Viele Häuser sind bei Extremwetter nicht abgesichert

(djd/pt). Unangenehme Wetterereignisse wie heftige Stürme, starke Regenfälle und Überschwemmungen prägen bisher den Sommer 2012. In Deutschland werden diese Kapriolen in den kommenden 30 Jahren weiter zunehmen. Darüber waren sich die Experten bereits im März 2012 beim 7. Extremwetterkongress in Hamburg einig.

„Wir werden uns anpassen müssen“, sagte damals beispielsweise der Vizepräsident des Deutschen Wetterdienstes, Paul Becker, auf dem Kongress. Die Zahl wetterbedingter Naturkatastrophen hat sich hierzulande bereits seit den 1970er Jahren des letzten Jahrhunderts mehr als verdreifacht.

Wetterphänomene richten hohe Schäden an
Wetterphänomene richten hohe Schäden an

Ein Beispiel für eine extreme Wettersituation war im August 2010 Tief „Cathleen“, das es im Münsterland innerhalb von nur 24 Stunden doppelt so viel regnen ließ wie sonst in einem ganzen Monat. Katastrophenalarm, zahlreiche überflutete Grundstücke, vollgelaufene Keller und beschädigte Wohnungen waren die Folge.

Mit solchen sintflutartigen Regenfällen hatte niemand gerechnet. Und genau das ist bis heute das Problem: Extremwetterereignisse werden in Deutschland unterschätzt – viele Haushalte besitzen noch keinen entsprechenden Versicherungsschutz. Nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sind bei 70 Prozent der Wohngebäude- und bei 83 Prozent der Hausratverträge keine erweiterten Elementargefahren eingeschlossen.

Um sich vor extremen Wetterereignissen wie Starkregen, Hochwasser oder Überschwemmung zu schützen, benötigen Hausbesitzer und Mieter nämlich eine sogenannte Elementarschadenversicherung. „Die Versicherung kann als Zusatzbaustein zur Hausrat- und Wohngebäudeversicherung abgeschlossen werden“, erläutert Steffen Fries, Experte für die Absicherung von Naturgefahren beim Versicherer AXA.

Schutz bieten Versicherungen
Schutz bieten Versicherungen

Auch bei Erdbeben, Erdfall, Erdrutsch, Lawinen, Schneedruck, Vulkanausbruch und Rückstau leiste eine solche Versicherung Entschädigung. Eine klassische Wohngebäude- oder Hausratversicherung übernimmt dagegen nur Schäden, die durch Brand, Blitzschlag, Explosion, Sturm oder Hagel und durch Leitungswasser entstehen.

„Die Elementarschadenversicherung stellt eine sinnvolle Ergänzung zu dieser Basisabsicherung dar“, betont Fries. Er empfiehlt besonders Immobilienbesitzern, Eigenvorsorge zu betreiben und die entsprechenden Versicherungen zu überprüfen. Bei der Versicherung von Naturgefahren werden verschiedene Gefährdungsklassen berücksichtigt, da das Risiko sehr stark variieren kann.

„Nahezu 99 Prozent aller Wohngebäude in Deutschland lassen sich heute problemlos gegen Überschwemmungsschäden versichern. Nur für einige wenige Objekte, die in stark gefährdeten Gebieten liegen, bedarf es einer individuellen Prüfung, ob Versicherungsschutz geboten werden kann“, sagt Steffen Fries. Das betrifft etwa Gebäude in unmittelbarer Rheinnähe, bei denen regelmäßig – also mindestens alle zehn Jahre – mit Überschwemmungen zu rechnen sei.

Das "virtuelle Haus" von AXA
Das „virtuelle Haus“ von AXA

Um die Bürger auf das Risiko durch Extremwetterereignisse aufmerksam zu machen und die Versicherungsdichte zu erhöhen, haben in letzter Zeit mehrere Bundesländer – darunter Bayern, Sachsen und Niedersachsen – umfassende Informationskampagnen gestartet.

Einige Versicherer wie beispielsweise AXA unterstützen diese Kampagnen. „Je mehr Hauseigentümer und Mieter für die Gefahr von Extremwetterereignissen sensibilisiert werden, desto besser“, betont Steffen Fries.

Oft lassen sich Schäden an Hab und Gut durch entsprechende Vorbeugung vermeiden oder zumindest mindern. Um auf Risiken aufmerksam zu machen und praktische Tipps zur Schadenprävention zu geben, hat der Versicherer AXA ein „virtuelles Haus“ gebaut.

Neben Gefahrenquellen im Haus finden Besucher auch wertvolle Informationen zu sogenannten Elementargefahren wie Überschwemmungen, Erdbeben, Erdfall, Schneedruck, Sturm und Hagel.

Web: axa.de/virtuelleshaus

Fotos: djd/AXA

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