50-jähriges Unternehmensjubiläum: Lehrjahre sind keine Langhaarjahre

Wenn man 50 Jahre in einem Unternehmen arbeitet, das nächstes Jahr wiederum sein 90-jähriges Bestehen feiert, dann kann man mit Fug und Recht von sich behaupten, dort sein berufliches Lebenswerk vollbracht zu haben und eine Institution zu sein. Und jeder, der unseren Jubilar Rolf-Dieter „Schulle“ Schulz jemals persönlich kennengelernt hat, wird das auch so bestätigen.

Und so selten, wie eine so lange und erfolgreiche Firmenzugehörigkeit heutzutage ist, so spektakulär nahm diese Geschichte im Oktober 1969 ihren Anfang. In den aufregenden Monaten rund um die erste bemannte Mondlandung und das legendäre Woodstock Festival muss der 17-jährige Schulle bereits vor Antritt seiner Lehrjahre und noch vor dem Vorstellungsgespräch bei Henri Benthack sein erstes Opfer für die Arbeitswelt bringen: Die langen Haare müssen ab! Aber was tut man nicht alles für die Karriere – und welche kreativen Lösungen bringt so ein „Einschnitt“ nicht sogar noch hervor.

Rolf-Dieter Schulz
Rolf-Dieter Schulz

Lehrjahre sind keine Langhaarjahre

Denn der heute 67-jährige HSV-Fan sollte Schützenhilfe aus der allerersten Reihe der Geschäftsführung erhalten, um seine nach und nach wieder herangezüchtete Haarpracht und seine Lehrstelle behalten zu können. Niemand geringeres als Gerdi Benthack, die Frau des gestrengen Geschäftsführers Henri Benthack, besorgte dem Hardrock Fan eine Kurzhaarperücke, die er jedes Mal dann schnell aufsetze, wenn der Chef sich ankündigte und in Sichtweite kam.

Und so sind ihm die Lehrjahre zwar als harte Schule und anstrengende Zeit in Erinnerung geblieben, in der er die ersten vier Monate hauptsächlich im Lager geschuftet hat – damals noch ohne Gabelstapler! Und trotzdem hat er nach drei Jahren erfolgreich seinen Abschluss zum Groß- und Einzelhandelskaufmann im Bereich Baustoffe gemacht und seinen Platz im Unternehmen bis auf die 15-monatige Zeit bei der Marine bis heute mit jede Menge Herzblut und Engagement ausgefüllt.

„Wort ist Wort!“

Und diese enge Bindung an das Unternehmen, so empfindet es der leidenschaftliche Hobbygärtner, wurde auch stets durch die Geschäftsführung selbst gefördert, sei es durch das gemeinsame Durchstehen von haarigen Angelegenheiten oder in wirklich brenzligen Situationen wie nach einem misslungenen Auftrag mit Gewährleistung, in der Frau Benthack das Unternehmen durch persönliche finanzielle Investition rettete.

Generell sind es grundlegende Faktoren wie Vertrauen und Ehrlichkeit, die Rolf-Dieter Schulz während der letzten fünfzig Jahre durch sein erfolgreiches Berufsleben getragen haben. Bis heute legt er enormen Wert auf enge Kundenbindungen, aus denen sich sogar Freundschaften entwickelt haben. So sorgte auch in Sondersituationen wie zum Beispiel dem Fall der Mauer dieses zwischenmenschliche Bündnis in einer sonst eher rauen Geschäftswelt dafür, dass das stark erhöhte Materialbedürfnis durch freundschaftliche Zuteilung der Industrie gedeckt werden konnte.

Und auch wenn früher ein Handschlag und die mündliche Zusage für eine Auftragserteilung ausreichend war – „Wort ist Wort“, heute muss alles doppelt und dreifach verschriftlicht und abgesichert werden – lässt sich Schulle noch immer von diesen Werten leiten und arbeitet noch bis Ende 2020 an wichtigen Großaufträgen mit. Sein weicher Ausstieg aus dem Berufsleben erfolgt auf Raten, aber er ist mit ungebremstem Tatendrang dabei, gibt sein Wissen und seine Erfahrung bist zum letzten Tag weiter, sowohl im Unternehmen selbst als auch auf Kunden- und Lieferantenseite.

Die Verbindung steht

Und was kommt danach? In der neuen Freizeit? Ganz viel Garten und Genuss! 1500 qm Gartenfläche warten darauf beackert zu werden und genießerisches Reisen wollen angetreten werden, wie jüngst zum Naturfilm Festival in Eckernförde. Aber vorher wird nochmal so richtig gefeiert. Mit 70 geladenen Gästen richtet das Unternehmen Benthack zu Ehren von Rolf-Dieter Schulz ein Jubiläumsfest in seiner Stammkneipe aus, sein Sohn heizt als DJ ein und es soll gerockt und gefeiert werden, bis in die frühen Morgenstunden.

„Vertrauen gewinnt man, in dem man zu seinem Wort steht und auch besonders dann, wenn es mal Probleme gibt,“ sagt Schulle. Und wir danken ihm für all das Vertrauen, die Leidenschaft und den Tatendrang, die er die vergangenen fünfzig Jahre für das Unternehmen Benthack an den Tag gelegt hat. Offen und ehrliche Kommunikation untereinander, miteinander arbeiten, nicht gegeneinander, Hilfe geben, wenn jemand darum bittet, das verbindet – und zwar auch noch lange über das Jubiläum hinaus. Alles Gute, Schulle!

Foto / Quelle: Henri Benthack GmbH & Co. KG

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