Grillsaisonstart: Mit Kick & Braai grillen wie die Weltmeister

Bald rollt der Ball wieder beim Fußballereignis des Jahres 2014! Vom 12. Juni bis zum 13. Juli 2014 ist es wieder so weit: Die Fußball-Weltmeisterschaft™ in Brasilien lässt die Herzen der Fußball- und Grillfans höherschlagen. Grund genug, eine rauschende Grillparty für die Familie und Freunde zu organisieren.

Wer dabei mal etwas Abwechslung auf den Rost und seine Gäste zum Staunen bringen möchte, kann ein südafrikanisches Braai veranstalten, denn auch wenn das Gastgeberland der Fußball-Weltmeisterschaft™ 2010 dieses Mal nicht vertreten sein wird, sind sie zumindest am Grill die wahren Meister. Südafrika ist eine Grillnation, und in eben dieser Küchendisziplin werden Südafrikaner oft als Grillweltmeister bezeichnet.

Gemeinsam essen und feiern im Freien ist in Südafrika geradezu Volkssport. Angeblich wird nirgendwo auf der Welt mehr gegrillt als in dem Land am Kap. Was in Deutschland Grillfest und in den USA Barbecue (kurz: BBQ) heißt, nennen die Südafrikaner „Braai“. Wer ein richtiges Braai besuchen möchte, muss vor allem eines mitbringen – Zeit.

It's Braaitime!
It’s Braaitime!

Es gibt viele Arten, ein Braai zuzubereiten, doch eines haben alles südafrikanischen Braais gemeinsam: Es ist die Gemeinschaft, wenn man am Feuer zusammen sitzt, ein bis zwei Gläschen Wein trinkt, während das Essen über dem offenen Feuer brutzelt. Ein typisches Braai beginnt mit dem Feuermachen und geht über mehrere Stunden.

Braai ist vor allem etwas für echte Männer! Man(n) steht am Feuer, blickt in die Flammen, konzentriert sich auf das Fleisch und philosophiert natürlich über die letzten Fußballergebnisse. Die Frauen hingegen versammeln sich in der Küche und bereiten gemeinsam die Beilagen zu.

Das gesamte Grill- oder Braai-Zeremoniell bestimmt der sogenannte „Braai Master“. Man könnte ihn auch als Spielführer bezeichnen. Nur er darf die Braai-Zange bedienen und das Fleisch auf dem Rost wenden. Zwar gibt es angeregte Diskussionen über die Flamme, die Höhe des Grillrosts und darüber, wann die Boerewors gewendet wird, aber ausschließlich der Braai Master bestimmt, wann das Fleisch gar ist. Da sind die Südafrikaner konservativ.

Grillen auf südafrikanisch: Schmecken Sie den Unterschied
Geschmacklich unterscheidet sich ein südafrikanisches Braai vom deutschen Grillen durch die raffinierten Marinaden, die den Gerichten ihre einzigartige geschmackliche Note verleihen. Oft sind die Rezepturen überlieferte Familiengeheimnisse. Dabei dürfen Knoblauch, Zwiebeln, Ingwer und mediterrane Kräuter wie Rosmarin nicht fehlen.

Bei den Gewürzen spielen Koriander, Nelken, Zimt, Kardamom, Chilipulver, Kurkuma, Garam Masala und unterschiedliche kapmalayische Currymischungen eine große Rolle. Diese Zutaten werden beispielsweise mit Rotwein angesetzt. Dann wird das Grillgut über mehrere Stunden darin eingelegt.

Tipp: Bestreichen Sie das Fleisch auch während des Grillens mit der Marinade. Dadurch bleibt das Grillgut schön zart und saftig.

Boerewors
Ein Highlight sind geringelte Bratwürste, die vornehmlich aus fein gehacktem Rind- und Schweinefleisch bestehen und mit kräftigen Kräutern wie Thymian, Koriander und Muskatnuss gewürzt werden. Diese schneckenartig geringelte Bratwurst wird „Boersewors“ genannt und darf bei keinem Braai fehlen. Ansonsten wird man andere Würstchen eher weniger finden, da die Südafrikaner Rindfleisch, Lammfleisch oder Geflügel bevorzugen. In Kapstadt, direkt am Meer, wird auch gern Fisch gegrillt. Für alle, die auch einen Braai veranstalten wollen, empfehlen wir folgendes Rezept:

Rezepttipp:
4,5 kg Rindfleisch ohne Knochen
900 g Schweinefleisch ohne Knochen
1,5 kg Speck
3 EL Salz
1 EL Pfeffer
2 EL Koriandersamen
1 EL gemahlene Nelken
1 EL gemahlener Piment
2/3 Tassen Essig

Die Koriandersamen in einer Pfanne anrösten und darauf achten, dass sie nicht verbrennen. Wenn die Aromen zu duften beginnen, die Pfanne von der Hitze nehmen, die Samen in einem Mörser zermahlen und durch ein feines Sieb geben. Das Fleisch in Würfel schneiden und die Gewürze dazugeben. Die gewürzte Fleischmasse dann durch einen Fleischwolf drehen. Den Speck in 3 mm große Würfel schneiden, mit dem Essig mischen und ebenfalls durch den Wolf drehen. Alles zum zerkleinerten Fleisch geben und sanft, aber gründlich zur einer homogenen Masse verarbeiten. Der Naturdarm sollte nun locker gefüllt werden.

Hinweise:
• Achten sie immer auf qualitativ hochwertiges, frisches Fleisch (gefrorenes Fleisch führt zu verfärbten Würsten).
• Die Därme müssen unter fließendem Wasser gründlich gewaschen werden.
• Füllen Sie die Därme nicht zu fest, sonst platzen sie beim Braten.
• Vermeiden Sie die Entstehung von Luftblasen unter dem Darm.

Grillen wie die Südafrikaner

Das Holz
Wer ein stilechtes südafrikanisches Braai auch hier in Deutschland zelebrieren will, lässt die Holzkohle im Keller und entfacht das Grillfeuer mit echtem Holz. Welche Art von Holz man verwendet, liegt im Ermessen des Braai Masters. Am Kap machen manche ihre Grillfeuer aus Kameeldoring (Kameldorn) oder Rooikrans (eine Akazienart). Diese Hölzer sind in Deutschland leider nicht erhältlich. Die Braai Master grillen bevorzugt mit Wingerdstompies (alten Weinstöcken). Diese sind auch bei uns unter www.rebenglut.de erhältlich.

Die Zutaten
Die meisten Zutaten, die Sie für ein südafrikanisches Braai brauchen, sind auch in Deutschland üblich, für andere gibt es gute Alternativen. Die landestypische Boerewors kann man im Sommer in gut sortierten Fleischabteilungen im Lebensmitteleinzelhandel kaufen.

Im Internet gibt es die schneckenförmige Bauernwurst beispielsweise bei www.biltong.de. Eine Alternative ist eine grobe Kringelbratwurst, die man mit scharfen afrikanischen Gewürzen mariniert. Straußenfleisch ist auch in Deutschland im Angebot. Afrikanisches Beef und Wildfleisch wie Kudu oder Springbock gibt es im Internet unter anderem bei www.africarne.com und www.kudufleisch.de.

Südafrikanische Fischsorten wie Kingklip finden sich immer mal wieder im Angebot. Sie können auch durch Dorsch, Kabeljau oder andere Weißfische mit festem Fleisch ersetzt werden. Der südafrikanische Butternut-Kürbis wird auch hierzulande angebaut. Die einzige typische Braai-Zutat, die man mit größter Wahrscheinlichkeit nicht bekommt, sind Waterblommetjies. Als Ersatz kommen grüne Bohnen infrage, da ihr Geschmack dem der Wasserblumen am ehesten ähnelt.

Die Gewürze
Beliebte südafrikanische Gewürzmischungen, Soßen und Relishes sind die Produkte der Marke „Mrs H. S. Balls’s Chutney“ (www.mrsballs.com). Das ursprüngliche Chutney ist eine aus Pfirsichen, Aprikosen oder Chili nach uraltem Hausrezept (1852) erstellte Würzsoße, die (wie in Deutschland das Ketchup) in keiner südafrikanischen Küche fehlt. Inzwischen wurde das Sortiment um weitere Geschmacksrichtungen erweitert.

Sie sind hauptsächlich im Internet erhältlich. Unter www.sagoodies.com finden Sie, neben den köstlichen Chutneys, auch weitere Produkte aus Südafrika. Wer bei Tisch noch nachwürzen will, greift zu den chilischarfen Zulusoßen, Chutneys und Relishes, einer mild-scharfen Jabula-Soße oder Peri-Peri aus getrockneten Pfefferschoten mit Öl.

Die Weine
Richtig authentisch wird ein Braai natürlich erst mit einem südafrikanischen Wein im Glas. Das südafrikanische Angebot bietet sowohl für den unkomplizierten Genuss als auch zum niveauvollen Degustieren eine enorme Bandbreite. Nachdem das Holz sorgfältig aufgeschichtet und entfacht ist, bietet sich zum Auftakt am Feuer ein fruchtig duftender Sauvignon Blanc oder ein eleganter Chenin Blanc vom Kap an. Beide Weine passen gut zu Fisch, leichten Soßen und frischen Salaten.

Zu gewürzten Speisen mit einer feinen Schärfe ist ein gehaltvoller Chardonnay genau richtig. Am besten eignet sich einer der gehobenen Klasse, ausgebaut im Barrique – dem kleinen Eichenfass. Wenn dann das Fleisch serviert wird, greift man auf einen Cabernet Sauvignon, Shiraz oder Pinotage zurück. Hier gilt der einfache Tipp: Je dunkler und gehaltvoller das Fleisch, desto kraftvoller sollte auch der Wein sein.

Die Verfügbarkeit in Deutschland ist gewährleistet. Viele Weinläden und -abteilungen verfügen inzwischen über eine gute Auswahl an südafrikanischen Weinen. Spezielle Weinpakete und Angebote zur Grillsaison finden Interessierte auch unter www.braaitimes.de/wein-braai/weinangebote-zur-grillsaison/.

Weitere Rezepte und die Tipps und Tricks der Cape Wine Braai Master finden Sie im Braai-Buch Grillen wie Südafrikas Weinmacher oder unter www.braaitimes.de.

Wines of South Africa (Wosa) ist eine unabhängige, gemeinnützige Organistaion. Wir vertreten die Interessen aller südafrikanischen Weinproduzenten, die ihre Weine exportieren. Unsere besten Botschafter sind die charaktervollen Weine aus der Kapregion. Die vielfältigen Weinstile repräsentieren die Philosophie unserer passionierten und umweltbewussten Winzer- und Kellermeister. In Deutschland werden deren Interessen durch die Südafrika Weininformation vertreten.

Foto / Quelle: Südafrika Weininformation, www.braaitimes.de

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