Workation in Hamburg – Arbeiten mit Tapetenwechsel

Arbeiten von zu Hause bietet viel Freiheit: kein Pendeln, keine überfüllten Züge und keine Notwendigkeit, jeden Tag an ein Büro gebunden zu sein. Doch nach einer Weile kann etwas Merkwürdiges passieren. Man sitzt immer am selben Schreibtisch, schaut auf dieselben vier Wände, macht zur gleichen Zeit Mittagspause und beendet den Arbeitstag genau dort, wo man ihn begonnen hat. Die Flexibilität ist zwar vorhanden, aber das Gefühl von Freiheit stellt sich nicht unbedingt ein.

Genau hier kommt eine Workation ins Spiel. Eine Workation (englisch work + vacation) verbindet mobiles Arbeiten mit einem Tapetenwechsel und bietet die Möglichkeit, aus der gewohnten Routine auszubrechen, ohne die Arbeit liegen zu lassen. Anstatt eine ganze Woche komplett freizunehmen, kann man einige Tage an einem anderen Ort arbeiten und die Abende sowie die freie Zeit nutzen, um wirklich abzuschalten.

Richtig geplant bedeutet eine Workation also nicht einfach, im Urlaub zu arbeiten. Vielmehr geht es darum, eine Umgebung zu schaffen, in der sowohl konzentriertes Arbeiten als auch Erholung ihren Platz haben.

Hafencity hamburg

Der Stadtteil Winterhude in Hamburg ist recht begehrt und beliebt

Was ist eine Workation?

Eine Workation ist eine Reise, bei der man Remote-Arbeit mit einer Auszeit von der gewohnten Umgebung verbindet. Das kann ein Ferienhaus im Grünen, eine Hütte im Wald, eine Unterkunft an der Küste oder ein speziell für mobiles Arbeiten eingerichteter Rückzugsort sein. Vor oder nach der Arbeit – und je nach Tagesablauf vielleicht sogar während einer längeren Pause – bleibt Zeit, die Umgebung zu entdecken.

Besonders interessant ist dieses Konzept für Menschen, die flexibel entscheiden können, von wo aus sie arbeiten. Statt noch eine weitere Woche zu Hause zu verbringen, nimmt man den Laptop einfach mit an einen Ort, der einen völlig anderen Alltag ermöglicht. Dabei muss man sich nicht zwangsläufig zwischen Produktivität und persönlicher Freizeit entscheiden. Entscheidend ist vielmehr, eine klare Grenze zwischen beiden Bereichen zu ziehen.

Warum eine Workation machen?

Es gibt viele gute Gründe, die gewohnte Arbeitsumgebung für ein paar Tage zu verlassen. Schon ein kleiner Ortswechsel kann Routinen verändern, die Konzentration fördern und dafür sorgen, dass sich eine ganz normale Arbeitswoche plötzlich deutlich abwechslungsreicher anfühlt.

Ein Tapetenwechsel verändert die Routine

Beim Arbeiten von zu Hause können die Grenzen zwischen Beruf und Privatleben schnell verschwimmen. Der Laptop wird schon beim Frühstück aufgeklappt, E-Mails begleiten einen bis in den Abend und nach Feierabend geht es ohne wirklichen Übergang direkt ans Kochen, Fernsehen oder an die Hausarbeit.

Eine Workation durchbricht diese Routine ganz bewusst. Man befindet sich an einem neuen Ort, entdeckt andere Wege und Viertel und ist zumindest einigen der alltäglichen Ablenkungen nicht ausgesetzt. Schon wenige Tage können dadurch dafür sorgen, dass sich die Arbeitswoche völlig anders anfühlt.

Rauskommen, ohne die Arbeit komplett ruhen zu lassen

Nicht jeder kann einfach für eine ganze Woche verschwinden. Vielleicht muss ein Projekt abgeschlossen werden, Kunden brauchen Betreuung, Meetings stehen im Kalender oder das eigene Unternehmen benötigt Aufmerksamkeit. Je nach Beruf und Arbeitsvereinbarung kann eine Workation deshalb eine Möglichkeit sein, die Umgebung zu wechseln, ohne dafür eine komplette Arbeitswoche freinehmen zu müssen.

Man arbeitet entweder zu den normalen Zeiten oder vereinbart mit dem Arbeitgeber einen leicht angepassten Tagesablauf. Die Stunden vor und nach der Arbeit können dann zum Erkunden, Entspannen oder für Unternehmungen genutzt werden.

Konzentriertes Arbeiten kann leichter fallen

Zu Hause gibt es praktisch immer etwas, das erledigt werden könnte: die Wäsche, die Küche, eine Lieferung, der Nachbar oder eine kleine Aufgabe im Haushalt. Dazu kommen die Versuchung, kurz die Nachrichten zu lesen oder noch einen Kaffee zu machen.

Eine bewusst gewählte Arbeitsumgebung kann viele dieser Ablenkungen reduzieren. Gerade wenn ein Projekt besondere Konzentration erfordert, können einige Tage an einem anderen Ort den nötigen Freiraum für echtes Deep Work schaffen.

Was macht eine gute Workation aus?

Nicht jeder Ort, an dem man theoretisch einen Laptop aufklappen kann, eignet sich automatisch für eine Workation. Vor der Buchung lohnt es sich deshalb, einige praktische Punkte genauer zu prüfen.

  1. Zuverlässiges WLAN und eine sichere Verbindung

Wer an Videokonferenzen teilnimmt, mit Cloud-Diensten arbeitet oder regelmäßig größere Dateien verschickt, braucht eine stabile Internetverbindung. Zwischen einer Unterkunft, die laut Beschreibung „WLAN“ bietet, und einem Ort, der tatsächlich für einen kompletten Arbeitstag mit mehreren Online-Meetings geeignet ist, kann ein erheblicher Unterschied liegen.

Vor der Buchung sollte man deshalb nach Möglichkeit prüfen, wie zuverlässig und schnell die Verbindung ist. Wer unterwegs öffentliche oder gemeinsam genutzte WLAN-Netze verwendet, kann außerdem ein VPN nutzen, um die Internetverbindung besser abzusichern – insbesondere, wenn auf berufliche Systeme oder sensible Unternehmensdaten zugegriffen wird.

  1. Ein richtiger Arbeitsplatz

Eine Stunde auf dem Sofa zu arbeiten oder den Laptop auf dem Küchentisch abzustellen, mag kein Problem sein. Für einen kompletten Arbeitstag sieht die Sache anders aus. Eine gute Workation-Unterkunft sollte deshalb einen bequemen Arbeitsplatz mit geeignetem Tisch, vernünftiger Sitzmöglichkeit, Stromanschlüssen und ausreichend Ruhe bieten.

Wer regelmäßig Videokonferenzen führt, sollte außerdem darauf achten, dass es einen Bereich gibt, in dem Gespräche ungestört stattfinden können. Ein schöner Ausblick ist angenehm, ersetzt aber keinen Arbeitsplatz, an dem man mehrere Stunden konzentriert und bequem arbeiten kann.

  1. Eine Umgebung, in der man wirklich abschalten kann

Genau dieser Punkt unterscheidet eine Workation davon, einfach nur an einem anderen Ort zu arbeiten. Entscheidend ist, was passiert, wenn der Laptop zugeklappt wird. Gibt es interessante Wege für einen Spaziergang, Cafés oder Restaurants in der Nähe? Kann man am Wasser sitzen, Sport treiben, eine Sauna besuchen, ein neues Viertel erkunden oder einfach irgendwo in Ruhe den Abend verbringen?

Je besser sich die Zeit abseits des Bildschirms anfühlt, desto mehr lohnt sich der Ortswechsel. Eine erfolgreiche Workation sollte deshalb nicht ausschließlich nach dem Arbeitsplatz ausgewählt werden, sondern ebenso danach, was die Umgebung nach Feierabend zu bieten hat.

  1. Eine klare Grenze zwischen Arbeit und Freizeit

Dieser Punkt ist möglicherweise der wichtigste von allen. Wer den gesamten Tag im Schlafzimmer arbeitet und dort anschließend auch den Abend verbringt, hat schnell das Gefühl, eigentlich überhaupt nicht weggefahren zu sein. Ein separater Arbeitsplatz schafft dagegen eine natürliche Grenze zwischen den beiden Teilen des Tages.

Der Ablauf kann ganz einfach sein: zum Arbeitsplatz gehen, die Aufgaben erledigen, den Laptop schließen und den Arbeitsbereich verlassen. In dem Moment, in dem man geht, beginnt die Freizeit. Gerade auf einer Workation kann dieses kleine Ritual helfen, Beruf und Erholung konsequenter voneinander zu trennen.

Eine Workation in Hamburg

Hamburg eignet sich hervorragend für eine Workation, weil die Stadt Arbeitsmöglichkeiten und Freizeit auf engem Raum miteinander verbindet. Statt nach Feierabend wieder in derselben Wohngegend zu bleiben, kann man innerhalb kurzer Zeit zwischen urbanen Vierteln, Parks, Kanälen, der Alster und dem Hafen wechseln. Dadurch entsteht ein deutlicher Kontrast zum normalen Homeoffice-Alltag, ohne dass man auf die Infrastruktur einer Großstadt verzichten muss.

Auch rund um einen normalen Arbeitstag lässt sich viel von Hamburg erleben. Der Morgen könnte mit einem Spaziergang an der Alster beginnen, bevor man sich an einen ruhigen Arbeitsplatz mit zuverlässigem WLAN und einem richtigen Schreibtisch setzt. Nach dem letzten Meeting wird der Laptop geschlossen, und wenige Minuten später kann man am Wasser entlanglaufen, durch ein anderes Viertel schlendern oder den Abend am Hafen verbringen.

Genau darin liegt der Reiz einer gelungenen Workation: Man muss sich nicht zwischen einem produktiven Arbeitstag und dem Gefühl entscheiden, wirklich einmal herauszukommen. Mit dem richtigen Arbeitsplatz, einer stabilen und sicheren Internetverbindung und einer klaren Grenze zwischen Arbeitszeit und Freizeit kann Hamburg beides miteinander verbinden.

Foto: Redaktion

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