Im Test: Alfa Romeo Giulietta 2.0 JTDM 16V

Alfa Romeo gehört zu Italien wie der Prosciutto zu Parma. Und da Italiener bei Neufahrzeugen bekanntlich öfter zu einem Diesel greifen als viele andere Europäer, sollen die Selbstzünder nun auch eingeschworenen Alfisti schmecken.

Richtig lecker wird das zügige Paket allerdings erst in der Bella Ragazza, die wir ausgiebig testen durften. Unsere Alfa Romeo Giulietta 2.0 JTDM 16V wird nämlich von einem Zwei-Liter-Vierzylinder mit 103 KW / 140 PS angetrieben. Dieser verspricht neben ausreichender Sportlichkeit einen Durchschnittsverbrauch von unter fünf Litern, der den Geldbeutel für andere schöne Dinge des Lebens schonen soll.

Alfa Romeo Giulietta 2.0 JTDM 16V
Alfa Romeo Giulietta 2.0 JTDM 16V

Die Giulietta will mit langer Tradition die Herzen der Käufer für sich gewinnen. Los ging’s mit der ersten Generation bereits von den 1950er bis 1960er Jahren, ehe der Typ 116 als zweite Giulietta-Variante um die 1980er Jahre auf sich aufmerksam machte.

Seit 2010 ist nun dritte Generation (Typ 940) am Start, die mit 4,35 Metern Länge und der Höhe von 1,47 Metern exakt in die Reihe der Golf-Wettbewerber passt. Das Alleinstellungsmerkmal im Gegensatz zum schnöden Allerweltsgolf macht allerdings das mutige Design aus. Wer dieses Auto sein Eigen nennt, der ist individuell unterwegs und möchte sich von allen anderen Fahrern in der Kompaktklasse absetzen.

Der Look steht für ein auffälliges, emotionales Italienisch. Von der Seite ist die Giulietta eher ein Coupé als ein Fünftürer im Kompaktformat, mit im Fensterrahmen versteckten Türgriffen für die hinteren Türen. Eine ausgeprägte Keilform und markante Linien sorgen für Muskeln. Das Gesicht guckt mit großen Augen, dem bekannten Alfa-Grill in Form eines auf der Spitze stehenden Dreiecks und großen Lufteinlässen.

Alfa Romeo Giulietta 2.0 JTDM 16V
Alfa Romeo Giulietta 2.0 JTDM 16V

Das Heck zeigt ein breites Kreuz und sieht in Kombination mit den breiten Gummis der 18 Zoll Räder sowie den Endrohren verdammt dynamisch aus. Die LED-Heckleuchten erscheinen unendlich und reichen bis in die Heckklappe. Eine Anlehnung an den Supersportwagen 8C Competizione ist unverkennbar.

Innen setzt sich die Ansprache der Emotionen des Betrachters fort. Sportlich betonte Vordersitze, mit viel Komfort sowie sehr gutem Seitenhalt, und die beiden sportlichen Sessel im Fond stehen für Dynamik, auf der es sich Fahrer und Passagiere bequem machen können.

Das Drei-Speichen-Lederlenkrad liegt angenehm in der Hand und trägt die wichtigsten Bedientasten. Eine Ode an klassische Alfas sind mit Chrom umrahmte Rundinstrumente, die in eine matt lackierte Armaturentafel eingelassen sind. Ebenfalls von Chrom umgeben ist die mittige Konsole mit Schalthebel und Schieberegler für das DNA-System.

Alfa Romeo Giulietta 2.0 JTDM 16V
Alfa Romeo Giulietta 2.0 JTDM 16V

Mit DNA kann der Motor, je nach Einstellung, höher drehen und schneller reagieren. Dafür stehen die Modi (Dynamic, Normal und Allwetter) zur Auswahl. Die sportliche Giulietta lernt man am besten im D-Modus kennen. Die Start-Stopp-Automatik ist dann deaktiviert und das Auto macht sich daran, sich an Fahrleistungen seiner Vorfahren zu heften. Im N-Modus läuft Giulietta sicher und entspannt im Verkehrsfluss mit.

Emotionen und Nutzwert widersprechen sich hier also nicht. Fährt man die Giulietta allerdings so, wie man einen Alfa fährt, ist der nette Durchschnittsverbrauch schnell dahin. Gerade in kurvenreichen Gebieten ist es schwierig, den Gasfuß zurück zu halten. Das gut abgestufte Sechsganggetriebe und eine sehr direkte Servolenkung geben auch bei hohen Geschwindigkeiten ein sicheres Fahrgefühl.  Wer zuviel gegen die Physik anarbeitet, wird vom ESP auf den Boden der Tatsachen geholt.

Mit 350 Newtonmetern Drehmoment zieht das Auto gut an und geht bis zur Höchstgeschwindigkeit von 205 km/h ohne merkliche Verzögerung voran. Ab 1.500 Umdrehungen entfaltet sich immer reichlich Kraft, um den Italiener samt Passagieren souverän nach vorne zu schieben.

Alfa Romeo Giulietta 2.0 JTDM 16V
Alfa Romeo Giulietta 2.0 JTDM 16V

Giulietta bietet ihren Liebhabern eine exzellente Komfort- und Sicherheitsausstattung. Dazu gehören elektrische Fensterheber vorn, eine manuelle Klimaanlage und die asymmetrisch geteilt umklappbare Rücksitzbank sowie zweistufige Fahrer- und Beifahrerairbags, von vorn nach hinten durchgehende Kopf- und Seitenairbags in den Vordersitzen, aktive Kopfstützen vorn, eine Fahrstabilitätskontrolle einschließlich ABS, Differenzialsperre und die Berganfahrhilfe.

Übrigens: Das Bordbuch benötigten wir nur, um das iPhone mit der Freisprecheinrichtung zu koppeln. Ansonsten erklärt sich dieser Alfa Romeo bei der Bedienung von selbst. Und Macken sind uns während der Testtage überhaupt nicht aufgefallen.

So sollten also selbst hart gesottenen Alfisti diese reinrassige Italienerin, eine selbstzündende Giulietta, in ihre Herzen schließen können. Bei uns ist der Funke übergesprungen.

Fotos: marioroman pictures & fanaticar.de / Web: alfaromeo.de

Bildergalerie (anklicken zum Vergrößern):

Über Redaktion hamburg040 5130 Artikel
Hamburg-Magazin und mehr... Bloggt zu den regionalen Themen Shopping, Genuss, Menschen, Business, Motor und Events.

hamburg040.com verwendet Cookies sowie Google Analytics und informiert Sie darüber. Durch Ihre Nutzung der Webseite gehen wir vom Einverständnis aus. Info & Deaktivieren

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen