Badespaß für alle: Ob Liegesurfbrett oder mit Baderollstuhl

Auf einen Rollstuhl angewiesen zu sein, heißt nicht, auf Wasserfreuden im Urlaub verzichten zu müssen. Geniale Erfindungen und clevere Lösungen ermöglichen auch Menschen mit Mobilitätseinschränkungen den Zugang zum kühlen Nass: ob schwimmender Baderollstuhl, in den See führende Rampe, breites Liege-Surfbrett oder ein Lift, der den Bootfahrer in sein Gefährt hebt.

Die Arbeitsgemeinschaft Leichter Reisen, die sich seit zwölf Jahren für barrierefreien Tourismus in Deutschland engagiert, präsentiert zum Saisonstart fünf Regionen, in denen Wassersport, Schifffahrt oder Baden Urlaubsoptionen für alle sind.

Fränkisches Seenland: Schifffahrt, Strandbar und Strandrollstuhl

Südwestlich von Nürnberg hat sich eine kleine, wasserreiche Urlaubsregion zum Ziel gesetzt, Ferien für Rollstuhlfahrer und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen möglichst unkompliziert zu machen: das Fränkische Seenland. Alle sieben künstlich angelegten Seen sind frei zugänglich, nirgendwo versperrt ein Privatgrundstück die Sicht, die Wege am Ufer sind größtenteils eben.

Am 4. April eröffnet die Schifffahrt am Brombachsee mit einem Jazz-Frühschoppen die Saison. Der Trimaran ist mit einem gläsernen Panorama-Aufzug ausgestattet, mit dem auch Rollstuhlfahrer das Ober- oder Sonnendeck erreichen können. Eine Woche später lädt auch die barrierefreie „MS Altmühlsee“ auf dem gleichnamigen See wieder zu Linienrundfahrten ein.

Im Mai eröffnet die für Rollstuhlfahrer zugängliche Strandbar „Sand und Sofa“ am Zweiseenplatz in Enderndorf wieder. Auf einer schwimmenden Terrasse werden Cocktails, Eiskaffee und mediterrane Speisen serviert. Barrierefreie Strandzugänge befinden sich am Altmühlsee, am Kleinen – und Großen Brombachsee, am Roth-, Igelsbach- und Hahnenkammsee.

Am Kleinen Brombach- sowie am Rothsee führen Baderampen ins Wasser. Strandrollstühle, die den Nutzer auf dem Wasser tragen, werden kostenlos in den Seezentren am Altmühlsee und an den Freizeitanlagen am Kleinen- und Großen Brombachsee sowie am Rothsee vermietet.

Strandrollstuhl am Großen Brombachsee. Copyright: TV Fränkisches Seenland und Partner/Jens Wegener
Strandrollstuhl am Großen Brombachsee  / (c) TV Fränkisches Seenland und Partner/Jens Wegener

Eifel: Rangertour auf dem Wasser und Vogelbeobachtung

Im Westen der Republik schlängeln sich Stauseen durch die Wälder des Nationalparks Eifel. Die traumhafte Lage in der Wildnis brachte der Stauseenkette schon den Namen „Amazonas der Eifel“ ein. Vom Schiff aus genießen Gäste den besten Blick auf die Naturschönheit. Die Rurseeschifffahrt verkehrt auf Rur- und Obersee, barrierefreie Zugänge befinden sich am Anleger Schwammenauel und Rurberg.

Ab April begleiten jeden ersten und dritten Montag im Monat Ranger der Nationalparkverwaltung die Tour von Heimbach-Schwammenauel nach Rurberg und zurück. Während der knapp zweistündigen Fahrt informieren sie über den Nationalpark Eifel mit seiner Tier- und Pflanzenwelt.

An Land empfiehlt sich der Besuch der Vogelbeobachtungsstation in der Nähe von Gemünd. Ein ebener Weg führt zu Fernrohren, die auch von Rollstuhlfahrern genutzt werden können. Enten, Graureiher, Haubentaucher und Kormorane lassen sich so im Detail beobachten. Informationen zur Vogelwelt und zur Landschaft liefert eine unterfahrbare Tafel.

Lausitzer Seenland: Bootstouren, Segeltörns und Fahrt mit dem Katamaran

Zwischen Berlin und Dresden entsteht die größte von Menschenhand geschaffene Wasserlandschaft Europas. Mit mehr als 20 künstlich angelegten Seen, vielfältigen Stränden, Häfen, Marinas ist es ein Eldorado für Bootsurlauber. Im April wird die Wassersportsaison eingeläutet.

Für Rollstuhlfahrer steht im barrierefreien Hafencamp am Senftenberger See ein Lift zur Verfügung, der sie ins Boot hebt. Der hier ansässige Bootsvermieter Expeditours nimmt Menschen mit Mobilitätseinschränkungen auf geführte Bootstouren und Segeltörns mit.

Ab Mai können vom Anbieter Lausitzfloß vor Ort auch führerschein- und barrierefreie Flöße gemietet werden. Sie bieten Platz für bis zu acht Personen. Urlauber mit und ohne Handicap können sich aber auch mit dem Solarkatamaran AquaPhönix über den Senftenberger und den Geierswalder See schippern lassen.

Er ist über eine Rampe stufenlos erreichbar, Innen- sowie Außendeck können mit dem Rollstuhl befahren werden. Linienfahrten starten im April. Im Sommer locken die barrierefreien Strandzugänge am Senftenberger und Bärwalder See.

Ruppiner Seenland: Windsurfen, Kanu- und Hausbootfahren

Sportliche Herausforderungen warten im Ruppiner Seenland, nordwestlich von Berlin. 170 Seen und 2000 Kilometer Wasserwege auf Flüssen und Kanälen bilden ein weit verzweigtes Wassernetz. Kanufahren ist fast überall möglich. Barrierefrei zugänglich sind beispielsweise der Große Stechlinsee, der Ruppiner See und der Gudelacksee bei Lindow.

Barrierefreie Marinas gibt es unter anderem in Rheinsberg, Wolfsbruch, Fürstenberg/ Havel, Oranienburg und Mildenberg. Im barrierefreien Ferienparadies Seebeck am Vielitzsee steht eine Seilzug-Anlage für Kanuten zur Verfügung, um selbständig ins Boot zu gelangen.

Der Ferienanbieter Erlebnisurlaub Schönbirken, zwischen Vielitz- und Wutzsee gelegen, hat kentersichere Kanus im Verleih, die per Handkurbel Schaufelräder in Bewegung setzen. Sie können von flachen Stränden aus direkt ins Wasser gleiten. Wagemutige können sich bei diesem Anbieter auch im Windsurfen ausprobieren.

Ein breites Surfbrett ermöglicht das Surfen im Liegen. Zum Abenteuer werden auch die Fahrten mit dem barrierefreien Hausboot von Kuhnle-Tours auf der Havel. Rollstuhlfahrer können die Gefährte nicht nur bewohnen, sondern dank unterfahrbarem Steuerstand führerscheinfrei selbst bedienen.

Magdeburg: Schifffahrt zu Europas längster Kanalbrücke

Ein Fluss und ein Kanal prägen Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt Magdeburg: die Elbe und der Mittellandkanal. Nördlich der Stadt treffen die beiden im Wasserstraßenkreuz aufeinander. Auf der längsten Kanalbrücke Europas überquert der Mittellandkanal die Elbe, um wenig später in den Elbe-Havel-Kanal zu fließen. Die Begegnung mit dem gigantischen Bauwerk von 918 Metern Länge beeindruckt.

Die Schiffe der Weißen Flotte starten ab 13. April in die Saison und nehmen Gäste im Rollstuhl auf der vierstündigen Rundfahrt zum Wasserstraßenkreuz und über die Kanalbrücke mit. Dabei geht es durch Schleusen und in der Hauptsaison auch zum historischen Schiffshebewerk Rothensee, das zweitälteste noch in Betrieb befindliche Hebewerk in Deutschland.

Die Weiße Flotte bietet darüber hinaus einstündige Stadtfahrten auf der Elbe in südlicher Richtung an. Vom Wasser aus sind das Kloster Unser Lieben Frauen, der Dom und der Stadtpark zu sehen. Startpunkt für beide Touren ist jeweils der Anleger Petriförder. Hier befindet sich auch ein barrierefreies WC, die Toiletten an Bord sind nach DIN nicht für Rollstuhlfahrer geeignet.

Foto / Quelle: www.leichter-reisen.info

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