Endlich fertig – Die U3 fährt wieder im Kreis

Das große Sanierungsprojekt an der über 100 Jahre alten U3-Innenstadtstrecke zwischen den Haltestellen Rödingsmarkt und Mönckebergstraße wird pünktlich fertig: Am Montag, 28. März, endet mit Betriebsbeginn die Sperrung der Strecke und die Züge auf der U3 werden ab kurz nach 4.00 Uhr wieder den kompletten Ring befahren. Seit Ende Januar 2021 war die historische Strecke gesperrt. Kernstück der Baumaßnahmen war die Sanierung des U-Bahn-Troges im Mönkedammfleet zwischen den Stationen Rathaus und Rödingsmarkt.

Hier musste die über 100 Jahre alte Bausubstanz abgebrochen und komplett neugebaut werden. Im Windschatten der Tunneltrogerneuerung wurden weitere Bauprojekte gebündelt, um die notwendige Sperrung optimal zu nutzen: die Instandsetzung des U-Bahn-Tunnels zwischen Mönckebergstraße und Adolphsplatz, die Sanierung von fünf Viadukten sowie der Haltestellen Rödingsmarkt, Rathaus und Mönckebergstraße.

Zudem wurden mit Rathaus und Mönckebergstraße zwei zentrale Innenstadthaltestellen barrierefrei ausgebaut. Jens-Günter Lang, Technikvorstand der Hochbahn: „Die Arbeiten auf der U3-Innenstadtstrecke waren ein Mammut-Projekt. Die Bündelung verschiedenster Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen mit dem barrierefreien Ausbau bringt viele Herausforderungen mit sich. Diese haben wir nun erfolgreich bewältigt.

Mit insgesamt 14 Monaten Sperrzeit und rund 86 Millionen Euro konnten wir den geplanten Kosten- und Zeitrahmen voll einhalten. Damit haben alle Beteiligten wirklich Großartiges geleistet.“ Anjes Tjarks, Senator für Verkehr und Mobilität: „Der Streckenabschnitt der Linie U3 zwischen Mönckebergstraße und Baumwall ist nicht nur der älteste im Hamburger U-Bahnnetz, er ist nicht zuletzt durch seine historischen Viadukte sowie die Aussicht auf Fleete, Speicherstadt und Hafen auch einer der schönsten in Hamburg und europaweit.

Als Teil des „Barmbeker Rings“ verbindet die Strecke zentrale Punkte der Hamburger Innenstadt wie das Rathaus, die Landungsbrücken und St. Pauli mit den Stadtteilen Hoheluft, Eppendorf, Winterhude und Barmbek. Die U3 ist damit ein elementares Kernstück des Schnellbahnsystems in Hamburg.

Dass dieser Streckenabschnitt im Kosten- und Zeitplan unter der umfänglichen Beachtung des Denkmalschutzes saniert und damit leistungsfähig für die Zukunft gemacht wurde, zeigt, dass Hochbahn und Stadt große und aufwendige Nahverkehrsprojekte erfolgreich umsetzen können. Der barrierefreie Ausbau der Haltestellen Rathaus und Mönckebergstraße mit neuen Aufzügen ermöglicht und vereinfacht künftig vielen Menschen ihre Mobilität im ÖPNV und das Erreichen vieler zentraler Punkte der Innenstadt.“

Barrierefreie Innenstadt mit Haltestellen Rathaus und Mönckebergstraße

Zentraler Bestandteil des Gesamtprojekts U3 Innenstadt ist der barrierefreie Ausbau der Haltestellen Mönckebergstraße und Rathaus. Beide Haltestellen weisen künftig jeweils zwei Aufzüge, erhöhte Bahnsteige und taktile Leitsysteme für sehbehinderte Menschen auf. Die Haltestelle Mönckebergstraße erhält zudem in Richtung Hauptbahnhof zwei neue Zu- und Ausgänge.

Eröffnung der Hamburger U3
Glücklich: Anjes Tjarks, Senator für Verkehr und Mobilität; Stephan Schanzenbach, Hochbahn-Gesamtprojektleiter für die U3 Innenstadt und Jens-Günter Lang, Technik-Vorstand der Hochbahn / © hochbahn.de

Auch diese Arbeiten werden planmäßig Ende Mai abgeschlossen. Damit sind alle U-Bahn-Haltestellen in Hamburgs Innenstadt und 94 Prozent im Gesamtnetz barrierefrei zugänglich. Neben dem barrierefreien Ausbau und der Kernsanierung des Tunneltrogs am Mönkedammfleet waren auch folgende Maßnahmen Bestandteil des Gesamtprojekts:

  • Instandsetzung des U-Bahn-Tunnels zwischen Mönckebergstraße und Adolphsplatz: Die historische Bausubstanz, insbesondere die Tunneldecke und Tunnelwände, wurde saniert. Im Abschnitt zwischen Rathaus und Adolphsplatz wurde zudem die Tunnelabdichtung erneuert, um einen dauerhaften Schutz der Konstruktion gegen Feuchtigkeit sicherzustellen.
  • Instandsetzung von vier Stahlviadukten (Brücke Willy-Brandt-Straße, Haltestelle Rödingsmarkt, Graskeller und Mönkedammfleet) und eines  Steinviadukts (Mönkedammfleet): Um die Beeinträchtigungen für die Anwohner*innen möglichst gering zu halten, wurden die Stahlviadukte während der Arbeiten komplett eingehaust.
  • Haltestelle Rödingsmarkt: Denkmalgerechte Sanierung der Schalterhalle und der Fassaden, Verlängerung der Bahnsteigerhöhung, Erneuerung des Bahnsteigbelags und Sanierung der Treppenanlagen sowie notwendige Korrosionsschutzarbeiten an dem über 100 Jahre alten Bauwerk.
  • Austausch von Schienen, Schwellen, Schotter und Stromschienen zwischen den Haltestellen Rathaus und Rödingsmarkt.
  • Erneuerung der elektrotechnischen Anlagen in den Technikräumen

Die Maßnahmen brachten verschiedenste Herausforderungen mit sich. Im Rahmen der Tunnelarbeiten an der Haltestelle Rathaus beispielsweise wurde ein historischer Sarg ausgegraben, der gemeinsam mit einigen Knochenfunden für zusätzliche Aufregung sorgte. Nach Untersuchung durch das Archäologische Museum konnten die Arbeiten nach kurzer Unterbrechung aber fortgeführt werden.

Eine besondere Herausforderung für die Arbeiten an der Haltestelle Mönckebergstraße war der oberirdisch verlaufende Busverkehr. Zunächst wurde auf Höhe der Baustellenfläche ein Blockverkehr eingerichtet. Von März bis November 2021 wurde die Mönckebergstraße vollgesperrt und der Verkehr über die Steinstraße geführt.

Hierfür wurden jeweils zwei eigene Bus- und Radspuren eingerichtet und die innerstädtische Infrastruktur damit zugunsten der Verkehrsangebote im Umweltverbund ausgerichtet. Mit der Aufhebung der Vollsperrung im November 2021 wurde der Busverkehr auf die Mönckebergstraße und Steinstraße aufgeteilt und bindet damit sowohl die Einkaufsstraße als auch das Kontorhausviertel optimal an. Eine Evaluierung der Stadt zur künftigen Verkehrsplanung in Hamburgs Innenstadt auf Basis der verschiedenen Verkehrsführungen läuft.

Die Kosten für das Gesamtprojekt „U3 Innenstadt“ belaufen sich auf rund 86 Millionen Euro. Davon wurden 60 Millionen Euro für Instandsetzungsmaßnahmen und rund 26 Millionen Euro für den barrierefreien Ausbau der beiden Haltestellen investiert. Mit dem Ende der Sperrung können Fahrgäste die U3 ab dem 28. März wieder durchgängig zwischen Hauptbahnhof und Baumwall nutzen.

Vor der Pandemie waren auf diesem Streckenabschnitt täglich rund 65 000 Fahrgäste unterwegs. Mit Wiedereröffnung können die Haltestellen Rathaus (18 000 Ein- und Aussteiger) und Rödingsmarkt (14 000 Ein- und Aussteiger) erreicht werden. Die Haltestelle Mönckebergstraße (15 000 Ein- und Aussteiger) wird zunächst für etwa zwei Monate durchfahren. Ab Ende Mai ist auch diese barrierefrei zugänglich.

Quelle / Fotos: hochbahn.de

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