Mehr Sicherheit durch autonomes Fahren?

Die Entwicklung selbstfahrender Automobile erhöht auf Dauer die Sicherheit auf den Straßen. Diese These vertritt die internationale Technologie- und Innovationsberatungsgesellschaft Invensity (www.invensity.com).
Paul Arndt, Principal Consultant bei Invensity, erklärt: „Autonomes Fahren ist einer der großen Trends in der Automobilbranche.

Serienfahrzeuge in finaler Erprobung
Die ersten Serienfahrzeuge, die diese Technologie mit Einschränkungen umsetzen, sind bereits auf dem Markt oder in der finalen Erprobung. Das Thema wird im nächsten Jahrzehnt mit Sicherheit eines der prägenden Themen für die Entwicklungsabteilungen der Automobilbranche sein. Das wichtigste Ziel wird dabei darin bestehen, die Technologie von der heutigen Beschränkung auf Autobahnfahrten zu befreien, und damit autonomes Fahren in allen Verkehrssituationen zu ermöglichen.“

•    Konnektivität und Autonomie – zwei Schlüssel für sichere Mobilität
•    Die Dimensionen der Fahrzeugsicherheit nehmen zu
•    Erster Automotive-Prozess-Standard für Cyber-Security
•    Software ist Risiko und dennoch der Schlüssel zu mehr Sicherheit
•    Best Practices aus allen Branchen werden konsolidiert

Die Sicherheit wird laut Invensity vor allem durch die Vernetzung von Fahrzeugen untereinander und mit der Umwelt bedroht. Die Vernetzung bringt insbesondere in Verbindung mit autonomem Fahren viele Vorteile. Der Verkehrsfluss könnte durch Kooperation der Verkehrsteilnehmer optimiert werden.

Invensity gibt zu bedenken, dass dafür Aktionen wie Beschleunigen, Abbremsen oder Richtungsänderungen an andere Fahrzeuge kommuniziert werden müssen. Dazu Paul Arndt: „Alle diese Anwendungsfälle schaffen etwas, das tatsächlich neu ist – nämlich Schnittstellen, die eine Beeinflussung des Fahrzeugs von außen ermöglichen. Damit wird es nötig, sich in systematischer Art und Weise mit der gesamten Fragestellung der Sicherheit zu beschäftigen.“

Das Navi, nicht mehr weg zu denken - aber das Auto ganz alleine fahren lassen
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Der Principal Consultant erklärt in diesem Zusammenhang, dass die Sicherheit von Software zwei Dimensionen aufweist. Functional Safety hat den Schutz der Umwelt vor dem Fahrzeug zum Inhalt. Cyber Security hat die Aufgabe, das System vor Manipulationen zu schützen.

Dazu Paul Arndt: „Das Risiko, das von einer Manipulation ausgeht, hängt von zwei Faktoren ab: Wie gravierend wirkt sich eine Manipulation aus und wie leicht ist diese Manipulation herbeizuführen? Für den zweiten Faktor ist es besonders gravierend, wenn eine Manipulation möglich ist, ohne physischen Kontakt zum System zu haben. Dies wird insbesondere durch vernetzte Systeme möglich.“

Erster Standard für Automotive CyberSecurity
Invensity verweist darauf, dass mit dem „SAE J3061 –  ¬Cybersecurity Guidebook for Cyber-Physical Vehicle Systems“ der weltweit erste Automotive-Process-Standard für Cyber Security vorliegt. Dabei darf getrost unterstellt werden, dass die Anzahl und Professionalität der Hacker-Angriffe immer weiter zunehmen wird.

Bislang gehören soweit bekannt vor allem Finanzinstitute, Energiekonzerne, Industrieanlagen, Telefongesellschaften, Elektronik- und IT-Konzerne sowie staatliche Einrichtungen, Behörden und Politiker zu den Opfern. Es ist jedoch nur eine Frage der Zeit, wann der erste Automobilhersteller im großen Stil einen Angriff erfahren wird.

Aber der Wandel der klassischen Autohersteller zum Softwareentwickler mit Cyber Security-Knowhow fällt den Konzernen nicht leicht, urteilt Invensity. Arndt erklärt: „Der Umgang mit Komplexität – hervorgerufen durch einen steigenden Softwareanteil – war schon die letzten 15 Jahre schwierig für die Branche. Durch die Vernetzung und die damit verbundenen Softwaresicherheitsthemen steigt diese Komplexität nochmals signifikant an.“

Problemfeld Software-Updates
Hinzu kommt das Problemfeld der Software-Updates. Neue Software wurde in Fahrzeugen bislang höchstens aufgespielt, wenn der Wagen in die Werkstatt kam. Die Rückrufaktionen in der Autobranche funktionieren fundamental anders, als das Verteilen eines Software-Patches etwa an Smartphones über das Mobilfunknetz.

Damit verbunden ist die Frage: Muss ein Automobilhersteller über den gesamten Lebenszyklus seiner Modelle hinweg zumindest Sicherheitsupdates anbieten? Es wäre in einer software-dominierten Wirtschaft sicherlich konsequent, die Zulassung für ein Modell auf den Zeitraum zu beschränken, für den Update-Unterstützung gewährleistet ist. Von einem Fahrzeug erwartet der Kunde, dass es 20 oder 25 Jahre hält.

Es wird sich in der Automobilbranche also eine Richtschnur herauskristallisieren müssen, wie lange ein Fahrzeug in der Regel durch Software unterstützt wird. Paul Arndt, Principal Consultant bei Invensity, resümiert: „Am Ende wird Autofahren in der Zukunft um ein Vielfaches sicherer sein, als heutzutage. Aber bis dahin muss die gesamte Branche noch einen ganzen Berg von Herausforderungen bewältigen.“

Foto / Quelle: Invensity GmbH

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