Hamburg und Olympia: Gute Wahl, guter Kandidat

Wenn es doch immer so einfach wäre, wie es sich Uwe Seeler gerne macht. „Alles spricht für Hamburg. Die Olympischen Spiele in der schönsten Stadt der Welt, das würde auch den Athleten gefallen“, hatte der Ehrenbürger der Hansestadt kürzlich verkündet. Der frühere Fußball-Star liebt seine Stadt – und ist sportbegeistert.

Objektiv ist seine Wertung somit natürlich nicht – und dennoch liegt „Uns Uwe“ gar nicht mal so falsch. Es ist richtig, die Elbmetropole ins Rennen um die Olympischen Sommerspiele zu schicken. Die Zustimmung der Bevölkerung ist höher als jene in Berlin, wo die NOlympia-Bewegung wesentlich aggressiver ist und mehr Zulauf hat.

Auch die Wassersportler finden in Hamburg allerbeste Bedingungen vor
Olympische Sommerspiele: Auch die Wassersportler finden in Hamburg allerbeste Bedingungen vor

Die Sommerspiele würden, wenn die aktuellen Planungen umgesetzt werden, mitten in Hamburg ausgetragen – auf dem Kleinen Grasbrook, einer Industriefläche am Hafen. Olympia könnte einen kleinen, neuen Stadtteil schaffen – und keine großen, nutzlosen „Weißen Elefanten“.

Dies käme den Erwartungen des Internationalen Olympischen Komitees um Präsident Thomas Bach entgegen. Der will dem Gigantismus, der in den vergangenen Jahrzehnten oft überdimensionierte Protzbauten hervorgebracht hat, Einhalt gebieten. Da wäre es das falsche Signal gewesen, die Mega-City Berlin als Kandidat auszuwählen.

Generell ist ein neuerlicher Versuch, das größte Sportfest der Welt nach Deutschland zu holen, gutzuheißen. Die Chancen den Zuschlag schon 2024 zu erhalten, sind zwar eher gering: Für dasselbe Jahr bewirbt sich Deutschland um die Fußball-EM, außerdem gelten die zuletzt zweimal verschmähten USA mit Boston als Favorit.

Doch oft klappt es ja erst im zweiten Anlauf. Das vor allem von den Grünen angestimmte Gejammer, dass Olympische Spiele viel Geld kosten, ist ebenso destruktiv wie langweilig. Dann dürfte es im wohlhabenden Deutschland überhaupt keine Großprojekte mehr geben. Außerdem werden Jahr um Jahr vom Staat Abermillionen Euro für wesentlich nutzlosere Dinge ausgegeben – ein Blick in den Bericht des Bundes der Steuerzahler genügt.

Foto / Quelle: Image courtesy of thephotoholic at FreeDigitalPhotos.net, Schwäbische Zeitung

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