Heiss und gesund: Die Teeindustrie im Wandel

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist Sri Lanka weltweit eines der wichtigsten Tee-Anbauländer. Der berühmte Ceylon Tee stammt von der Insel im Indischen Ozean. Auf den Teeplantagen vor Ort herrschen jedoch bis heute teils sehr schlechte Arbeitsbedingungen. Doch die Industrie ist im Wandel.

Inmitten malerischer Landschaften wächst auf den wunderschönen Teefeldern Sri Lankas der Rohstoff für eines der wichtigsten Getränke der Welt: Tee. Der Aufguss aus den Blättern der Teepflanze „camellia sinensis“ hat im Zuge einer gesundheitsbewussteren Ernährung in den letzten Jahren einen regelrechten Boom erfahren.

Tee gilt als gesund, kalorienfrei und als eines der natürlichsten Getränke, die es gibt. Mit diesem positiven Image des Tees ist es nicht überraschend, dass in den Augen vieler Europäer Anbau und Ernte als romantische Angelegenheit gelten. Die Realität sieht ganz anders aus.

Teeindustrie in Sri Lanka: Ein Wirtschaftszweig im Wandel?
Teeindustrie in Sri Lanka: Ein Wirtschaftszweig im Wandel?

Teefelder soweit das Auge reicht
Als ehemalige Kronkolonie Großbritanniens ist die Teeindustrie Sri Lankas bis heute noch stark geprägt von ihrer kolonialistischen Vergangenheit. Häufig erstrecken sich riesige Monokulturen bis zum Horizont, die Bezahlung ist vielerorts nicht ausreichend.

Und es kommen Pflanzenschutzmittel zum Einsatz und die Teebauern werden mit ihren Problemen allein gelassen. Die von den internationalen Großkonzernen geforderten Teemengen und Preise lassen sich nur durch den massiven Einsatz von Düngern und Pestiziden erreichen – mit schweren Folgen für Mensch und Umwelt.

In der Hoffnung auf eine bessere Zukunft, vor allem für die eigenen Kinder, ertragen die Teepflückerinnen und ihre Familien diese schwierige Situation. Tatsächlich finden die Plantagenbesitzer immer weniger Arbeitskräfte, die bereit sind, zu diesen Bedingungen zu arbeiten. Gerade die jüngere Generation möchte nicht mehr auf den Teefeldern arbeiten und zieht es zu den besser bezahlten Beschäftigungsmöglichkeiten in der Tourismusbranche.

Ein Umdenken hat begonnen
Kleinere Unternehmen wie der Bio-Tee-Produzent English Tea Shop aus Sri Lanka haben bereits vor einigen Jahren erkannt, dass die Zukunft der fürs Land wichtigen Tee-Industrie nur durch einen nachhaltigen Ansatz gesichert werden kann.

Seit der Gründung 2010 hat das Unternehmen im Markt eine neue Realität geschaffen. Die gesamte Wertschöpfung verbleibt in Sri Lanka und kommt der Wirtschaft und den Menschen vor Ort zugute. Über 3 800 Farmer kultivieren eigene kleine Tee- und Gewürzgärten und erhalten für ihre hochwertig produzierten Rohstoffe eine gerechte Bezahlung, die über den Fairtrade-Mindestpreisen liegt.

Die Lebenssituation vieler Farmer hat sich durch diesen neuen Ansatz eines kleinen, einheimischen Unternehmens mit großer Vision bereits konkret verbessert und Teeliebhaber in Europa können mit gutem Gewissen eine Tasse Tee genießen, die von pestizidfreien Tee-Feldern in Mischkultur stammt und von zufriedenen Menschen produziert wurde.

Zwar ist es noch ein weiter Weg, bis die gesamte Tee-Industrie die Notwendigkeit eines echten Wandels wirklich erkennt und umsetzt. Doch Pioniere wie English Tea Shop haben den Anfang gemacht, so dass Tee-Genuss in Europa nicht mehr mit dem Leid der Menschen in den Anbauländern vor Ort verbunden sein muss.

Foto / Quelle: www.ets-tee.de, Royal Nature GmbH & Co. KG

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