Wer eine Luxusuhr verkaufen möchte, orientiert sich häufig am einst gezahlten Neupreis – und wird enttäuscht. „Das erlebe ich in über 30 Jahren Uhrenhandel immer wieder: Die Preisvorstellung liegt zu hoch – nicht weil die Uhr schlecht ist, sondern weil sich der Neupreis ins Gedächtnis eingräbt, nicht die Wertentwicklung seitdem“, sagt Gerhard Wellmann, der seit 1993 gebrauchte Luxusuhren an- und verkauft.
Entscheidend für den Marktwert einer gebrauchten Uhr sind Modell und Referenz, der Zustand, die Vollständigkeit der Unterlagen sowie die aktuelle Marktlage. Eine Rolex Submariner Date erzielt andere Preise als ein Oyster Perpetual, auch wenn beide dasselbe Markenzeichen tragen.
Diese Modelle sind 2026 gefragt
Rolex und Omega bleiben die Stützen des Gebrauchtmarkts. Eine gut erhaltene Rolex Submariner Date wird 2026 am Markt für rund 11.000 bis 13.000 Euro gehandelt; im Händlerankauf liegen die Preise für dasselbe Exemplar typischerweise bei 8.500 bis 10.500 Euro.
Eine Omega Seamaster Diver 300M ist mit etwa 2.800 bis 4.500 Euro notiert, die Speedmaster Professional hält sich stabil zwischen 3.000 und 6.000 Euro.
Beim Breitling Navitimer liegen gute Stahlversionen bei 3.500 bis 7.000 Euro, IWC-Portugieser je nach Kaliber bei 6.000 bis 12.000 Euro. Die Differenz zwischen Markt- und Ankaufspreis – in der Regel 15 bis 25 Prozent – deckt Prüfung, Aufbereitung, Lagerung und das Verkaufsrisiko ab.

IWC Da Vinci: Was bestimmt den Wert einer Luxusuhr? / © uhren-wellmann.de
Was den Preis hebt – und was ihn senkt
Originale Box, Papiere und Garantiekarte steigern den Ankaufspreis nachweislich um 10 bis 20 Prozent. Umgekehrt gilt: „Bitte nicht polieren lassen. Eine Uhr mit originaler Oberfläche – auch mit Gebrauchsspuren – ist für einen Händler oder Sammler wertvoller als eine aufpolierte, die nicht mehr im Originalzustand ist“, betont Wellmann.
Eine stark polierte Uhr kann bis zu 15 Prozent an Wert verlieren, weil die Originaloberfläche unwiederbringlich verloren geht. Kratzer sind für Fachleute kein Makel, sondern ein Echtheitsmerkmal.
Verkaufswege im Vergleich
Ein spezialisierter Händler bietet Sicherheit, Schnelligkeit und eine fundierte Einschätzung ohne Versandrisiko oder Betrugsgefahr. Online-Marktplätze können für erfahrene Privatverkäufer höhere Endpreise bringen – allerdings mit Wartezeiten von Wochen, Echtheitsprüfungen und Provisionen.
Auktionen lohnen sich vor allem für seltene oder alte Modelle, selten für gängige Referenzen der letzten zehn Jahre.
Welche Faktoren den Wert im Detail bestimmen, welche Marken besonders wertstabil sind und worauf Verkäufer bei Erbstücken und Uhren ohne Papiere achten sollten, erläutert der ausführliche Ratgeber „Luxusuhr verkaufen: Was Ihre Uhr 2026 wirklich wert ist“: uhren-wellmann.de/luxusuhr-verkaufen-was-ihre-uhr-2026-wirklich-wert-ist
Beim Uhrenhandel Wellmann in Nörten-Hardenberg bei Göttingen wird der Ankaufspreis nicht per Algorithmus, sondern gemeinsam mit dem Interessenten ermittelt – nach vorheriger Fotoeinschätzung und persönlichem Termin nach Absprache. Anfragen sind über die Ankaufsseite möglich: uhren-wellmann.de/uhren-ankauf.
Quelle / Fotos: uhren-wellmann.de







