereich Musiktheater seit Jahren aktive Lava Jam Label erstmals die Theatermusik und alle Songs aus dem Theaterstück „Wer ist der Mann ohne Kopf? – Die Störtebeker-Story“.
Damit wird eines der erzählerisch ungewöhnlichsten deutschen Theaterprojekte der letzten Jahre erstmals für ein breites Publaikum zugänglich. Die Produktion, die 2019 auf der Freilichtbühne des Großen Welttheaters in der Nähe von Frankfurt am Main uraufgeführt wurde, erzählt die Legende des Piraten Klaus Störtebeker in einer radikal neuen Form – rückwärts.
Autor Thomas Auerswald entwickelte ein episches Musiktheater, das die bekannte Hinrichtungsszene an den Anfang stellt und die Lebensgeschichte Störtebekers in fünf Akten jeweils um acht Jahre zurückspringend rekonstruiert. So entsteht ein packendes Psychogramm eines Mannes, der zwischen politischer Instrumentalisierung, moralischen Konflikten und persönlichem Überleben zerrieben wird.
Die Musik von Komponist Uli Bannenberg – mal kraftvoll und düster, mal lyrisch und intim – trägt diese ungewöhnliche Dramaturgie und macht die emotionale Reise des Protagonisten hörbar.
Musikproduktion, Aufnahmen, Mischung und Mastering wurden in den Lava Studios Paderborn realisiert. Mit dem digitalen Release öffnet das Label Lava Jam gemeinsam mit EMI Music Publishing und Sony/ATV nun erstmals den Zugang zu diesem musikalischen Abenteuer.
Informationen zum Theaterstück
„Wer ist der Mann ohne Kopf?“ ist ein fünfaktiges Theaterstück über einen Mann, den die Geschichtsschreibung kaum kennt – und den die Legende überhöht hat. Störtebeker wird hier nicht als eindimensionaler Pirat gezeigt, sondern als Mensch, der von den politischen Mächten seiner Zeit benutzt, verfolgt und schließlich vernichtet wurde.
Die Besonderheit: Die Erzählung beginnt mit dem Ende – der berühmten Hinrichtung in Hamburg – und führt das Publikum in fünf Akten Schritt für Schritt zurück bis in Störtebekers Kindheit. Jeder Akt zeigt einen anderen Lebensabschnitt, gespielt von fünf verschiedenen Darstellern, die am Ende gemeinsam auf der Bühne stehen.

Der Mann ohne Kopf / © lava-jam.com
Der Autor Thomas Auerswald beschreibt die zentrale Idee so: „Ein Publikum, das ein Theaterstück über Störtebeker sehen möchte, kennt bereits das Ende. Um trotzdem Spannung zu erzeugen, wird hier die Geschichte umgekehrt erzählt. Jeder Akt springt neun Jahre zurück und versucht zu ergründen, wer der Mann war, den wir hauptsächlich als geköpften Piraten kennen.“
Diese Struktur macht sichtbar, wie äußere Umstände, politische Intrigen und persönliche Verluste einen Menschen formen – und wie aus einem Kind ein Gejagter, aus einem Gejagten ein Rebell, aus dem Rebell ein Kämpfer und aus dem Kämpfer ein Seeräuber wird.“
Auf der Bühne wird der Titelheld deshalb von fünf Schauspielern in fünf Lebensphasen verkörpert. Die „Apotheose“ am Schluss vereint alle fünf – ein Bild für die Vielschichtigkeit eines Menschen, der nie nur Täter oder Opfer war.
Akt 1 – Der Prozess
Hamburg, 1401. Störtebeker fordert, nach seiner Enthauptung an seinen Männern vorbeizulaufen, um ihnen die Freiheit zu sichern. Die Szene, die zur Legende wurde, bildet den Auftakt – und wirft die Frage auf: Wie wurde er zu diesem Mann?
Akt 2 – Die Schlacht
1392. Ein Störtebeker, der sich der Gewalt verschrieben hat. Grausam, entschlossen, gejagt. Doch die Frage bleibt: Was hat ihn zu diesem Menschen gemacht?
Akt 3 – Die Politik
1383. Störtebeker versucht, Gutes zu tun: Er versorgt das eingeschlossene Stockholm über den Seeweg mit Lebensmitteln. Doch er gerät in die Machtspiele der Könige rund um Nord- und Ostsee. Piraten werden instrumentalisiert – und Störtebeker wird zum Spielball der Mächtigen.
Akt 4 – Der Streit
1374. Zu Unrecht verfolgt, rettet er sich auf ein Schiff. Der Beginn eines Lebens auf See – und der Anfang einer Spirale, die ihn in die Piraterie treiben wird.
Akt 5 – Die Heimat
1365. Krieg zerstört seine Heimat. Seine Familie wird ermordet. Nur er und sein Freund Humbert überleben. Humbert bleibt an seiner Seite – als Spiegel, als Weggefährte, als Mahnung.
Das Stück wurde im Sommer 2019 auf der Freilichtbühne des „Großen Welttheaters“ bei Frankfurt am Main uraufgeführt. Dabei kam ein zusätzlicher Effekt durch die Anpassung der Spieltageszeit an die reale Lichtstimmung zustande:
Der Prozess findet am helllichten Tag statt, die Schlacht am frühen Abend, die Politik bei Sonnenuntergang, der Streit am späten Abend und das alles auslösende Geschehen in der Heimat in der Nacht. Alle Vorstellungen waren ausverkauft. Das Presseecho war positiv.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Trailer zu Der Mann ohne Kopf
Quelle / Fotos: lava-jam.com







