Busbeschleunigungsprogramm: Hoheluftchaussee, Eppendorfer Weg, Bismarckstraße und Abendrothsweg sind dran

Wer einst das Chaos und die Folgen an der Ecke Grindelallee / Hallerstrasse / Beim Schlump sah und einen gesunden Menschenverstand besitzt, mag es kaum glauben – die Stadt zieht ihr Busbeschleunigungsprogramm in verschiedenen Stadtteilen immer weiter durch.

Nachdem die Menschen in Winterhude rund um den Mühlenkamp auf die Barrikaden gehen (siehe Twitter #Busbeschleunigungsprogramm), sind ab dem 04. Mai 2014 erstmal die Anwohner und Gewerbetreibenden der Straßen Hoheluftchaussee / Eppendorfer Weg / Bismarckstraße / Abendrothsweg sowie Umkreis dran. Dort startet die nächste Großbaustelle.

Es ist eigentlich kaum zu glauben: Statt Geld für die Aufbereitung der Gehwege sowie Straßen zu investieren und dem ansässigen Gewerbe zu helfen, werden sinnlose Umbauten vorgenommen, die Gewerbetreibende in Nöte, Anwohner in die Verzweiflung und den Verkehr in nicht geahnte Krisensituationen bringen lassen.

Busbeschleunigungsprogramm: Hoheluftchaussee, Eppendorfer Weg, Bismarckstraße und Abendrothsweg sind dran
Busbeschleunigungsprogramm: Hoheluftchaussee, Eppendorfer Weg, Bismarckstraße und Abendrothsweg sind dran

Argumentiert wird mit dem „umweltfreundlichen“ Busverkehr, den immer mehr Hamburger als „positiven Trend“ nutzen. Wir haben spontan mit Menschen gesprochen, die Beim Schlump / Grindelallee arbeiten und leben. Fazit: Niemand – nicht mal ein Fahrgast eines Busses – hat ein positives Wort zum Umbau der Kreuzung zu berichten.

Laut Polizei sind die Unfallzahlen an der Kreuzung seit dem Umbau gestiegen. Auswärtige Autofahrer denken, sie geraten in den Gegenverkehr, wenn sie mit dem PKW vom Schlump Richtung Hallerstraße fahren, weil die Kurve nicht mehr richtig einzusehen ist. Der Gegenverkehr aus der Hallerstraße kommt auf der falschen Seite neben der Busspur und wirkt wie ein Geisterfahrer. So entsteht Unsicherheit, oft mit fatalen Folgen.

Wer mit dem Auto von der Hallerstraße die Grindelalle überquert und rechts in die Bogenstraße abbiegen will, kann auch gleich Lotto spielen; denn der Radfahrweg ist viel zu groß geworden und Radfahrer sowie Autofahrer sind deutlich mehr Gefahrensituationen ausgesetzt als vorher.

Gleiches gilt, wenn man aus der anderen Richtung kommt und in die Bogenstraße abbiegen möchte: Als Autofahrer steht man dem Bus im Weg, der ja nun immer Vorfahrt hat. Unglaubliche Szenen lassen sich dort beobachten. Eine fast noch lustige Anekdote sind die Reifenplatzer, die sich bereits in ganz Hamburg herumgesprochen haben.

Kurz nach Fertigstellung des Umbaus stand bei einer neuen Verkehrsinsel in der Grindelalle ein Steinelement so ungünstig vor, dass im Stunden-Rhythmus die Reifen von Autofahrern platzten, die den Stein im Vorbeifahren kaschierten. Beim ADAC wunderte man sich, warum mehrfach täglich, immer  an der selben Stelle, das gleiche Problem auftrat.

Die schönen, alten Bäume Beim Schlump wurden gefällt. Sehr „umweltfreundlich“ übrigens! In den Häusern dort mit kleinen Hausnummern sind private Mieter weggezogen, weil die Lautstärke durch den wegfallenden Baum-Lärmschutz unerträglich geworden war. Der Bus hält nun ja nicht mehr nur noch mittig in der Grindeallee (mit Abstand zu Immobilien und Anwohnern), sondern quasi direkt vor der Häuserfront Beim Schlump.

Der Busverkehr hat zugenommen, ja. Fahrgäste beschweren sich allerdings über die Barrieren auf den Gehwegen. Man muss immer (schlimm vor allem nachts) bis zur nächsten Ampel gehen und warten, um die Straße zu überqueren.

Ein Beispiel aus dem Gewerbe: Der Blumenladen an der Bogenstraße musste wegen der Baustelle eine Mitarbeiterin entlassen, weil die Kundschaft ausblieb und der Umsatz während der Bauzeit einbrach. Wollen wir hoffen, dass dort wieder alles anzieht und der alte Job neu entsteht.

Wir möchten hier nicht einfach unserem Unmut freien Lauf lassen oder alles schlecht reden: Eine sinnvolle Sanierung, die das Gewerbe stärkt und das Leben angenehmer macht, ist bei den Hamburgern ja willkommen. Und klar sollen öffentliche Verkehrsmittel einen guten, bevorzugten Fluß im Verkehr haben.

Aber was hier geplant und wie es umgesetzt wurde, ist wie immer nicht bürgernah. Es wirkt, als würde ohne Rücksicht auf Verluste irgendein Budget verbraten, das raus muss.

In Hamburg sagt man „Tschüß“, Busbeschleunigungsprogramm. Dein Motto „Hamburg fährt voraus“ versteht keiner wirklich. Wir mögen Dich und Dein Tohuwabohu nicht und hoffen, dass Dich schleunigst jemand entschleunigt…

Web: via-bus.de

Foto: hamburg040.com

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