Frühwarnsystem gegen Mediensucht bei Kindern

Die DAK-Gesundheit verbessert die Gesundheitsvorsorge für Kinder und Jugendliche. Zur Früherkennung von Mediensucht und Depressionen übernimmt die Krankenkasse in fünf Bundesländern neue Untersuchungen bei rund 2.500 Kinder- und Jugendärzten.

Am 1. Oktober starten im Rahmen einer Präventionsoffensive die Angebote für rund 200.000 Mädchen und Jungen in Bremen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Das Screening zur Computerspiel- und Social-Media-Sucht wird bundesweit erstmals eingesetzt und ergänzt bestehende Früherkennungen.

Frühwarnsystem gegen Mediensucht bei Kindern
Frühwarnsystem gegen Mediensucht bei Kindern

„Viele gesundheitliche Probleme von Erwachsenen haben ihren Ursprung in Kindheit und Jugend. Um spätere Süchte oder psychische Krisen zu vermeiden, gehen wir mit dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte neue Wege in der Vorsorge“, erklärt Andreas Storm, Vorstandschef der DAK-Gesundheit.

„Ein umfassendes Frühwarnsystem zur Mediensucht hat es bisher noch nicht gegeben. Als erste Krankenkasse bieten wir ein verlässliches Screening, das eine riskante Nutzung von Computerspielen und Social Media frühzeitig erkennt.“ Das Angebot gilt für Jungen und Mädchen ab zwölf Jahren. In diesem Alter wird auch ein Screening zur Früherkennung von Depressionen angeboten. Ebenfalls im Vorsorgepaket enthalten ist das sogenannte Amblyopie-Screening für Säuglinge und Kleinkinder. Mit diesem wird eine mögliche Sehschwäche frühzeitig erkannt und kann durch ein spezielles Training behandelt werden.

DAK-Statistiken und -Studien zeigen den Bedarf für das Vorsorgepaket. Laut Untersuchung der Suchtexperten am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) sind Mediensüchte bei Minderjährigen weit verbreitet: Jedes zehnte Kind zwischen zehn und 17 Jahren nutzt bereits digitale Spiele in riskanter Weise.

Bei 2,7 Prozent ist Computerspielen krankhaft. Hochgerechnet auf die Bevölkerung ist bei fast 700.000 Kindern und Jugendlichen das Gaming riskant oder pathologisch. Laut Kinder- und Jugendreport der Krankenkasse zeigt jedes vierte Schulkind psychische Auffälligkeiten – zwei Prozent leiden an einer diagnostizierten Depression.

Foto: Kelly Sikkema, Unsplash

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