Hamburg Suitcase Day: Versteigerung nichtabgeholter „Seemannskoffer“ im Hamburger Seemannsheim Krayenkamp

Hamburg Suitcase day: Landraten wie Seebären sind eingeladen, um wahrzuschauen, mitzumachen und mitzubieten beim Hamburger suitcase day:

Hamburger Koffer-Hoffer 2014: Öffentliche Versteigerung von Seemanns-Koffern
Mittwoch., 6. August 2014, 14:00 Uhr. Seemannsmission am Krayenkamp 5, vis-a-vis vom „Michel“.

Es gilt das Prinzip der Wundertüte. Geboten wird auf verschlossene Koffer, die von der abgenutzten Jeans über irische Münzen bis zur Dvd-Sammlung alles enthalten können. Oder auch nichts außer dem, was von der Seefahrerromantik so übrig bleibt. Der Erlös der Versteigerung kommt der Betreuung der Seeleute in der Mission zu Gute.

Wer früher mit der Rickmer Rickmers Reis und Bambus aus Hongkong holte oder auf der Cap San Diego nach Santos dampfte, hatte eins dabei: Seine Seekiste. Gerade auf Großseglern mussten Leicht- und Vollmatrosen Ordnung halten – und ihr wenig Hab und Gut verwahren. Jeder Schiffsmann kannte das ungeschriebene Gesetz: Keiner im Matrosenlogis verschloss auf See seine Seekiste. Wer es wagte, erweckte Misstrauen.

Inka Peschke, Felix Tolle, Geschäftsführung Seemannsheim Krayenkamp: "Benefiz-Auktion"
Inka Peschke, Felix Tolle, Geschäftsführung Seemannsheim Krayenkamp: „Benefiz-Auktion“

Heute sind die Zeiten anders. Die Seekisten sind nicht mehr aus alten Holzplanken, Messingbeschläge fehlen. Doch in den Seekisten der Moderne, den Koffern, Reisetaschen und Matchbeuteln steckt sie drin: Diese ganz besondere Mischung aus Seefahrerromantik und harter Arbeit auf See. Diese Koffer machen neugierig, einst und jetzt: Was mag drin sein, was bringt der Besitzer mit aus der Fremde…?

Denn auch heut noch nimmt jeder Seemann seine Privatsachen auf große Fahrt mit. Wenn allerdings der Koffer nicht dabei sein kann, verwahrt das Seemannsheim am Krayenkamp diese Koffer und Seesäcke auf. Doch wie Seeleute zuweilen so sind: Mancher vergisst, wo und wann er seine Habe unterstellte. Oder er geht auf neuen (Lebens-) Kurs, und wirft manches quasi über Bord. Die Folge: Viele Koffer, Beutel und Reisetaschen haben sich im Keller der Seemannsmission angesammelt. Nun werden sie öffentlich versteigert.

Die Deutsche Seemannsmission in Hamburg e.V., gegr. 1891, hat seit 26. 09. 1959 ihren Sitz im Krayenkamp, vis-à-vis vom „Michel“. Das Heim beschäftigt 20 Mitarbeiter. 2013 verzeichnete es 24.597 Übernachtungen von 3.785 Seeleuten. Ihnen bietet es über Bett und Mahlzeit hinaus psychosoziale Betreuung, Vermittlung von Heuer und Hilfe mit Behörden. Zudem stehen 22 touristische Zimmer bereit. Das Heim wird getragen von einem Verein und finanziert durch Spenden sowie die Schiffsabgabe der Reedereien.

Foto / Quelle: Seemannsmission am Krayenkamp, Inka Peschke

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