Es gibt in fast jeder Hamburger Wohnung diese eine Schublade. Ladekabel für Anschlüsse, die es nicht mehr gibt, ein Netzteil unbekannter Herkunft, zwei Kopfhörer ohne Partner. Und ganz unten, mit einem Staubfilm auf dem Display, ein altes Telefon.
Der Digitalverband Bitkom hat im April 2026 hochgerechnet, wie viele davon im Land herumliegen. 167 Millionen. Das sind 28 Millionen weniger als im Jahr davor, und immer noch genug, dass rechnerisch auf jeden Erwachsenen mehr als zwei kommen. 86 Prozent der Befragten bewahren mindestens ein ausrangiertes Gerät zu Hause auf.

Altes iPhone aufheben ist an sich eine gute Idee
Fast die Hälfte hebt es für den Notfall auf
Bitkom hat auch nach dem Grund gefragt. Ganz vorne steht der Notfall. Knapp die Hälfte will ein Ersatzgerät haben, falls das aktuelle ausfällt. Dahinter folgen Datenschutzbedenken, emotionale Bindung und schlicht die fehlende Zeit, sich darum zu kümmern.
Das klingt vernünftig und hält der Praxis trotzdem nicht stand. Ein Akku, der drei Jahre ungeladen im Dunkeln liegt, ist tiefentladen und nimmt oft gar keine Ladung mehr an. Sicherheitsupdates hat das Gerät seit Jahren keine bekommen, für Bankgeschäfte fällt es damit aus. Die SIM-Karte steckt längst im aktuellen Telefon. Und die Zugangsdaten, die Sie zum Einrichten bräuchten, liegen in einem Passwortmanager auf genau dem Gerät, das gerade kaputtgegangen ist.
Der Ernstfall trifft das Telefon, das Sie täglich benutzen, und dort lohnt sich der Aufwand umso mehr, je teurer es ist. Apple hat am 9. September mit dem iPhone Duo sein erstes faltbares Modell vorgestellt, das in Deutschland ab 2.299 Euro kostet. Wer es in der Jackentasche trägt, riskiert bei einem Sturz gleich zwei Displays und ein Scharnier. Eine Hülle fürs iPhone Duo kostet einen Bruchteil einer Displayreparatur und fängt genau die Stürze ab, nach denen man plötzlich über Ersatzgeräte nachdenkt.
167 Millionen Geräte, die nichts mehr tun
Der Berg ist kein deutsches Phänomen. Die EU-Kommission schätzte schon 2023, dass in europäischen Schubladen mehr als 700 Millionen alte Telefone liegen, also fast zwei pro Einwohner. Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder weist regelmäßig darauf hin, was darin steckt. Gold, Silber, Kupfer, Seltene Erden.
Interessanter als der Rohstoffwert ist der Gebrauchswert. Ein Gerät aus dem Jahr 2021 ist kein Elektroschrott. Es telefoniert, es fotografiert ordentlich, es bekommt zum Teil noch Updates, und für jemanden, der gerade ein erstes eigenes Telefon braucht, reicht es vollkommen aus. Es bleibt trotzdem liegen, weil das Weitergeben Arbeit macht und das Aufbewahren keine.
Achten Sie beim nächsten Umzug darauf, wie viele davon beim Ausräumen auftauchen. Vier oder fünf sind in einem Haushalt völlig normal.
Immerhin sinkt die Zahl. 2022 waren es noch 210 Millionen, im Jahr darauf 206, dann 199. Der Trend zeigt seit Jahren nach unten, nur eben sehr gemächlich.
Beim Weitergeben zählt der Zustand des Gehäuses
Wer ein Gerät weiterreicht, merkt schnell, woran es hängt. Selten am Alter, selten am Akku, fast immer am Zustand des Gehäuses. Ein zerkratzter Rahmen und eine abgeplatzte Ecke lassen ein voll funktionsfähiges Telefon nach Restposten aussehen, und der nächste Besitzer behandelt es dann auch so.
Geben Sie das alte Telefon mit einer neuen Hülle an ein Familienmitglied weiter, übergeben Sie ein Gerät, das jemand gerne benutzt, und nicht bloß eines, das jemand geschenkt bekommt. Der Unterschied kostet zwanzig Euro und entscheidet oft darüber, ob das Telefon zwei weitere Jahre in Gebrauch bleibt oder nach drei Wochen wieder in einer Schublade landet.
Wie gut ein Telefon beim Weitergeben aussieht, wird allerdings viel früher festgelegt. Jede neue Generation schiebt in vielen Haushalten ein Gerät Richtung Schublade, gerade jetzt, wo das iPhone 18 Pro Max in den Handel kommt. In drei oder vier Jahren ist das neue Modell selbst an der Reihe, und ob es dann als Geschenk taugt oder nach Restposten aussieht, hängt vor allem daran, ob es von Anfang an geschützt war. Eine Hülle für das iPhone 18 Pro Max, die vom ersten Tag an drauf ist, sorgt dafür, dass Rahmen und Ecken beim nächsten Besitzer noch fast so aussehen wie beim Auspacken.
Vor der Übergabe zurücksetzen und abmelden
Ein Punkt kostet fünf Minuten und wird trotzdem ständig übersprungen. Melden Sie sich aus allen Konten ab, bevor Sie das Gerät aus der Hand geben, und setzen Sie es anschließend auf Werkseinstellungen zurück. Bei Apple-Geräten gehört dazu, die Aktivierungssperre zu lösen, sonst kann der neue Besitzer das Telefon nicht einrichten.
Damit ist auch das zweitwichtigste Argument aus der Bitkom-Umfrage erledigt. Wer aus Sorge um seine Daten nichts weitergibt, hat ein Problem, das sich in einer Viertelstunde lösen lässt.
Und wenn ein Gerät wirklich am Ende ist, gehört es zu einer kommunalen Sammelstelle. Die großen Mobilfunkanbieter nehmen Altgeräte ebenfalls zurück. Im Hausmüll hat davon nichts etwas verloren, schon wegen des Akkus. Sortieren Sie beim nächsten Kabelsuchen die Telefone gleich mit aus. Zwei Stapel reichen, einer zum Weitergeben und einer für die Sammelstelle.
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