Zeitreise: Wie haben unsere Vorfahren Milchwirtschaft betrieben?

Bei der „Erntezeit im Museum“ am Sonntag, dem 22. Oktober, im Freilichtmuseum am Kiekeberg geht es von 10 bis 18 Uhr um Landwirtschaft und Ernährung – vor allem um das Thema Milch. Am selben Tag öffnet ab 12 Uhr die neue Dauerausstellung „Milchwirtschaft. Alles in Butter“ im Obergeschoss des „Agrariums“ für Besucherinnen und Besucher.  Zum vielfältigen Programm gehören Führungen, Darstellungen der „Gelebten Geschichte“ und Mitmachaktionen für Kinder.

Der Eintritt kostet 11 Euro, für Personen unter 18 Jahren ist er frei. Aktuelle Informationen gibt es unter kiekeberg-museum.de. Beim Aktionstag „Erntezeit im Museum“ erfahren Besucher bei Führungen zu den Bentheimer Landschafen und den weißen Hausziegen des Museums erfahren sie um 11 und 14.30 Uhr Wissenswertes rund um die Tiere und ihre Milch.

Um 14 Uhr nehmen Besucher an einer Führung durch den Selbstversorgungsgarten beim Flüchtlingssiedlungshaus in der Königsberger Straße mit Projektleiterin Dr. des. Zofia Durda teil. Darstellerinnen und Darsteller der „Gelebten Geschichte 1804“ stellen vor den Augen der Besucher wie früher Butter aus Kuhmilch her und bereiten Buchweizengrütze zu.

Eine Fischersfamilie zeigt im Zeitschnitt 1904, wie Frischkäse aus Ziegenmilch gemacht wurde. An der Nissenhütte, einer ehemaligen Notunterkunft, kochen Darsteller als Geflüchtete wie im Jahr 1945 mit Milchpulver. Ihre Geschicklichkeit erproben Erwachsene und Kinder beim Werfen in Milchkannen, „Kuhfladenbingo“ und Sinnesparcours zum Thema Milch.

Im Agrarium verkosten sie Milch von verschiedenen Tieren. Im alten Silberhof finden um 13 und 15 Uhr Lesungen aus dem Kinderbuch des Freilichtmuseums statt: „Die tollen Abenteuer von Zickzack und Zuppel“ erzählen von der tierischen Aufregung vor dem Erntefest auf dem Hof im Jahr 1804 und von der zeitlosen Kraft der Freundschaft und Wertschätzung.

Es ist im Buchhandel und im Museumsladen erhältlich. Früher war die Selbstversorgung mit Gemüse, Obst und Vieh ein unverzichtbarer Bestandteil des Landlebens und bäuerlichen Wirtschaftens. Die neue Dauerausstellung „Milchwirtschaft. Alles in Butter“ im Obergeschoss des Agrariums widmet sich ab Sonntagmittag den Fragen: Wann wurde Milch zu einem Grundnahrungsmittel für viele Menschen?

Darsteller der Gelebten Geschichte füttert das Schwarzbunte Niederungsvieh
Darsteller der Gelebten Geschichte füttert das Schwarzbunte Niederungsvieh / © kiekeberg-museum.de

Wie entwickelte sich die Milchwirtschaft im Landkreis Harburg in den vergangenen 200 Jahren? Und wie arbeitet ein Milchviehbetrieb heute? Um 15.30 Uhr führt die Kuratorin Anne Herrgesell im Agrarium durch die neue Ausstellung „Milchwirtschaft. Alles in Butter“. Die Besucher lernen in der Ausstellung, wann Kühe Milch geben und wie Milch im Euter entsteht.

Spannend für Kids: Die Modellkuh Karlotta melken

Sie melken selbst die künstliche Modellkuh Karlotta und testen ihr neues Wissen zur Milchproduktion in einem Quiz. An einem Melkroboter aus dem Jahr 2000 sehen Interessierte, wie die Digitalisierung und Automatisierung Einzug in die Milchwirtschaft hielten und heute moderner Standard sind.

Mit der Chemikerin Dr. Sonja Freitag stellen Besucher ab 12 Uhr Milchshakes aus Milch und Milchalternativen her und verkosten sie. Mit den Jungen Landfrauen bereiten Besucher selbst Butter zu und verfeinern diese mit Salz, Kräutern oder Knoblauch. Um 13 Uhr nehmen Interessierte an einer moderierten Diskussionsrunde im historischen Tanzsaal der Museumsbrennerei teil: Das Thema lautet „Kollegin Kuh. Wie sich die Beziehung zwischen Mensch und Tier in der Milchwirtschaft in den letzten 100 Jahren verändert hat“.

Miteinander im Gespräch sind Fachleute aus der Milch-, Land- und Ernährungswirtschaft sowie vom Freilichtmuseum am Kiekeberg: Anne Herrgesell, Kuratorin der Ausstellung; Martin Peters, Vertreter der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in der Region Harburg und Kreislandwirt des Landkreises Harburg; Werner Maß, Vertreter vom Landvolk Niedersachsen; Sybille Kahnenbley Vertreterin der Jungen Landfrauen; Andreas Masuth, Diplom Agraringenieur und Milcherzeuger aus Klein Todtshorn bei Otter; Ulrike Fehling, Inhaberin und Betriebsleiterin der Landkäserei Fehling; Karin Maring, Ökotrophologin.

Ilka Brüggemann moderiert die Diskussion. Das Rind ist eines unserer ältesten Nutztiere und hat das Landschaftsbild sowie Kulturlandschaften in der Marsch entscheidend mitgeprägt. Durch die Technisierung und zunehmende Produktionssteigerung wurde die Milchwirtschaft in Niedersachsen und deutschlandweit zu einem großen Wirtschaftsfaktor. Eine heutige Milchkuh kann durchschnittlich 26 Liter Milch am Tag erzeugen. Das ist etwa doppelt so viel wie noch in den 1970er Jahren.

Quelle / Fotos: kiekeberg-museum.de

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