Hundeüberfall beim gemeinsamen Spaziergang in ländlicher Idylle

Kennen Sie das auch? Ein gemeinsamer Spaziergang in ländlicher Idylle mit den eigenen Hunden und irgendwann kommt Ihnen von irgendwo ein fremder Hund entgegen. Mutterseelen alleine. Keine Spur von Herrchen oder Frauchen.

Und während sich in Ihnen schon ein wenig Mitleid für das vierpfötige Waisenkind regt, beobachten Sie, wie Hund Namenlos unter dem Deckmäntelchen eines waschechten Jack-Russel-Terriers im geduckten, fixierenden Schleichgang, zähneleckend mit hochgezogenen Lefzen auf Sie und Ihre Hunde zusteuert und die erste Gelegenheit nutzt, seinen Status zu demonstrieren und knurrend aufzureiten…

Aus der Ferne ist ein schwacher Ruf nach „Anton, Anton!“ vernehmbar und kurz darauf erscheint Herrchen auf der Bildfläche, lächelt ebenso schwach und sagt… nein, nicht etwa „Entschuldigung, mein Hund hört leider nicht und ich halte es auch nicht für nötig, ihn deshalb entweder besser zu erziehen oder angeleint zu lassen“.

Nein, warum auch? Es genügt heutzutage ein „… er ist manchmal etwas zickig zu anderen Hunden, aber wenn Ihre ganz ruhig sind, dann tut er auch nix“! Ach so! Ja dann…

Die spielen doch nur...
Die spielen doch nur…

Ehrlich gesagt, ich finde diese Respektlosigkeit mancher Hundehalter ihresgleichen gegenüber einfach nur unverschämt. Sie delegieren – Kraft eigener Hilflosigkeit, Bequemlichkeit und/oder Selbstaufgabe im Hinblick auf das aus ihrer Sicht aussichtslose Unterfangen „wie erziehe ich meinen Hund“ mal eben auf alle jene, die ihnen auf ihren Spaziergängen begegnen. Da Anton an der Leine „… noch mehr Theater macht, lasse ich ihn lieber frei, meistens passiert ja auch nix“. Oder ein „… dann lassen Sie doch Ihre Hunde am besten auch frei, dann können sie sich auch verteidigen.“

Ich könnte zunächst einmal darauf hinweisen, dass wir uns in einem Naturschutzgebiet mit ausdrücklichem Leinenzwang für Hunde befinden, oder dass gerade die Brut- und Setzzeit begonnen hat, die in Waldgebieten ebenfalls einen Leinenzwang zur Folge hat. Oder so mancher Hundehalter vielleicht einen Hund an der Leine führt, den er erst seit 2 Tage besitzt… oder nach Nanoteilchen seines Hundeverstandes suchen und ihm erklären, dass es tatsächlich Hunde gibt, die nicht „spielen“ wollen und so etwas wie eine Individualdistanz einfordern.

Völlig zu Recht… Aber ob Anton´s bessere Hälfte das wohl verstehen wird? Wohl kaum… denn Einsicht, Respekt und Verständnis gehören offensichtlich nicht zu seinen Stärken. Wichtig scheint für diese Spezies nur eines zu sein: mit dem geringst möglichen Zeitaufwand und einem Höchstmaß an Verantwortungslosigkeit und Bequemlichkeit ihrem Hund Freigang zu bescheren. Auf Kosten anderer und sicherlich irgendwann auch einmal auf Anton´s „Kosten“, wenn er an den „richtigen“ Hund gerät.

Nein, für diese niedliche kleine Giftspritze namens Anton, stolzer Vertreter einer unterschätzten und oftmals unterforderten Hunderasse, braucht man(n) weder Waffenschein, noch Wesenstest und schon gar keinen Sachkundenachweis. Schließlich misst Terror-Terrier-Zwerg Anton weniger als 40 cm in der Schulter und wiegt keine 20 kg.

Der Persilschein für jeden Halter, die uneingeschränkte Vollmacht, gesetzlich verbrieft für den unkontrollierten Freilauf mit eingebauter Vorfahrt und einer automatischen und selbstverständlich stillschweigenden Selbsthaftung für alle, die es wagen, seinen Weg zu kreuzen… 4- und 2-Beiner.

Ich hoffe, ich begegne diesem Herrn ein weiteres Mal… ich werde die Gelegenheit nutzen und im Sturmschritt und grimmigster Miene, wild gestikulierend auf ihn zulaufen… ihn anrempeln und höchst vertraulich die Hand in seinen Schritt legen, während ich ihm leise fluchend meinen Status ins Ohr hauche.

Sollte er kein Verständnis dafür haben, meine freundlichen Ambitionen der zwischenmenschlichen Kontaktaufnahme gar missverstehen, werde ich selbstverständlich meinen Mann bitten, mich wieder an die Leine zu legen, an die kurze, natürlich! Schließlich falle ICH nicht mehr unter die 40/20-Generation und darf daher nicht mal eben so „Guten Tach“ sagen – obwohl, ich will ja auch nur spielen und tu nix – garantiert!

Foto / Quelle: DHW (Deutsche Hundewelten) Unternehmensgruppe

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