BlaBlaCar gibt von Hamburg aus Gas

Social Web statt Tramperdaumen – Deutschland ist das Heimatland des kollektiven Autoreisens. Zum günstigen Kurs bieten seit den 1980er Jahren gleich mehrere Mitfahrbörsen erfolgreich ihre Dienste an. Doch hohe Vermittlungsgebühren und komplizierte Abrechnungsmodelle sorgen aktuell für Furore.

Mit BlaBlaCar gibt das europaweit aktive Unternehmen nun auch in Deutschland unter blablacar.de Gas. Kostenlos für alle Nutzer, sicher und einfach bietet die Onlinecommunity künftig günstige Autotrips quer durch Europa oder in die nächstgelegene Stadt. In Deutschland operiert BlaBlaCar von Hamburg aus.

BlaBlaCar
BlaBlaCar

Hamburg – Paris für 35,- Euro, Frankfurt – Madrid für 51,- Euro, London – Rom für 65,- Euro – ein Blick auf die Internetseite von BlaBlaCar offenbart: Billiger Reisen geht wohl nur noch zu Fuß. Das Grundprinzip ist seit rund drei Jahrzehnten durch verschiedene Mitfahrbörsen erprobt. Und doch heben sich Aufbau und Funktionsweise von BlaBlaCar deutlich von den Mitbewerbern ab.

„Profit machen“ ist bei BlaBlaCar verpönt. „Die Fahrer teilen sich ihre Kosten mit den Mitfahrern. Jeder spart dabei. Da wir die möglichen Preise nach oben deckeln, ist Abzocke ausgeschlossen“, verrät der deutsche BlaBlaCar-Geschäftsführer Olivier Bremer. „Bei BlaBlaCar steht klar der Communitygedanke im Vordergrund. Wir geben dem Markt eine Plattform, auf der eben nicht nur Angebot auf Nachfrage trifft, sondern sich echte Menschen, die möglicherweise stundenlang nebeneinander im Auto sitzen, erst einmal kennenlernen können . Im Gegensatz zu Mitbewerbern erheben wir dafür keinerlei Gebühren und vermarkten auch nicht die Daten unserer Nutzer.“

Olivier Bremer
Olivier Bremer

BlaBlaCar überträgt den sozialen Gedanken des Teilens in das digitale Zeitalter. Fahrer und Beifahrer können sich anhand von persönlichen Profilen bereits vor der Fahrt ein genaues Bild des Reisebegleiters machen. Foto, Autotyp, Alter, Interessen und Bewertungen von anderen Usern – alles Informationen, die ebenso wie der Fahrpreis bei der Ausw ahl eine Rolle spielen. Sogar die Gesprächsfreudigkeit wird bei BlaBlaCar abgefragt.

Schließlich möchte nach einer anstrengenden Arbeitswoche nicht unbedingt jeder auf Tuchfühlung mit der Familiengeschichte seiner Mitreisenden gehen. Für andere ist gerade dies das Salz in der Suppe. Jedes Mitglied kann anhand einer Einstufung von einem bis drei „Blas“ angeben, ob es eher seine Ruhe haben will oder einen lebendigen Plausch während der Fahrt vorzieht. Ein Feature, das nicht nur dem Unternehmen zu seinem Namen verhalf, sondern von den Nutzern wie viele weitere innovative Funktionalitäten intensiv genutzt wird.

Europaweit nutzen monatlich rund eine halbe Million Menschen die Angebote von BlaBlaCar – Tendenz weiter steigend. Der Trend zur Share Economy, also die Veränderung des gesellschaftlichen Verständnisses vom Haben zum Teilen, ist eines der großen Themen dieser Zeit. Hier liegen großartige Chancen, die durch das Internet überhaupt erst möglich wurden.

„Wohnungen, Kleidung, Dienstleistungen oder einfach Dinge, die man besser leiht, als im Keller zu horten – mit dem Trend zum Tauschen ändert sich vor allen Dingen unser Blick auf die Wichtigkeit von Eigentum. Menschen, die teilen, sind oftmals fröhlicher, freundlicher und netter. So wie unsere Mitglieder“, schmunzelt Bremer.

Damit diese Fröhlichkeit bleibt, ist die Verbindlichkeit der Absprachen unter den einzelnen Mitgliedern besonders wichtig. Wer einmal im Nieselregen an der Tankstelle auf einen Fahrer gewartet hat, der dann doch nicht kam, hat schnell die Faxen dicke. Um solchen Enttäuschungen vorzubeugen, ist die Angabe einer verifizierten Mobilfunknummer Pflicht. Für zusätzliche Sicherheit sorgen die Bewertungen anderer Nutzer, die ihre Erfahrungen teilen.

Mit finanziellem Rückenwind vom Facebook-Investor Accel Partners und ISAI operiert BlaBlaCar in mittlerweile zehn europäischen Ländern und hat Büros in Paris, London, Warschau, Madrid, Mailand und nun auch in Hamburg. Die mittlerweile über drei Millionen Mitglieder zählende Community soll jetzt auch kräftig in Deutschland wachsen und startet auch hier nicht bei null. Längst haben sich viele deutsche Fahrer und Mitfahrer in anderen Ländern bei BlaBlaCar registriert – denn viele Fahrten gehen über Ländergrenzen hinweg…

Fotos & Web: blablacar.de

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