Kommt Biofisch ab jetzt vom Ackerland?

Weltweit wächst der Hunger auf Fisch. 2020 teilte die Uno-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) mit, dass der durchschnittliche Pro-Kopf-Konsum auf einen Rekordwert von 20,5 Kilogramm pro Jahr gestiegen ist. Zu den beliebtesten Speisefischarten bei den Deutschen zählen vor allem Lachs, Thunfisch und Hering.

Doch auch der Zander mit seinem ansprechenden Aussehen und hervorragenden Geschmack wird vom Großhandel und Lebensmitteleinzelhandel sowie von der Gastronomie immer mehr geschätzt. Durch die Nachfrage für regional erzeugten Zander gewinnt die Art auch eine immer größere wirtschaftliche Bedeutung für die gesamte Fischerei.

„Die steigende Nachfrage lässt sich allerdings durch Fänge aus Seen und Flüssen seit Langem nicht mehr decken. Seit wenigen Jahren gibt es jedoch erste Versuche, den Zander in Kreislaufanlagen zu züchten. Solchen Anlagen liefern nicht nur frischen und nachhaltigen Fisch, sondern bieten Anlegern auch eine interessante Investitionsmöglichkeit“, sagt Hans Acksteiner, Geschäftsführer der Deutsche Edelfisch DEG GmbH.

Kreislaufanlagen bieten neue Möglichkeiten für Zanderzucht

Viele Fischarten sind mittlerweile überfischt und in ihrer Existenz bedroht – und das, obwohl der Wildfang seit Jahren rückläufig ist. Auch beim Zander stagnieren die Fangmengen. In den Hauptlieferländern Russland, Estland und Finnland sinken die Erträge, ebenfalls in der Ostsee sind sie stark zurückgegangen.

Zudem gibt es in Binnengewässern Zeichen von Überfischung und in vielen Gewässern scheint ohne regelmäßige künstliche Besatzmaßnahmen auch keine Aufrechterhaltung der Zanderbestände möglich zu sein. Die Zanderzucht ist bisher nur vereinzelt in extensiven Karpfenteichanlagen durchgeführt worden. In der konventionellen Fischzucht wuchs er dort als Beifisch neben dem Karpfen in etwa drei bis vier Jahren heran.

„Erst seit wenigen Jahren gibt es erste Versuche, den Zander auch in Kreislaufanlagen zu züchten. Unter den kontrollierten Bedingungen solcher Anlagen lässt sich Zander mit einem Kilogramm Gewicht schon nach 12 bis 15 Monaten als Speisefisch verkaufen“, berichtet Acksteiner.

Lachsfilet
Lecker Fisch vom Land / © pixabay.com

Fischqualität auf Bio-Niveau

Solche modernen Kreislaufanlagen lassen sich unabhängig von Umwelteinflüssen betreiben und praktisch an jedem Ort in einer Halle errichten, völlig unbeeinflusst von der Wasserqualität lokaler Fließgewässer. Durch eine aufwändige mechanische und biologische Reinigungstechnik verfügen die Kreislaufanlagen stets über frisches, sauberes Wasser.

Außerdem gewährleistet diese Technik, dass keine Medikamente oder Chemikalien zum Einsatz kommen, da sonst Mikroorganismen in den verwendeten Biofiltern nicht überleben könnten. „Die gezüchteten Speisefische haben deshalb eine gute Qualität auf Bio-Niveau mit einem hohen Gehalt an gesunden Fett- und Aminosäuren.

Der Zander hat einen Fettanteil von 0,7 Prozent und zählt damit zu den besonders gesunden und leicht verdaulichen Speisefischen. Das feste weiße Fleisch garantiert, richtig verarbeitet, außerdem nahezu grätenfreie Filets“, so Acksteiner.

Wachstumsmarkt Fischzucht

Die notwendige Technik der Kreislaufanlagen erfordert allerdings hohe Investitionen. Anlagen sind nur rentabel, wenn sie entsprechend groß und in ihnen teure Edelfische mit hohem Marktwert und entsprechenden Verkaufspreisen wie der Stör, Flussbarsch oder eben Zander aufgezogen werden. Aktuelle Kilopreise von über 30 Euro für Zanderfilet können für Investoren jedoch hohe Gewinne erzielen.

Nicht nur gestaltet sich die Aufzucht und der Verkauf von Fischen als relativ konjunkturunabhängig, sondern sie stellen auch einen weltweiten Wachstumsmarkt dar – laut Weltbank der Lebensmittelsektor mit dem stärksten globalen Wachstum.

„Investitionen in Indoor-Aquakulturen ermöglichen nicht nur den Aufbau sowie Betrieb dieser Anlagen, sondern bieten Interessierten auch eine rentable, nachhaltige und ökologische Anlage in Form von unternehmerischen Beteiligungen oder Mezzanine-Finanzierungen. Zudem fördert die EU solche Projekte mit Subventionen von bis zu 49 Prozent, was für Anleger eine Sicherheitsgarantie schaffen kann“, sagt Acksteiner abschließend.

Fotos / Quelle: edelfisch.eu

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