Die Datenkraken wissen alles: Experten-Interview zu Digitalisierung und Datenschutz

Experten-Interview: „Viele Bereiche sind jetzt schon so digitalisiert, dass es kein Zurück gibt“

Mathias Klenk ist Entwickler und Investor in der Digitalbranche und Mitgründer von Passbase, einem Start-up, das Online Identifikation vereinfachen und absichern will. Im Interview spricht er über den Wert von Datensicherheit und Trends in der Digitalbranche.

Die Kernaussagen im Überblick:

  • Verzehnfachung der Kunden, weil sich viele Firmen schnell digitalisieren mussten
  • Viele Nutzer gehen unachtsam mit ihren Daten um
  • Deutsche Start-ups im Bereich Datenschutz könnten weltweit führen
  • Europäer machen es US-Firmen in puncto Datenschutz schwer

Hallo Herr Klenk. Passbase möchte für die sichere Identifizierung im Internet sorgen und in diesem Jahr haben sich immer mehr Prozesse in die digitale Welt verschoben, wie etwa Online-Käufe. Hat Ihre Firma damit von der Coronakrise profitiert?

Ja, definitiv. Unser Produkt ist nicht nur für den Online-Einkauf, sondern es hilft unseren Kunden, ihre Nutzer eindeutig zu identifizieren. Das ist natürlich einerseits in dem Betrugsaspekt im E-Commerce-Bereich relevant, aber wir haben auch viele Kunden aus anderen Bereichen: Krypto- und Fintech-Startups oder der Medizinbereich […] Dadurch, dass viele Firmen sich jetzt schnell digitalisieren mussten, ist unser Produkt in den letzten Monaten zwangsläufig immer relevanter geworden. Dieses Jahr haben wir so unsere Anzahl an Kunden verzehnfacht.

Es wird definitiv kein Zurück geben
Das war einmal. Es wird definitiv kein Zurück geben / (c) pixabay.com

Die höhere Online-Nutzung hat auch Fragen und Diskussionen rund um Datenschutz wieder auf. Sehen Sie diesen Aspekt in digitalen Entwicklungen besonders nachgefragt?

Ich glaube, dass mehr Firmen sich dahingehend rechtfertigen müssen, wie sie mit den Daten umgehen. Zoom ist da ein Beispiel genauso wie Tiktok, wo es dieses Jahr ein großes Fragezeichen gab, was diese Firma mit den Daten ihrer Nutzer macht. In einer idealen Welt schaffen wir es in den nächsten Jahren, Gesetze aufzusetzen, die es dem Endnutzer einfacher machen, zurückzuverfolgen, was mit ihren Daten passiert und darüber zu entscheiden.

Was für eine Rolle spielt der Markt abgesehen von gesetzlichen Regelungen? Sind heute immer mehr Menschen dazu bereit, für Datenschutz auch Geld zu zahlen?

Ich selbst bin definitiv bereit, Geld für meinen Datenschutz auszugeben. Allerdings bereitet es mir Sorgen, wie unachtsam viele mit ihren Daten umgehen, denen es egal ist was Google und Facebook alles über sie wissen und die nicht zwei oder drei Schritte weiterdenken.

Datenschutz „Made in Germany“ wird teils schon als Wettbewerbsvorteil diskutiert. Bietet der deutsche Standort und Ursprung von Produkten tatsächlich besonderen Datenschutz?

Ich denke schon – hier bei den Amerikanern sehe ich oft Augenrollen, wenn es um europäischen Datenschutz geht, aber ich empfinde das als eine Form von Anerkennung, dass die Europäer es den Amerikanern schwermachen, wie sie mit den Nutzerdaten umgehen.

Für die Amerikaner ist das Muße, aber für uns Europäer eine Stärke. In dem Bereich kann Deutschland sehr stark sein und deutsche Start-ups können weltweit führen. Usercentrics aus München zum Beispiel fokussiert sich stark darauf.

Hier geht es zum ausführlichen und ungekürzten Interview:

https://kryptoszene.de/viele-bereiche-sind-aber-jetzt-schon-so-digitalisiert-dass-es-kein-zurueck-gibt/

Foto / Quelle: (c) pixabay.com, kryptoszene.de

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