Warum fallen deutsche Aktien im Vergleich so stark? 

Europa: viel Geschichte, wenig Zukunft? Geht es zumindest nach vielen Anlegern, dann steuern die hiesigen börsennotierten Unternehmen nicht auf rosige Zeiten zu. Für Deutschland gilt dies in ganz besonderem Maße, wie aus einer neuen Studie von Block-Builders.de hervorgeht. Im Jahr 2007 hatten 46 der 100 wertvollsten Unternehmen der Welt den Sitz in Europa.

Inzwischen sind es nunmehr 16, davon kein einziges aus Deutschland. Im Jahr 2007 waren noch 7 der Top-100 Unternehmen aus der Bundesrepublik. Dabei könnte der Ausverkauf seinen Lauf nehmen. Investoren-Schwergewicht Ray Dalio wettet dieser Tage mit Short-Positionen gegen europäische Aktien. 38 Prozent seiner Positionen entfallen dabei auf deutsche Unternehmen.

Selbst Privatanleger in Deutschland schielen immer häufiger auf Konzerne jenseits des Atlantiks. Am häufigsten landete Amazon im Juli auf den Watchlists der deutschen Aktiendepots, gefolgt von Apple und Tesla. Zwar landen in der Top-10 auch 3 deutsche Konzerne (Biontech, Allianz, Bayer), doch befinden sich diese einerseits nicht auf den Spitzenpositionen, und andererseits ist dies ist auch nicht verwunderlich: Man spricht dabei vom Home Bias, der Tendenz von Investoren, den Heimatmarkt überproportional zu gewichten.

Europakarte mit fallendem Kurs
Unterschiedliche Faktoren trüben die Stimmung in Europa / © pixabay.com – PublicDomainPictures

Deutschland ganz hinten

Wenig erbaulich auch aus deutscher Sicht der Blick auf die vergangene Kursentwicklung. Im 12-Monats-Rückblick büßte der DAX beispielsweise 18,8 Prozent an Notierung ein, und damit mehr als Dow Jones (- 10,8 Prozent), NIKKEI 225 (-8,9 Prozent) und viele weitere. Auch bei einem Blick auf die vergangenen 3 Jahre schneidet der deutsche Leitindex deutlich schlechter ab.

Wie die Infografik aufzeigt, sehen 34 Prozent der europäischen Fondsmanager Spielraum für die Fortsetzung des Ausverkaufs europäischer Aktien. Nur etwas weniger – 32 Prozent – erwarten unterdessen, dass es wieder bergauf geht.

Unterschiedliche Faktoren trüben die Stimmung in Europa und allen voran Deutschland ein. Um nur 3 (teilweise miteinander verwobene) zu nennen: die Auswirkungen des Ukraine-Krieges, die Möglichkeit einer neuen Blockbildung mit potenzieller Entglobalisierung sowie die Tatsache, dass es fernab von SAP nur wenigen Akteuren gelang, im zukunftsträchtigen Tech-Segment eine herausragende Stellung einzunehmen.

Quelle / Fotos: block-builders.de / © pixabay.com

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