Belgier schuld? Nächste bedeutende Chemiefirma insolvent

Eines der größten Chemieunternehmen in Sachsen-Anhalt ist in Schieflage geraten. Der Firmenverbund Domo Caproleuna GmbH und Domo Chemicals GmbH aus Leuna (Saalekreis) hat Insolvenz angemeldet, bestätigte der vorläufige Insolvenzverwalter Lucas Flöther der in Halle erscheinenden Mitteldeutschen Zeitung (MZ).

Betroffen sind am Standort etwa 550 Mitarbeiter. Auch die Domo Engineering Plastics GmbH aus dem brandenburgischen Premnitz ist insolvent. Gesten ist die Belegschaft in Leuna informiert worden.

Chemieanlage (Beispielfoto) /

Chemieanlage (Beispielfoto) / © pixabay.com – SatyaPrem

Nach MZ-Informationen ist der Grund für die überraschende Insolvenzanmeldung am ersten Weihnachtsfeiertag eine Überschuldung des belgischen Mutterunternehmens Domo. Offenbar konnten finanzielle Verbindlichkeiten nicht mehr bedient werden. Details sind noch nicht bekannt.

Auslastung ist zufriedenstellend

Domo produziert am Standort Leuna unterschiedliche Produkte, eines der wichtigsten ist Polyamid 6, ein hitzebeständiger Kunststoff, der etwa in Motorräumen von Fahrzeugen, in Schaltschränken, aber auch für die Produktion von Outdoor-Kleidung eingesetzt wird. Während der Energiepreiskrise im Jahr 2022 rutschte das Werk in die Verlustzone.

Im Frühjahr 2025 investierte das Unternehmen in neue Anlagen im Chemiepark Leuna. Domo-Vertriebschef Vedran Kujundzic erklärte im Mai gegenüber der MZ, dass das Werk wieder schwarze Zahlen schreibt. „Die Auslastung ist zufriedenstellend“, sagte der Manager und gab ein starkes Bekenntnis zum Standort ab: „Wir bleiben und investieren in die Zukunft.“

Quelle / Fotos: mz.de / © pixabay.com

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