Biokraftstoff: Erneuerbare Mobilität ist das Ziel

Zu Beginn des Jahres 2011 wurde der Verkauf von Super E10 gestartet, ein Ottokraftstoff, der einen Bioethanol-Anteil von bis zu zehn Prozent enthält. Spätestens seit der Einführung vor fünf Jahren wird kontrovers über das Thema Biokraftstoff diskutiert. Doch woraus genau wird dieser eigentlich gewonnen und ist er überhaupt zukunftsfähig?

Raps, Mais und Soja als Energiequelle

Bio boomt, auch im Kraftstoffbereich. Die Industrie setzt dabei auf vielfältige Möglichkeiten der Kraftstoffgewinnung. Am bekanntesten ist der Rapsdiesel, der aus Ölen und Fetten der Pflanze gewonnen wird. Bioethanol wird hingegen häufig aus Mais, Soja, Weizen oder Zuckerrohr gewonnen.

Da jedoch nicht jedes Auto diese Biostoffe verträgt, sind viele Autofahrer unsicher und greifen lieber zum gewohnten Benzin oder Diesel, um dem Motor nicht zu schaden. Laut Informationen des ADAC ist jedoch in den vergangenen fünf Jahren kein Auto aufgrund von E10 liegen geblieben, auch Schäden für den Motor konnten nicht festgestellt werden.

Reiner Biokraftstoff wird im Regelfall nicht verwendet, sondern mit Benzin vermischt, da nur die wenigsten Wagen einen hohen Biokraftstoffanteil vertragen. Die Verwendung zur Herstellung von Kraftstoffen aus Nahrungsmitteln wie Mais und Soja führt dazu, dass die entsprechenden Nahrungsmittelpreise in die Höhe getrieben werden.

Dies geschieht vor allem auf Kosten der ärmsten Menschen der Entwicklungsländer, auch große Flächen Regenwald müssen für Ackerflächen weichen. Bis 2020 sollen laut Beschluss der EU zehn Prozent des Treibstoffbedarfs der EU-Staaten durch erneuerbare Quellen gedeckt werden.

Kritik am Biokraftstoff wird nicht nur aufgrund der massiven Abholzung, sondern ebenfalls wegen der hohen Produktionskosten laut. Es besteht ein erhöhter Bedarf an Energie, Wasser und Dünger, der die Umweltfreundlichkeit des Treibstoffs in Frage stellt.

Grün tanken voll im Trend
Grün tanken mit Biokraftstoffen liegt voll im Trend

Auch Hanf als Kraftstofflieferant?

Als Alternative zur Gewinnung von Bioethanol ohne die Verwendung von Nahrungsmitteln wird oft die Hanf-Pflanze ins Spiel gebracht. Pflanzen wie Mais und Raps benötigen große fruchtbare Ackerflächen, die ohne Rodung des Urwaldes nicht geschaffen werden können. Die Hanfpflanze bietet den großen Vorteil, dass sie auch auf weniger fruchtbarem Boden wächst.

Jedoch gedeiht auch der Hanf am besten, wenn er auf fruchtbarem Land angebaut wird. Er bringt demnach dieselben Probleme wie die anderen Pflanzen mit sich, sodass es sinnlos ist, Hanf in großem Stil anbauen zu wollen. Durchaus sinnvoll wäre es jedoch, die Anwendung in kleinerem Maßstab aufzuziehen.

„Wenn die Landwirte Hanf vor Ort anbauen und verarbeiten könnten, um damit Biokraftstoffe für Landfahrzeuge und Maschinen zu erzeugen, dann könnten sie eventuell einen autarken „Kreislauf“ mit geringem Kohlenstoffausstoß schaffen und sich von fossilen Energieträgern unabhängig machen.

Hanf könnte im Rahmen der Fruchtfolge in bereits bestehenden Nahrungspflanzenkulturen angebaut werden und so weniger Auswirkungen auf die Lebensmittelpreise und den Einsatz fossiler Kraftstoffe  haben.“, schreibt das Portal Sensiseeds.

So kommt der Biokraftstoff in der Gesellschaft an

Bisher wird jedoch vor allem Mais (USA) und Raps (Europa) zur Biokraftstoffgewinnung genutzt. Dies wird sich in den nächsten Jahren trotz Hanfpflanze vermutlich nicht ändern. Laut einer repräsentativen Umfrage beurteilen rund 67 Prozent die Bio-Beimischungen positiv und 26 Prozent negativ.

Das skeptische Bild gegenüber dem Biotreibstoff scheint langsam abzuklingen und in eine positive Stimmung umzuschwenken. Der Markt für Biokraftstoffe bleibt jedoch aufgrund niedriger Erdölpreise und steuerlicher Belastung schwierig.

Foto: Image courtesy of ponsulak at FreeDigitalPhotos.net

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