Wie schaut die Zukunft der HHer Energieversorgung aus?

Einen Blick in Hamburgs Energiezukunft haben jetzt acht internationale Studentinnen und Studenten der TU Hamburg gemeinsam mit Gasnetz Hamburg geworfen. Im Rahmen des Praxisprogramm „Fishing for Experience“ der TUHH legten die Nachwuchs-Akademiker eine umfassende Energieprognose für den Einsatz von Wasserstoff als Heizenergie für Hamburgs Haushalte vor.

Die Studie war wegen der Corona-Pandemie als Online-Projekt fertig gestellt worden und die öffentliche Präsentation musste entfallen. Sie umfasst unterschiedliche Szenarien und hilft dem städtischen Unternehmen, sein Gasnetz für die Zukunft klimafreundlicher zu gestalten. Die Arbeit liefert auch Aufschluss darüber, welchen Beitrag Wasserstoff im Gasnetz leisten kann, um Hamburgs Klimaziele zu erreichen.

Auf Basis einer Wärmebedarfsanalyse zeigen die Studierenden, dass ein Großteil der jährlich für Hamburgs Heizungen gebrauchten 13 Terawattstunden an Energie aus Wasserstoff kommen könnte. Bis 2038 – so die Prognose des Teams – könnte der Bedarf an Wärmeenergie in der wachsenden Stadt auf 15 Terawattstunden ansteigen. Dabei ließen sich die CO2-Emissionen um 72 Prozent gegenüber 1990 senken, wenn zur Wärmeerzeugung ein klimafreundlicher Energiemix eingesetzt würde.

TUHH-Studierende errechnen Prognose für Gasnetz Hamburg
TUHH-Studierende errechnen Prognose für Gasnetz Hamburg

Im Jahr 2038 müssten dafür die heute rund 70 Prozent Erdgas durch Wasserstoff ersetzt werden. Weil die Studie eine weitgehende einheimische Wasserstoffproduktion aus erneuerbaren Energien wegen des schleppenden Zubaus an Wind- und Solaranlagen für unwahrscheinlich hält, schlägt das Papier den Bezug von Wasserstoff aus anderen Ländern vor. Rund 8,5 Terawattstunden pro Jahr müsste die Stadt einführen.

Bei dem Projektteam aus acht Studierenden kam der wissenschaftliche Nachwuchs aus fünf Ländern und aus unterschiedlichen Studienrichtungen zusammen. Aus Indien, Taiwan, Korea aber auch aus Deutschland und Malaysia kommen die jungen Forscherinnen und Forscher. Sechs junge Damen sorgten im Projekt für einen – gemessen an der technischen Fachrichtung – enormen Frauenanteil. Das hochmotivierte Team rekrutierte aus dem Fachbereichen Verfahrenstechnik, Bauingenieurwesen, Energie- und Umwelttechnik sowie Energietechnik.

„So viel Diversität führt erfahrungsgemäß zu kreativen Lösungen“, sagt Christina Anders, die das Projekt seitens des Personalbereichs von Gasnetz Hamburg betreute. Christian Feickert von Gasnetz Hamburg, der als Referent aus dem Bereich Asset Management das Team fachlich betreute, ist erfreut über die Ergebnisse.

„Die gelieferten Zahlen und Daten sind für unser Unternehmen eine gute Basis, um eigene Prognosen und Szenarien zu verfeinern. Industrie und Verkehr konnten die Studierenden aufgrund der großen Datenmengen noch gar nicht berücksichtigen.“ Dennoch hat die enge Zusammenarbeit Unternehmen und TU zusammengeführt und den Weg für weitere Kooperationen geebnet.

Foto / Quelle: www.gasnetz-hamburg.de

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