Pharmaindustrie in Hamburg – ein bedeutender Wirtschaftsfaktor

Powerhouse Hamburg: Die zweitgrößte Stadt Deutschland ist in so gut wie allem Wirtschaftsbranchen populär. Während die Bilder aus der Metropolregion überwiegend vom Hafen oder kulturellen Ereignissen geprägt sind, findet hier auch Forschung und Wissenschaft der Spitzenklasse statt. Vor allem die Pharmaindustrie und die damit verbundenen Life Sciences machen einen erheblichen Anteil an der hanseatischen Wirtschaft aus.

Ein Schwerpunkt liegt auf Medikamenten aller Art. Die Deutschen leben immer länger, aber das bedeutet auch, dass sie sich mit einer zunehmenden Zahl von Krankheiten und Gebrechen aller Art herumschlagen. Landbasierte Apotheken und Online-Apotheken wie Apomeds versorgen die Bevölkerung mit einer wachsenden Bandbreite von Arzneien.

Sich verändernde Voraussetzungen beim Gesundheitszustand der Patienten, beziehungsweise neue Therapien beschäftigen die Forscher seit jeher. Inzwischen kommen zudem andere Herausforderungen dazu, die nur am Rande etwas mit der reinen Medizin zu tun hat. Umweltbelastungen und hoher Energieverbrauch bei der Herstellung von Pharmaprodukten sind zwei Knackpunkte, die die Industrie auf dem Weg zu einer grüneren Zukunft beschäftigen.

Bis ein neues Medikament zugelassen wird, vergehen in Deutschland in der Regel 13 Jahre.
Bis zur Zulassung eines neuen Medikament vergehen in Deutschland in der Regel 13 Jahre

Als ein bedeutender Standort der Pharmabranche in der Bundesrepublik ist für Hamburg jeder Fortschritt in den hiesigen Laboren ein Gewinn, die die Stadt noch attraktiver machen.

Gewinner sind im Endeffekt alle. Medikamentenrückstände, die auf der Müllkippe oder im Abwasser landen, sammeln sich schließlich an und können so Natur und Menschen belasten.

Sauber, nachhaltig und innovativ: Die Pharmafirmen haben jede Menge Herausforderungen, um den Anforderungen der modernen Gesellschaft gerecht zu werden. Die bestehenden Studiengänge an den Universitäten tragen dem Rechnung. In den Forschungslaboren und Produktionsstätten wird ebenfalls der Blick stets Richtung Zukunft geworfen.

In Hamburg sind einige der größten internationalen Pharmariesen angesiedelt. Die Baiersdorf AG ist seit Generationen einer der renommiertesten Wirtschaftsbetriebe in der Stadt. GlaxoSmithKline gehört ebenfalls zu den Großen der Branche.

Kleiner, aber nicht zu unterschätzen sind auch die Lundbeck GmbH, Desitin Arzneimittel GmbH, Ichthyol Gsellschaft Cordes, Hermanni & Co., Strathmann GmbH & Co. KG sowie Chiesi GmbH.

Life Sciences bedeutet aber noch mehr als nur die Forschung nach neuen Wirkstoffen. Immer mehr Wissenschaftszweige verschmelzen auf der Suche nach neuen Wegen bei der Diagnose und Behandlung von Patienten. Eine der bedeutendsten Innovationen ist der Einsatz von künstlicher Intelligenz.

KI erleichtert die Datenerfassung und Verwaltung, die Interpretation von Patientenwerten, Untersuchungen und sogar Operationen. Im Gegensatz zum Menschen werden die künstlichen Intelligenzen nicht müde und zitternde Hände im Labor sind bei ihnen kein Problem.

Neue Ansätze und Schwerpunkte gibt es ebenfalls in der Medizin. Was die Wissenschaftler etwa in der geschlechterspezifischen Medizin feststellen, muss zum großen Teil in der Pharmabranche umgesetzt werden.

Sehr lange galt der männliche Körper als das Maß aller Dinge, wenn es um die Zusammensetzung und Dosierung von Medikamenten als Therapie galt. Erst seit kürzerem beschäftigen sich Wissenschaftler mit den Unterschieden zwischen den Geschlechtern.

Frauen reagieren unter anderem sehr viel stärker und länger auf Schlaftabletten, was sich in unerwarteten Unfällen im morgendlichen Straßenverkehr geäußert hat. Erhebliche Unterschiede sind mittlerweile auch im PH-Wert im Mund und auf der Haut festgestellt worden. Was für Männer ideal ist, kann für weibliche Patienten wenig wirksam oder sogar schädlich sein.

Mit einem Umsatz von 59,8 Milliarden Euro im Jahr 2023 ist Deutschland der größte Pharmamarkt Europas. Weltweit liegt die Bundesrepublik an vierter Stelle. Größter Pharmabetrieb Deutschlands ist die Bayer AG. Allein im Jahr 2021 verzeichnete der Konzern einen Umsatz von 44,1 Milliarden Euro. Weltweit liegt Bayer auf dem sechsten Platz.

Mit dem wachsenden Bedarf an Versorgung mit verschreibungspflichtigen und rezeptfreien Arzneimitteln steigt die Zahl an Arbeitsstellen in der Apothekenbranche. Neben den studierten Apothekern werden zunehmend pharmazeutisch-technische Assistenten eingesetzt, die ihren Beruf an einer klassischen Berufsfachschule mit anschließendem Praktikum gelernt haben.

Ihr Aufgabenfeld umfasst außer der Ausgabe von Medikamenten zudem die Kundenberatung vor Ort, telefonisch oder online. Sie sind häufig der erste Ansprechpartner, wenn ein Patient Symptome hat, aber noch nicht beim Arzt war. Das Anmischen und Zusammenstellen von Salben, Extrakten, Zäpfchen und ähnlichen Produkten unter der Aufsicht eines Apothekers fällt ebenfalls in ihr Aufgabengebiet.

Deutschlandweit wird in keiner anderen Branche so viel Geld in die Forschung und Entwicklung gesteckt wie in der Pharmaindustrie. Rund 10,9 Prozent des Gesamtumsatzes fließen in die Forschung. Bis ein neues Medikament zugelassen wird, vergehen in Deutschland in der Regel 13 Jahre. Die Entwicklung kostet durchschnittlich 1 bis 1,6 Milliarden Euro und erfordert schwindelerregende Mengen an Versuchen. Nur eine von 5000 bis 10000 Substanzen erweist sich als so effektiv, dass sie als Wirkstoff zugelassen wird.

Die angewandte Forschung verschlingt dementsprechend den Löwenanteil der Forschungsgelder, noch vor der experimentellen Forschung.Die Pharmaindustrie gilt weltweit als die Zukunftsbranche schlechthin. Der Standort Hamburg spielt dabei weiter seine Rolle.

Quelle / Foto: (c) Redaktion

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