Prognose 2020: Schwache Konjunktur und steigende Temperaturen im Fokus

Fast drei von vier Deutschen (72%) gehen davon aus, dass die globalen Durchschnittstemperaturen 2020 ansteigen werden. Damit ist das Fortschreiten der Erderwärmung die Top-Prognose der Deutschen für das bevorstehende Jahr 2020. Weltweit halten es sogar 77 Prozent aller Befragten für wahrscheinlich, dass sich der Klimawandel in diesem Jahr weiter verschärfen wird, so das Ergebnis einer internationalen Studie des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Ipsos.

Prognose Nr. 2: Online wichtiger als TV

Die in Deutschland am zweithäufigsten genannte Prognose für das Jahr 2020 bezieht sich auf die fortschreitende Digitalisierung in der Welt. Beinahe sieben von zehn Bundesbürgern (69%) sind der Überzeugung, dass die Menschen in diesem Jahr weltweit mehr Zeit online verbringen werden als mit Fernsehen. Global gesehen sind sogar fast acht von zehn Befragten (78%) dieser Meinung.

Prognose Nr. 3: Jeder Zweite erwartet Proteste gegen die Regierung

Etwa jeder zweite Befragte (49%) rechnet damit, dass es 2020 in Deutschland große öffentliche Unruhen wie etwa Demonstrationen oder Aufstände geben wird, um gegen die Art zu protestieren, wie die Bundesrepublik regiert wird – nur ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr (48%). In Chile (82%), Kolumbien (82%) und Frankreich (79%) sagen sogar rund acht von zehn Personen größere Proteste gegen die jeweilige Regierung vorher. In Japan (20%) und Singapur (26%) prognostizieren dagegen nur sehr wenige Menschen öffentliche Unruhen.

Das Klima wandelt sich IMMER, so lange wie es die Erde gibt
Nur der Wandel ist beständig: Das Klima wandelt sich IMMER, schon so lange wie es die Erde gibt…  (c) pixabay

Vertrauen in die Wirtschaft sinkt rapide

Die Deutschen blicken im internationalen Vergleich eher pessimistisch in die Zukunft – vor allem in Bezug auf die Wirtschaft. Nur 37 Prozent der Befragten sind hierzulande der Überzeugung, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2020 leistungsstärker sein wird als 2019. Ende 2018 glaubte zumindest noch jeder zweite Deutsche (48%) an eine positive wirtschaftliche Entwicklung, im Jahr davor waren es sogar sechs von zehn Personen (60%).

Nur in wenigen anderen Ländern schauen die Menschen noch besorgter auf die weltweite Konjunkturentwicklung – darunter vor allem andere europäische Nationen wie die Franzosen (26%), Italiener (33%), Briten (35%) und Spanier (35%). In Asien ist das Vertrauen in eine positive Entwicklung der Weltwirtschaft dagegen besonders groß, insbesondere in China (84%), Indien (83%) und auf den Philippinen (83%).

Optimismus mit Blick auf die persönliche Zukunft

Deutlich optimistischer sehen die Deutschen auf ihre persönliche Zukunft. Sechs von zehn Befragten (59%) sind laut eigener Aussage optimistisch, dass 2020 für sie ein besseres Jahr wird als 2019. Global gesehen sind sogar drei von vier Personen (75%) der Überzeugung, dass das neue Jahr vor allem Gutes für sie bereithalten wird.

Spitzenreiter im weltweiten Optimismus-Ranking sind die Filipinos (95%), dicht gefolgt von Indern (92%) und Chinesen (91%). Am pessimistischsten bezüglich der eigenen Zukunft äußerten sich die Befragten aus Japan (45%), Frankreich (50%) und Hongkong (54%).

Dr. Robert Grimm, Leiter der Ipsos Sozial- und Politikforschung, sieht in den Studienergebnissen neue Indizien für ein mögliches künftiges Regierungs-bündnis nach der GroKo: „Umweltthemen werden auch im Jahr 2020 wieder einen zentralen Raum in der öffentliche Debatte einnehmen.

Die starke Sensibilisierung der Bevölkerung in Sachen Klima und Umwelt ist ein sicheres Omen dafür, dass sich die Grünen mit ihrer Agenda in den kommenden 12 Monaten weiter profilieren können. Andererseits erwarten die Deutschen wenig Positives von der Weltwirtschaft. Verlangsamtes Wachstum und Stellenabbau haben schon 2019 Schlagzeilen gemacht.

Die aktuellen Ipsos Daten deuten darauf hin, dass sich 2020 in der politischen Diskussion ein interessantes Spannungsfeld zwischen Wirtschaftspolitik und Nachhaltigkeit ergeben könnte. Schauen wir uns die Kompetenzfelder der Parteien an, so können wir wohlmöglich schon heute die ideale Koalition für die kommende Bundesregierung vorhersagen.“

Methode:

Die Ergebnisse stammen aus der Ipsos Global Advisor-Studie „Predictions 2020“ und wurden vom 26. November bis zum 06. Dezember 2019 erhoben. Bei der Online-Umfrage wurden 22.512 Personen im Alter von 16 bis 64 Jahren aus 33 verschiedenen Märkten interviewt.

Zu diesen Märkten gehören Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, Chile, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Hongkong, Indien, Israel, Italien, Japan, Kanada, Kolumbien, Malaysia, Mexiko, Niederlande, Peru, Philippinen, Polen, Rumänien, Russland, Saudi-Arabien, Schweden, Singapur, Spanien, Südafrika, Südkorea, Türkei, Ungarn und die USA.

In Australien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, Spanien und den USA wurden jeweils etwa 1000 Personen befragt. In allen anderen Ländern umfasste die Stichprobe etwa 500+ Personen.

Es wurde eine Gewichtung der Daten vorgenommen, um die demografischen Merkmale auszugleichen und damit sicherzustellen, dass die Stichprobe die aktuellen offiziellen Strukturdaten der erwachsenen Bevölkerung eines jeden Landes widerspiegelt. In 17 der 33 untersuchten Märkte ist die Internetdichte groß genug, um die Stichproben als repräsentativ für die nationale Bevölkerung anzusehen – darunter auch Deutschland.

In Brasilien, Chile, China, Hongkong, Indien, Malaysia, Mexiko, den Niederlanden, Peru, den Philippinen, Rumänien, Russland, Saudi-Arabien, Singapur, Südafrika und der Türkei sollten die Stichproben nicht als bevölkerungsrepräsentativ angesehen werden. Sie repräsentieren stattdessen den wohlhabenderen Teil der Bevölkerung, die aufstrebende Mittelklasse. Diese stellt allerdings eine wesentliche soziale Gruppe dar, wenn es darum geht, diese Länder verstehen zu lernen.

Wenn die Ergebnisse sich nicht auf 100 aufsummieren, liegt das an Rundungen durch die computerbasierte Zählung, erlaubte Mehrfachnennungen oder dem Ausschluss von „weiß nicht/keine Angabe“ Nennungen.

Foto / Quelle: pixabay.com / Ipsos.com

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