Häkeln ist angesagt

Das Häkeln erlebt seit einiger Zeit eine Renaissance. Seit den ersten dokumentierten Fällen hat sich das Häkeln von Fischernetzen über viktorianische Spitze hin zur Avantgardekleidung auf den Laufstegen dieser Welt entwickelt. Gloria Sophie Wille knüpft mit ihren gehäkelten Kunstdesigns an diesen Trend an und entwirft gehäkelte Mode von Brautkleidern bis hin zu Haute Couture.

Wenn man an das Häkeln denkt, fallen einem meist zuerst Omas Häkelpuppen oder der Textilunterricht mit den gehäkelten Topflappen ein. Gloria Sophie Wille wirft mit ihren Designs einen neuen Blick auf diese traditionelle Art der Handarbeit. Sie entwickelt klassische Häkelmuster weiter, um sie dann zu einem neuen detailverliebten Design zusammen zu setzen.

Schon 1965 nutzte Yves Saint Laurent mit seinem „Cocoon Wedding Dress“ die Handarbeitskunst, um klassische Modetrends und sogar das gesellschaftliche Bild der Frau zu hinterfragen und vorzuführen. Gloria Sophie Wille appelliert mit ihren gehäkelten Designs an die Idee von Slow Fashion und hinterfragt die Schnelllebigkeit unserer Gesellschaft. Sie nutzt die Häkelkunst um in ihren Kleidungsstücken aktuelle politischen Ereignisse zu kommentieren oder persönliche Eindrücke und Erfahrungen zu verarbeiten.

Gehäkelter Two Piece Suit "Frances"
Gehäkelter Two Piece Suit „Frances“

Die Kleidungsstücke und ihre Muster sind inspiriert von einzelnen Musikstücken: Von Punkrock bis hin zu Pop- Musik. Gloria Sophie Wille zerpflückt Lieder in ihre Einzelteile; Noten, Instrumente, Akkorde werden in Häkelmuster verwandelt. Dabei beschäftigt sie sich mit Fragen, wie: Welche Farbe hat das Lied und wie könnten einzelne Instrumente gehäkelt aussehen? Am Ende entstehen so Designs, die vom Spiel zwischen grober Avantgarde und feinmaschiger Romantik leben.

Ihre teils gesellschaftskritischen, teils autobiografischen Werke werden vom 07. – 16. September 2017 als Solo- Ausstellung im „Modemagazin“ in Hamburg präsentiert. In Zusammenarbeit mit dem Bamberger Unternehmen Artirigo wird die Ausstellung audiovisuell per App „Proxipedia“ auf dem Smartphone begleitet. Alle Informationen über die Werke sowie Kommentare der Künstlerin werden in der App gespeichert und können vor Ort abgerufen werden.

Quelle, Foto: Gloria Sophie Wille

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