Weniger geht nicht: 100% ökologischer Genuss mit Segelkaffee

Juan Sebastián ist 2015 mit seiner Familie nach Hamburg gezogen und wollte eigentlich hier seine Doktorarbeit schreiben. Doch dann gefiel ihm die Idee, Kaffee auf Wochenmärkten zu verkaufen, plötzlich besser als die, jahrelang vor dem Bildschirm zu sitzen. Also baute er ein Lastenfahrrad um und setzte von Anfang an auf fair gehandelten Bio-Kaffee aus Kolumbien. Doch er ärgerte sich darüber, die Plantagen nicht persönlich zu kennen und über den Transport per Containerschiff.

Also legte Juan Sebastián eine eigene kleine Kaffeeplantage an, die er nun jeden Winter drei Monate lang in Kolumbien pflegt. Da die eigene Ernte noch nicht für sein kleines Unternehmen ausreicht, kauft er den restlichen Kaffee heute direkt bei lokalen Produzenten ein, bei einem befreundeten Kaffeebauern, der vorher noch nie exportiert hatte und bei der Kooperative red Ecolsierra im Nationalpark Sierra Nevada de Santa Marta im Norden von Kolumbien.

Kaffeefahrt on the road (© Juan Sebastián Mejía)
Kaffeefahrt on the road (© Juan Sebastián Mejía)

Dann hörte er von den wenigen Segelschiffen, die jedes Jahr ausgewählte Produkte über den Atlantik schippern. Es gibt zwar noch keine direkte Route aus Kolumbien nach Hamburg, aber immerhin nach Amsterdam. Für Juan Sebastián kam es nicht infrage, auf dem letzten Stück die gesamte Klimabilanz des Kaffees wieder kaputt zu machen. Somit war für ihn das Fahrrad innerhalb von Europa die naheliegendste Option und die Idee des „Sailing Cycling Coffee“ geboren.

Klara, eine Initiative des ADFC, stellt fehlende Lastenräder, unterwegs wurde auf Campingplätzen, wild und im Garten fahrradbegeisterter Anwohner entlang der Strecke gecampt, die mit warmem Essen und Wein auf die Fahrradtruppe warteten. „Das sind Erinnerungen, die für immer bleiben! Es ist schon anstrengend, aber immer, wenn ich denke, gleich falle ich vom Rad, taucht hinter der nächsten Kurve eine Badestelle am Fluss oder am Baggersee auf und die Energie kommt zurück“, berichtet Juan Sebastián nach fünf Tagen auf dem Rad.

Nebenbei läuft auf betterplace eine Spendenaktion für mehr kostenlos und für alle nutzbare Cargobikes in Hamburg. Es fehlen noch ein paar Spenden, um das Ziel von rund 1€ pro geradeltem Kilometer zu erreichen. „Natürlich ist es sinnvoll, wann immer möglich, lokal zu konsumieren.

Aber beim Kaffee wird es da schwierig. Ich möchte zeigen, dass Produkte auch bei irre weiten Transportwegen nicht zwangsläufig eine Belastung für die Umwelt sind. Eines Tages würde ich gerne persönlich den Kaffee über den Atlantik bringen. Segeln ist meine große Leidenschaft und dann könnte ich sagen, selbst angebaut, selbst transportiert und selbst verkauft.“

Mehr über Juan Sebastián Mejía und sein Kaffee-Unternehmen finden Sie hier: www.kaffairhamburg.com

Foto / Quelle: www.kaffairhamburg.com

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