Hamburger BSU und Dipl.-Ing. Kolja Winkler diskutierten Alternativen zur Weißen Wanne

Die Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) und Dipl.-Ing. Kolja Winkler waren sich bei der Baustellenbesichtigung eines neuen Wohngruppenhauses in Hamburg-Sülldorf einig: Es besteht Aufklärungsbedarf über die Nutzung von Regenwassersielen und den Umgang mit aufstauendem Sickerwasser.

Und: In den Bebauungsplänen sollte der Terminus „Weiße Wanne“ durch „druckwasserdichte Kellerausführung“ ersetzt werden. Denn wie das Abg®-Kellerdicht-System vor Ort verdeutlichte: Es gibt Alternativen zur Weißen Wanne, die auf Beton verzichten und ein Wohnraumklima garantieren.

Sie sind typisch für die Hamburger Geologie: sehr wenig wasserdurchlässige Böden. Hohe Grundwasserstände mit den Lastfällen „aufstauendes Sickerwasser“ oder „von außen drückendes Wasser“ (DIN 18195 Teil 5 und 6) gehören für Bodengutachter, Bauherren, Bauunternehmer und Behörden zum Alltag in der Hansestadt.

Kolja Winkler (mitte) diskutiert mit Bauexperten von der Hamburger Behörde für Stadtentwicklung
Kolja Winkler (mitte) diskutiert mit Bauexperten von der Hamburger Behörde für Stadtentwicklung

Dennoch werfen die Lastfälle immer wieder Fragen auf: Wohin mit dem Regenwasser? Wie muss der Kellerbau abgedichtet werden?

Diese Fragen diskutierte Dipl.-Ing. Kolja Winkler am 18. Februar 2015 im Rahmen einer Ortsbesichtigung mit vier Experten der Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt und der Abteilungsleiterin der Bebauungsplanung des Bezirks Hamburg-Altona.

Besichtigt wurde der Rohbau eines neuen Wohngruppenhauses in Hamburg-Sülldorf, das dazu dienen wird, Menschen mit geistiger Behinderung zu betreuen. Konsens herrschte zwischen den Experten, dass Regenwassersiele häufig von Bauunternehmen missbraucht werden, um bei Neubauten aufstauendes Sickerwasser über eine Drainage abzuleiten. Doch die Siele dienen nur zur Entwässerung von Oberflächenwässern von Dächern und versiegelten Flächen.

Aufstauendes Sickerwasser darf nicht als Regenwasser behandelt werden, der Anschluss einer Drainage ans Siel wird nicht genehmigt. Da die Baufirmen aber häufig nicht wissen, wie sie das Wasser von ihren nicht druckwasserdichten Kellern fernhalten können, kommt diese Praxis dennoch zum Einsatz.

„Oftmals ist ihnen auch nicht bewußt, dass dies verboten ist, weil es früher so gemacht wurde“, berichtete Kolja Winkler aus der Praxis und machte deutlich: „Hier besteht Aufklärungsbedarf, was erlaubt und was nicht erlaubt ist und vor allem wie es richtig umgesetzt werden kann.“ Einigkeit herrschte auch darüber, dass in den Bebauungsplänen der Terminus „Weiße Wanne“ durch „druckwasserdichte Kellerausführung“ ersetzt werden sollte.

Aus seiner Praxis erläuterte Winkler, dass die spezifische Terminologie bei Bauherren und Bauunternehmern zur Verunsicherung führt. Schließlich ist die „Weiße Wanne“ nur eine unter mehreren druckwasserdichten Kellerausführungen. Dass eine solche auch ohne Beton herzustellen ist, erklärte Winkler den Behördenvertretern an Hand des Abg-Kellerdicht-Systems.

Damit die zukünftigen Sport- und Ausstellungsräume im Untergeschoss des Wohngruppenhauses ein Wohnraumklima bieten und absolut wasserdicht sind, beauftragte die Grundstücksgesellschaft – betreut durch die Behrens & Kauffmann KG (GmbH & Co.) – die Hamburger Abdichtungen, Boden- und Gewässerschutz GmbH (Abg) das neue Gebäude mit dem patentierten Abg®-Kellerdicht-System abzudichten.

„Das System stammt aus dem Tankstellen- und Deponiebau, wo es darauf ankommt, dass keine Schadstoffe in die Umwelt gelangen. Und was so dicht ist, dass nichts mehr nach außen dringt, hält auch zuverlässig Wasser aus dem Boden davon ab, die Kellerwand zu durchdringen“, erläuterte Winkler.

Er zeigte den Behördenexperten die Abg-Dichtungsbahn aus Polyethylen hoher Dichte, die von den Abg-Industrieschweißern vor Ort bei der Abdichtung des Mauerwerks verarbeitet wurde, sowie die Abg®-Atmungsfixbahn, die eine Hinterlüftung der Kellerwände gewährleistet und nach dem Prinzip des zweischaligen Mauerwerks anfallendes Kondenswasser kontrolliert abführt.

Winkler: „Der Bauherr hat sich außerdem für das Abg®-Kellerdicht-System entschieden, da es den Einsatz von Poroton-Wärmedämmsteinen auch im Untergeschoss des Neubaus ermöglicht und somit den künftigen Bewohnern ein gesundes Wohnklima ermöglicht.“

Für Antje Jank von der Bauleitplanung der BSU war es ein sehr informativer Termin, der sich gelohnt hat: „Die Veranstaltung kam bei den Kollegen sehr gut an. Wir werden die Informationen hier in der Abteilung weiter tragen. Auch der Einsatzfall Kellernachdichtung im Bestand ist für uns interessant, da wir Anlaufstelle für Bürger mit feuchten Kellern sind.“

Foto / Quelle: Abg Abdichtungen Boden- und Gewässerschutz GmbH

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