2015: Gedämpfte Erwartungen in der Hamburger Industrie

Eine jährliche Traditionsveranstaltung: Die „Konjunkturperspektiven“ des UVNord (Vereinigung der Unternehmensverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein), dem IVH (Industrieverband Hamburg) in Kooperation mit der Deutschen Bank AG, Region Nord, befasste sich mit der wirtschaftlichen Prognose für das Jahr 2015.

Michael Westhagemann, Vorsitzender des Industrieverbands Hamburg (IVH), sagte: „Die Hamburger Industrie ist Konjunkturmotor für den norddeutschen Raum als Auftraggeber für andere Branchen, als Impulsgeber für Forschung und Entwicklung und, nicht zuletzt, als größter Arbeitgeber und Ausbilder.“ Jedoch würde sich die allgemeine konjunkturelle Eintrübung, insbesondere auf den europäischen Märkten, dämpfend auf die künftige Geschäftsentwicklung der produzierenden Unternehmen auswirken.

Wirtschaftsprognosen haben zu Jahresende immer Hochkonjunktur
Wirtschaftsprognosen haben zu Jahresende immer Hochkonjunktur

Der im laufenden Jahr aufgetretene Konflikt mit Russland sowie die zunehmend labile politische Lage im Nahen Osten werden demnachdie Investitionstätigkeit der Unternehmen in 2015 schwächen.

Wichtigste Aufgabe der Wirtschaftspolitik, erläuterte Westhagemann, sei es jetzt, die Wachstumskräfte zu stärken, das Steuersystem entschlossener als bisher investitions- und wachstumsfreundlich zu gestalten.

Wachstum: Welt der drei Geschwindigkeiten
David Folkerts-Landau, Chief Economist und Mitglied des Group Executive Committee der Deutschen Bank AG, sagte, dass wir unshistorisch gesehen in einer sehr ungewöhnlichen wirtschaftlichen Situation befänden. Die großen Zentralbanken setzten die Zinsraten weiterhinin der Nähe von Null fest. Mehrere Industrieländer wiesen eine staatliche Verschuldungsquote von über 90 Prozent auf, darunterJapan, Frankreich oder Italien.

Erschwerend komme hinzu, dass Industrieländer in der Regel höher verschuldet sind als Entwicklungsländer. Zum Thema Wachstum hatteFolkerts-Landau zu sagen, dass wir in einer Welt der drei Geschwindigkeiten lebten: Entwicklungsländer wüchsen am rasantesten, die Vereinigten Staaten seien der Wachstumsmotor der Industrieländer und Europa wachse am wenigsten schnell.

Bessere Rahmenbedingungen für norddeutsche Unternehmen gefordert
Die Wachstumserwartungen für die kommenden Monate hätten sich deutlich reduziert, der Optimismus in Sachen Konjunktur, der noch Anfang dieses Jahres geherrscht habe,sei weitestgehend verflogen. Die Wirtschaftspolitik, gerade hier im Norden, sollte jetzt wieder mehr Gewicht auf bessere Rahmenbedingungen für Investitionen und neue Arbeitsplätze legen.

Der Hamburger Hafen ist einer der wichtigsten Eckpfeiler der Wirtschaft im Norden
Der Hamburger Hafen ist einer der wichtigsten Eckpfeiler der Wirtschaft im Norden

Damit kleine und mittlere Betriebe, Familien- oder Traditionsunternehmen im Norden – wie zum Beispiel Montblanc oder Schwarz Cranz – stetig wachsen können. Ende 2013 gaben immerhin 87 Prozent der 200 größten Hamburger Unternehmen an, im Jahre 2014 Personal aufzustocken oder die Zahl der Beschäftigten zumindest konstant zu halten.

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