Strasse statt Schiene: Welches ist das meistgefahrene Fahrrad der Welt?

Mit dem zweiten Fiete bringt die Radkampagne „Fahr ein schöneres Hamburg“ die alten Züge der beliebten Hamburger U-Bahn-Linie U3 als wiederverwertetes Fahrrad auf die Straßen. Gemeinsam mit dem Hamburger Metallgestalter Till Kiefer wurde in einer Kooperation mit der Hamburger Hochbahn AG der inzwischen größtenteils ausrangierte DT3-Wagen „upgecycelt“ und aus Einzelteilen des Fahrzeuges das meistgefahrene Fahrrad der Welt gebaut.

Die beliebte Linie U3, die größtenteils oberirdisch an vielen Sehenswürdigkeiten der Stadt entlangführt, hat das Hamburger Stadtbild mit seinen markanten DT3-Zügen geprägt. Im Rahmen der Fahrradkampagne „Fahr ein schöneres Hamburg“ wurde in Kooperation mit der Hochbahn und dem Metallbauer Till Kiefer nun der U3-Fiete, ein „upgecyceltes“ Fahrrad, gebaut, das heute im Rahmen einer Pressekonferenz im U-Bahnhof Schlump vorgestellt wurde.

Der U3-Fiete ist nach dem Tattoo-Fiete bereits das zweite besondere Fahrrad, das seit dem Kick-off der Radkampagne im Mai 2019 entstanden ist. Die Fietes sollen Hamburgs Geschichten und Charaktere sowie die Vision einer fahrradfreundlicheren Stadt auf die Straße bringen.

Dazu die Hamburger Radverkehrskoordinatorin Kirsten Pfaue: „Ich bin nicht nur leidenschaftliche Radfahrerin, sondern fahre auch regelmäßig Bus und Bahn. Der U3-Fiete bringt es auf den Punkt: Um in Hamburg zügig, komfortabel und klimafreundlich seine Wege zurückzulegen, braucht es einen gut ausgebauten öffentlichen Nahverkehr und gleichzeitig hochwertige Radwege und ausreichend Parkmöglichkeiten für Fahrräder.

Radkampagne präsentiert mit dem U3-Fiete das meistgefahrene Fahrrad der Welt
© „Fahr ein schöneres Hamburg“

So entstehen flexible Wegeketten, für die wir bis 2025 an jeder Haltestelle gut erreichbare, sichere Abstellanlagen errichten und StadtRÄDER bereitstellen. Radfahren wird so zum Teil eines größeren Ganzen und Hamburg noch lebenswerter.“

Um dem inzwischen durch neue Züge fast komplett ausgetauschten DT3 ein zweites Leben zu geben, wurde der Metallbauer Till Kiefer engagiert, der den U3-Fiete in seiner Altonaer Werkstatt erschuf. Zuvor entnahm er aus einem ausgemusterten DT3-Wagen besondere Einzelteile, um diese für den U3-Fiete zu verwenden.

„Ich habe den Sitzpolsterbezug für den Sattel, den Notbremshebel als Lenkerbremsgriff, den Mülleimer als Lenkertasche sowie die Haltestangen für den Rahmen des Fahrrads verwendet. Darüber hinaus lassen sich noch viele weitere Merkmale aus dem DT3 an dem Fahrrad entdecken. Der Bau des U3-Fiete war eines meiner spannendsten Projekte“, sagt Fahrradgestalter Till Kiefer.

Der U3-Fiete wurde im Rahmen einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit erstmals vorgestellt und im Anschluss symbolisch von den Schienen auf die Straße gehoben. „Hamburg ist als Stadt der Vielfalt und Kontraste bekannt, aus denen Geschichten entstehen, die begeistern. Der U3-Fiete, eine Kombination aus Fahrrad und U-Bahn, erzählt die Geschichte von alternativen Fortbewegungsmitteln und soll auf kreative Weise die Verzahnung der Hamburger Mobilitätsangebote symbolisieren.

Die Radkampagne ‚Fahr ein schöneres Hamburg‘ setzt gemeinsam mit der Hochbahn und der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation auf das Fahrrad und den öffentlichen Nahverkehr. Für weniger Stress, bessere Luft und mehr Lebensqualität für alle Bewohner der Stadt“, sagt Michael Otremba, Geschäftsführer der Hamburg Marketing GmbH.

„Wir als Hochbahn finden die Idee hinter dem U3-Fiete aus vielerlei Hinsicht spannend. Einem historischen Zug der Hochbahn zum zweiten Leben als weiteres umweltschonendes Fortbewegungsmittel zu verhelfen, ist nicht nur vor dem Hintergrund des Upcyclings spannend, sondern auch ein starkes Signal für den Umweltverbund. Ob per Bus, U-Bahn oder Fahrrad – gemeinsam holen wir die Autos von der Straße“, betont Henrik Falk, Vorstandsvorsitzender der Hochbahn.

In den kommenden Wochen und Monaten wird der U3-Fiete mit verschiedenen Aktionen allen Interessierten näher vorgestellt. So wurden Fahrradsättel angefertigt, die mit dem Originalsitzbezug der U3-Wagen bezogen sind und vor Weihnachten über verschiedene Hamburger Influencer verlost werden, sodass ein Teil der historischen DT3-Wagen auch weiterhin durch die Stadt fahren kann.

Im Frühjahr 2020 wird dann rund um die U3-Strecke eine eigene Rad-Stadtrundfahrt konzipiert, die alle Hamburger zum Nachfahren animieren soll. Die Route wartet dann mit vielen Highlights an der Strecke rund um die Linie U3 und ihre zweirädrigen Verwandten auf.

Ein Film zum Entstehungsprozess des einzigartigen U3-Fiete ist auf der Kampagnen-Website www.fahrrad.hamburg zu finden.

Der DT3 ist der Klassiker der Hamburger U-Bahnen und mit seiner Aluminiumverkleidung jedem Hamburger und jeder Hamburgerin vertraut. Seit mehr als 50 Jahren in der Stadt unterwegs, hat der DT3 statistisch betrachtet jeden von ihnen transportiert, was ihn nach seiner Transformation zum U3-Fiete zum meistgefahrenen Fahrrad der Welt macht.

Als „Silberling“ prägte der DT3 nicht nur über Jahrzehnte das Stadtbild, sondern auch die 20,6 km lange Strecke um die Alster als Stadtrundfahrt für jedermann. Heute ist er nur noch selten auf der Linie U3 unterwegs und größtenteils ausrangiert. Mittlerweile hat der DT5 als moderner Nachfolger den DT3 zur Verkehrsentlastung abgelöst. Diese Eigenschaften schreibt sich auch der U3-Fiete als legitimer Nachfolger auf die Fahne.

Über die Kampagne „Fahr ein schöneres Hamburg“

Mit dem „Bündnis für den Radverkehr“ im Juni 2016 hat die Stadt Hamburg sich selbst das Ziel gesteckt, den Radverkehr zu verbessern und so eine fahrradfreundlichere Stadt zu werden. Neben den beschlossenen baulichen Maßnahmen und den Serviceangeboten setzt die Hamburg Marketing GmbH in enger Abstimmung mit der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation eine Kommunikationskampagne zur Stärkung des Radverkehrs und zur Steigerung der Lebensqualität in Hamburg um. Die Kampagne wurde von der Agentur Jung von Matt/SPORTS konzipiert und umgesetzt.

Ziel der dreijährigen Kampagne ist es, die Bereitschaft für das Radfahren zu steigern, das Engagement der Stadt sicht- und erlebbarer zu machen, die Fahrradfreundlichkeit Hamburgs zu vermitteln und das Klima unter den Verkehrsteilnehmern Hamburgs zu verbessern. Kurzum: Unter dem Motto „Fahr ein schöneres Hamburg“ soll der Stellenwert des Radfahrens innerhalb des städtischen Mobilitätsmix hervorgehoben werden.

Seit dem Kick-off Anfang Mai geht die Hamburger Radkampagne „Fahr ein schöneres Hamburg“ in die Vollen: unter anderem mit dem Radsong „Von Hamburg bis zum Meer“, dem Tattoo-Fiete, dem „Weg der Lichter“ und der „Blauen Route“ im Rahmen des Blue Port Hamburg. Weitere Informationen zu den Kampagnen-Inhalten finden Sie unter www.fahrrad.hamburg.

Foto / Quelle: „obs/Jung von Matt/sports GmbH“, www.fahrrad.hamburg

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