GEZ-Senkung bringt HHger Radiosender in Not

Im Herbst beschließen die Minister der Länder über die Senkung des Rundfunkbeitrags („Gez-Gebühr“) um 30 Cent. „Wir empfehlen eine Absenkung, weil es einen Überschuss in der nächsten Periode gibt“, sagte der Vorsitzende der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten, Heinz Fischer-Heidlberger, in Mainz.

Was die Kommision offenbar übersehen hat: Aus den Gebühren werden nicht nur Landesmedienanstalten und öffentlich-rechtliche riesige Anstalten finanziert, die sich eine solche Senkung leisten können.

Auch Bürger- und Ausbildungskanäle, die einen Gegenpol zum Einheitsbrei in vielen der Radioprogramme darstellen, werden darüber finanziert.
Nur haben diese nicht immer ein finanzielles Polster, wie das Beispiel „Tide 96,0“ in Hamburg zeigt. Der Sender arbeitet heute bereits am Kostenlimit.

„Im Extremfall würde der komplette Bereich Radio abgewickelt werden (mit Bürgersender und Ausbildungsredaktion)“ so der Betriebsrat des Senders am 31.05.2016 in einer Mail an die über 300 aktiven ehrenamtlichen Produzentinnen und Produzenten.

ehrenamtliche Produzenten brauchen Unterstützung bei der Rettung der Vielfalt in Hamburg!
ehrenamtliche Produzenten brauchen Unterstützung bei der Rettung der Vielfalt in Hamburg!

Das Ärgerliche daran: Die ehrenamtlichen Produzenten kosten bereits heute kein Geld, das Programm der Ausbildungsredaktion ist im Vergleich zu jedem anderen Sender ein Sonderangebot und die Verwaltung extrem schlank. Das Gehalt, das ein Sendeleiter bei Tide 96,0 verdient erhält bei einem anderen Radiosender vermutlich ein einfacher Redakteur ohne Leitungsfunktion.

Dennoch: Es fließt viel Herzblut in ein qualitativ hochwertiges Programm. „Tide 96,0 hat sich zum größten Bürger-Radiosender der Bundesrepublik entwickelt“ und „In keinem anderen Bürgersender machen so viele Bürgerinnen und Bürger so viele Sendungen in so guter Qualität“ berichtet Peter Gehlsdorf, Leiter des Bürgerradios.

Unterm Strich bleibt also festzustellen, daß die Senkung der Rundfunkgebühr zwar auf den ersten Blick populär scheinen mag, auf den zweiten Blick jedoch die minimale Ersparnis von 30 Cent maximalen Schaden in der Radiolandschaft in und um Hamburg anrichten kann.

„Wir bitten deshalb jeden Einzelnen darum, an der jetzigen Rundfunkgebühr festzuhalten und der Meinungsvielfalt (und damit unserem Heimatsender Tide 96,0) eine weitere Chance zu geben.“ so Christoph Rothe, einer der ehrenamtlichen Radiomacher von der Themen-Show.

Foto / Quelle: Tide 96,0

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