Wenn geliebte Menschen vergessen: Demenz in der Familie

Viele Menschen fürchten sich vor dieser Erkrankung, die Demenz hat viele Ursachen und vor allem eine Folge: Betroffene fangen an zu vergessen. Für die Angehörigen ist es eine schwere Herausforderung, denn wenn am Anfang der Patient Kleinigkeiten vergisst, Dinge verlegt oder Termine versäumt, entwickelt sich die Erkrankung vor allem auch persönlichkeitsverändernd.

Betroffene fangen an zu vergessen, wer sie sind, wer zu ihrem Umfeld gehört, erinnern sich irgendwann nicht mehr an ihre Kinder und Partner und können auch eine komplett veränderte Persönlichkeit mit bisher ungewohnten Charakterzügen entwickeln. Mit einer Demenz kann der Patient noch viele Jahre, sogar Jahrzehnte leben und dabei sind häufig vor allem die nächsten Verwandten überfordert.

Jeder Mensch hat das Recht auf Würde
Demenzpatienten haben einen langen Leidensweg. Die Erkrankung unterteilt sich in drei Stadien, wobei die Entwicklung dieser vollkommen unterschiedlich ausfallen kann. Viele Patienten haben vor allem im ersten Stadium das Bewusstsein für das Geschehen voll ausgeprägt und der Leidensdruck ist enorm.

Hier ist es unerlässlich, dem Betroffenen möglichst viel Halt zu bieten und vor allem auch Geduld und Verständnis mitzubringen. Der Mensch verliert nach und nach die Fähigkeiten, die er im Leben braucht, dennoch darf er seine Würde und die größtmögliche Selbstständigkeit bewahren. Eine ambulante Betreuung durch einen Ergotherapeuten kann helfen, die Rückentwicklung der Fähigkeiten zu verzögern.

Demenz ist eine schlimme Erkrankung mit Folgen für die gesamte Familie
Demenz ist eine schlimme Erkrankung mit Folgen für die gesamte Familie

Tipps für die Angehörigen

  • An erster Stelle sollte jeder angehörige an die eigenen Bedürfnisse denken. Dazu gehören Pausen, Erholung, das Ausüben von Hobbys und auch soziale Kontakte außerhalb der Familie. Die Verantwortung, die der Angehörige für einen an Demenz erkrankten Patienten übernimmt, ist enorm hoch und verlangt viel Kraft, Ausdauer und Ruhe. Die eigene Gesundheit muss gewährleistet sein.
  • Im Sinne des Demenzpatienten kann man als Angehöriger professionelle Unterstützung ins Boot holen. Kompetente Fachkräfte, z. B. die Demenzbetreuung von Lebenshilfe24, können den Betroffenen optimal pflegen und unterstützen und schaffen gleichzeitig den notwendigen Freiraum für pflegende Angehörige.
  • Der Demenzpatient kann und sollte in diverse alltägliche Aktivitäten einbezogen werden: Ob Geschirr spülen, Kartoffeln schälen, Handtücher falten oder kleine Arbeiten im Garten durchführen. Es ist wichtig, möglichst viel Aktivität dem betroffenen Menschen zu bieten, denn die Fähigkeiten, die genutzt werden, werden auch im längsten erhalten.
  • Therapeutische Angebote wie die Ergotherapie oder Selbsthilfegruppen für Demenzpatienten schaffen neue Anreize und wirken sich förderlich auf den Verlauf der Erkrankung aus. Im Übrigen können Selbsthilfegruppen auch für Angehörige förderlich sein.
  • Ruhe und Geduld sind wichtige Faktoren im Umgang mit dem Demenzpatienten. Auch wenn sich die Überforderung schnell einstellt, es sollte immer das Bewusstsein dafür da sein, dass die Krankheit unerwünschtes Verhalten auslöst. Den Patienten trifft keine Schuld.
  • Viel Abwechslung hält den Patienten länger fit und spendet Lebensfreude. Aus Bequemlichkeit neigen viele Angehörige dazu, den Patienten aus außergewöhnlichen Aktivitäten auszuschließen. Doch vor allem im ersten Stadium der Erkrankung setzen abwechslungsreiche Aktivitäten die Impulse, das Gehirn weiter arbeiten zu lassen. Ob Weihnachtsmarkt, Zoobesuch, ein Auswärtsessen oder Besuch eines Konzerts: Der Patient kann von diesen Aktivitäten profitieren und hat ein Anrecht auf eine Teilhabe am Leben.

Aber: Wie oben erwähnt sollten die Angehörigen sich auch mal einen freien Abend gönnen und müssen nicht zwangsläufig den Betroffenen überall miteinbeziehen. Wichtig ist ein harmonisches Gleichgewicht zwischen den eigenen Bedürfnissen und den Bedürfnissen des Patienten.

Wohnraum sicher und freundlich gestalten

Mit dem Voranschreiten der Demenz baut auch die Orientierung ab. Der Patient kann früher oder später sogar die Wege in der eigenen Wohnung vergessen. Es ist wichtig, dem Menschen möglichst viel Sicherheit im häuslichen Umfeld zu bieten, dazu gehören beispielweise Beschriftungen an Türen und Gegenständen, sofern die Kulturtechniken wie Lesen noch funktionieren.

Im anderen Fall kann man an Türen mit Bildern arbeiten. Alle Beschriftungen und Bilder sollten auffällig und groß sowie in Grundfarben gehalten werden. Bei vielen Patienten lässt auch das 2D-Sehen nach, so kann man z. B. auf 3D-Buchstaben aus Holz umsteigen. Gefährliche Gegenstände sollten neutralisiert werden, dennoch kann die Wohnung freundlich und nicht steril sein, um möglichst viel Wohlbefinden und Lebensfreude dem Patienten zu bieten.

Foto: pixabay

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