Trinkwasser in Deutschland: Problematischer als angenommen!

Mehr als tausend Legionellenfälle jedes Jahr, Gefahr aus alten Bleirohren, Probleme mit billigen Armaturen, vorgeschriebene Trinkwassertemperaturen für die Trinkwasserhygiene. Verbraucherinnen und Verbraucher sind gut beraten, dem Thema „Trinkwasserhygiene und Energieeinsparung“ ein besonderes Augenmerk zu widmen.

Darauf weist der BTGA Bundesindustrieverband Technische Gebäudeausrüstung e.V., Bonn, hin. Aus energetischer Sicht wäre es zwar günstig, Warmwasser nur auf die Temperatur der Nutzung, also zwischen 35 °C bis 45 °C zu erwärmen, jedoch steigt gerade in zentralen Trinkwasserspeichern in diesem Temperaturbereich das Risiko einer Gesundheitsgefährdung durch Legionellen.

Deshalb empfiehlt der Verband dringend, die Trinkwarmwassertemperatur nicht unter 55 °C abzusenken. Denn die nicht ungefährlichen Bakterien lassen sich erst ab dieser Temperatur zuverlässig abtöten. Und wie sieht es mit alten Bleirohren aus? In Gebäuden, die vor 1973 errichtet wurden, sind solche Rohre noch immer weit verbreitet.

Katze trinkt am Wasserhahn
Nicht alles was sauber aussieht, ist auch sauber / © pixabay.com – rfotostock

Strengere Grenzwerte ab 2028

Doch dabei ist Vorsicht geboten: Überschreitet das Wasser den strengen Bleigrenzwert von 0,010 Milligramm pro Liter, müssen die Rohre ausgetauscht werden. Ab 2028 gilt sogar ein noch geringerer Bleigrenzwert von 0,0005 Milligramm pro Liter. Betroffene Mieter müssen sich an ihre Vermieter wenden und auf die Einhaltung der Vorgaben hinweisen.

Weiterhin weist der Verband darauf hin, dass aus Hygienegründen in Trinkwasserinstallationen nur zugelassen Produkte verwendet werden dürfen. Zudem dürfen nur sachkundige Betriebe im und am Haus an den Rohren arbeiten. Und noch eine Empfehlung hält der Verband für wichtig: Nach der Rückkehr aus dem Urlaub sollte man erst einmal das Wasser an allen Wasserhähnen laufen lassen, bevor man es nutzt.

Dabei genüge es, alle Entnahmestellen vollständig zu öffnen und das Wasser bis zur Temperaturkonstanz abfließen zu lassen. Überprüft werden kann dies, indem man die Finger in den Wasserstrahl hält, bis sich die Temperatur des kalten Trinkwassers nicht mehr ändert. Bei „Energieeinsparung im Gebäude“ denkt man häufig – und oft nur – an die Heizung.

Aber auch bei den Anlagen zur Trinkwarmwasserbereitung lassen sich auf einfache Weise Effizienzmaßnahmen umsetzen. Dies beginnt bei einer angemessenen Auslegung und Ausführung der Anlagen, beispielsweise durch einen hydraulischen Abgleich. Auch leisten Hocheffizienzpumpen, ausreichende Wärmedämmung von Wärmeerzeugern, Rohrleitungen und Bauteilen einen wichtigen Beitrag zur Verringerung von Energieverlusten.

Quelle / Fotos: btga.de / © pixabay.com

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