Wie behauptet sich die Hamburger Volksbank im turbulenten Zinsumfeld?

Die Hamburger Volksbank schließt das Geschäftsjahr 2023 in einem unruhigen Marktumfeld mit einem zufriedenstellenden Jahresergebnis ab. Das Kreditgeschäft konnte erfolgreich ausgebaut werden. Durch eine strukturelle Bilanzveränderung wurde zudem die Basis für eine verbesserte Ertragslage geschaffen. Veränderungen in der Absicherungsstrategie und im Eigengeschäft führen die Bank aus der Niedrigzinsphase und stellen die Weichen für die Zukunft.

„Wir haben in einem turbulenten Zinsumfeld solide gearbeitet. Für die Einführung unseres neuen Hausbankmodells mit attraktiven neuen Zinsprodukten haben wir großen Zuspruch erhalten und konnten unser Kreditgeschäft im vergangenen Geschäftsjahr erfolgreich ausbauen“, sagt Vorstandssprecher Thorsten Rathje. „Wir haben außerdem zur richtigen Zeit die Zinssituation genutzt, um eine strukturelle Bilanzveränderung vorzunehmen. Damit haben wir die Weichen für eine nachhaltig starke Ertragsbasis gestellt und sind fit für die Zukunft.“

Investitionen zur Zukunftssicherung – Jahresabschluss mit Sondereffekten

Durch den Verkauf von Derivaten mit der Realisierung von stillen Reserven konnte ein zusätzlicher Zinsüberschuss in Höhe von 98,6 Mio. Euro erzielt werden. Das hat zu Sondereffekten mit deutlichen Ergebnisveränderungen im Geschäftsjahr 2023 geführt: Der Zinsüberschuss erhöhte sich auf 148,3 Mio. € (52,2 Mio. € in 2022). Das Betriebsergebnis vor Bewertung erhöhte sich auf 118,6 Mio. € (22,1 Mio. € in 2022).

Durch den Verkauf und die Umwidmung von Wertpapieren in das Umlaufvermögen wurden Ende 2023 zudem stille Lasten in Höhe von 121,9 Mio. € realisiert. Das Bewertungsergebnis Wertpapiere beläuft sich dadurch auf -126,1 Mio. € (-9,5 Mio. € in 2022). Beide Maßnahmen haben sich im Ergebnis nach Bewertung überwiegend gegenseitig aufgehoben. Die Differenz wurde durch die Auflösung von Vorsorgereserven in Höhe von 18,9 Mio. € und dem laufenden Jahresergebnis geschlossen.

„Die veräußerten gering verzinsten Wertpapiere beinhalten keinerlei Bonitätsrisiken, sondern dienten ausschließlich der bankeigenen Geldanlage. Selbstverständlich wurden neue Derivate als Zinsabsicherungsgeschäfte abgeschlossen. Wir haben damit die Chance genutzt, um uns in diesem turbulenten Zinsumfeld vollständig aus der Niedrigzinsphase herauszuarbeiten“, so Rathje. „Die freigewordenen Mittel haben wir verwendet, um teurere Refinanzierungsmittel zurückzuführen bzw. diese höher verzinslich wieder anzulegen.“

Vorstandssprecher der Hamburger Volksbank: Thorsten Rathje
Vorstandssprecher Thorsten Rathje / © hamburger-volksbank.de

Erfreuliche Entwicklung der Kundenkredite

Trotz aller Turbulenzen am Zins- und Kapitalmarkt hat die Hamburger Volksbank ihre Partnerschaft mit dem Mittelstand und den Privatkunden im Geschäftsjahr 2023 weiter ausgebaut. Der Kreditbestand konnte auch während der gesamtwirtschaftlichen Stagnation ertrags- und risikoorientiert um 5,3 % auf 2.625,7 Mio. € (+6,1 % auf 2.494,6 Mio.€ in 2022) gesteigert werden.

„Wir freuen uns über die Steigerung unseres Kreditvolumens. Wesentlicher Treiber war das weitgehend durch Immobilien abgesicherte Firmenkundengeschäft“, so Rathje. „Unseren Kurs setzen wir auch in Zukunft fort und streben ein weiteres Kreditwachstum an.“ Dabei wird der Kreditbestand weiterhin mit der banküblichen Vorsicht bewertet: „Wir können alle Kredite stabil durch unsere Kundeneinlagen refinanzieren.“

Hohes Kundenvertrauen in das neue Hausbankmodell

Ebenso steht die Entwicklung der Kundeneinlagen im Geschäftsjahr 2023 im unmittelbaren Zusammenhang mit der Zinsentwicklung am Geld- und Kapitalmarkt. So hat sich der Einlagenbestand um 4,5 % von 3.320,2 Mio. € auf 3.171,6 Mio. € reduziert. Die Einlagenstruktur ist durch eine Umschichtung von täglich fälligen Einlagen in höher verzinsliche Anlagen gekennzeichnet. „Wir freuen uns sehr, dass die Zinsen wieder zurück sind.

Mit einer umfassenden Einlagenstrategie können wir diese jetzt mit attraktiven neuen Zins- und Anlageprodukten bedarfsgerecht und sehr erfolgreich an unsere Kunden weitergeben“, so Rathje. Einen hohen Zuspruch von Mitgliedern und Kunden erhält dabei das neue Hausbankmodell: „Unsere neuen Konto- und Depotmodelle funktionieren nach einem einfachen Prinzip und honorieren insbesondere auch unsere Bestandskunden: Je enger die Zusammenarbeit, desto günstiger wird die Kontogebühr. Der Kunde entscheidet.“

Erfolgskomponenten für eine stabile Zukunft

Insbesondere der Zuwachs bei den Geschäftsguthaben führte zu einer Stärkung des Eigenkapitals über 3,5 Mio. €: „Wir sind stolz auf das große Vertrauen unserer Kunden und Mitglieder in unser genossenschaftliches Geschäftsmodell und werden in diesem Jahr eine auf vier Prozent erhöhte Dividende ausschütten“, so Rathje. Die aufsichtsrechtlichen Anforderungen hat die Hamburger Volksbank mit einer Gesamtkapitalquote von 16,3 % gut erfüllt (16,5 % in 2022).

Die starke Ertragsbasis ermöglicht zukünftig einen weiteren Ausbau des Eigenkapitals. „Wir haben die Zinsentwicklung genutzt, um uns auf ein neues Ertragsniveau zu heben. Zusammen mit unseren erfolgreichen vertrieblichen Aktivitäten und unserem neuen Hausbankmodell gehen wir in der Zukunft von deutlich steigenden Ergebnissen aus. Die ersten Ergebnisvorschaurechnungen zeigen, dass sich unsere Maßnahmen sehr gut auszahlen. Morgen kann kommen“, so Rathje.

Quelle / Fotos: hamburger-volksbank.de

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