Wie beliebt ist Shoppen mit mit KI-Unterstützung in Europa?

Immer mehr deutsche Verbraucher legen ihre Skepsis ab

KI-Agenten werden für immer mehr Menschen zu einem festen Bestandteil des Online-Shoppings. In Deutschland haben die Nutzer von KI-Einkaufshilfen in den vergangenen neun Monaten deutlich zugenommen auf 52 Prozent im Jahr 2026. Bei einer vergleichbaren Befragung im September 2025 lagen sie noch bei 44 Prozent.

Weitere 28 Prozent der Deutschen können sich vorstellen, sie auszuprobieren, wie die aktuelle Deloitte-Studie „The state of Agentic Commerce in Europe“ darlegt. Im europäischen Vergleich zeigen sich dabei merkliche Unterschiede (vgl. Abbildung):

Während Spanien mit 67 Prozent KI-Shoppern unter den Befragten an der Spitze liegt, bildet Großbritannien mit 48 Prozent das Schlusslicht. Deutschland bewegt sich im unteren Mittelfeld. Grundlage der Studie ist eine im Mai 2026 durchgeführte Online-Befragung von 13.500 Konsument:innen in 15 europäischen Ländern, 1.500 davon in Deutschland.

„Die KI bewegt sich mit Siebenmeilenstiefeln durch den Handel und verändert, wie Menschen Produkte entdecken, vergleichen und Kaufentscheidungen treffen“, sagt Egbert Wege, Handelsexperte und Partner bei Deloitte.

„Die Frage ist nicht mehr, ob, sondern wie umfassend die KI Einkäufe künftig übernehmen und steuern wird. Der Handel muss nun nicht nur die Aufmerksamkeit der Menschen, sondern auch der KI gewinnen.“

Viele nutzen KI zur Beratung – nur wenige delegieren den Kauf

Wer bereits KI beim Online-Einkauf eingesetzt hat, verwendet die Technologie zunehmend häufiger (75%). Mehr als die Hälfte (56%) dieser Nutzer bevorzugen KI-Agenten gegenüber anderen digitalen Hilfsmitteln, und für fast ebenso viele (51%) sind sie bereits ein unverzichtbarer Bestandteil des Einkaufserlebnisses.

Wie Europa die KI zum Shoppen nutzt

Wie Europa die KI zum Shoppen nutzt / © Deloitte

Dieser Trend zeigt sich über alle Altersgruppen hinweg. Besonders häufig kommen KI-Agenten für den Vergleich von Preisen (32%) sowie von Produkten (24%) und für das Zusammenfassen von Produktbewertungen (22%) zum Einsatz.

Deutlich geringer ist hingegen die Bereitschaft, Kaufentscheidungen vollständig an die KI zu übertragen: Europaweit wollen dies bislang lediglich acht Prozent der KI-Nutzer, in Deutschland sogar nur knapp sechs Prozent.

Ohne Vertrauen kein KI-Commerce

Wie stark Verbraucher KI im Einkauf nutzen, hängt wesentlich vom Vertrauen in die Technologie ab. Besonders offen zeigen sich junge Erwachsene zwischen 18 und 27 Jahren: Sie vertrauen KI-Tools bereits mehr (39%) als Mitarbeitenden im stationären Handel (34%) und sind trotz bestehender Datenschutzbedenken eher bereit, persönliche Daten zu teilen.

Mit zunehmendem Alter nimmt die Skepsis gegenüber KI-Anwendungen hingegen zu. Zu den häufigsten Vorbehalten europäischer Verbraucher zählen Datenschutz- und Sicherheitsbedenken (37%), die Sorge vor Manipulation (32%) sowie der Verlust des menschlichen Kontakts (30%).

Die Studienergebnisse deuten zudem auf einen Zusammenhang zwischen der Bereitschaft zur Datenfreigabe und der Verbreitung von KI-Nutzung in den einzelnen Ländern hin.

In Deutschland haben Datenschutzbedenken im Zusammenhang mit KI-gestützten Einkaufshilfen deutlich abgenommen: Nannten im Jahr 2025 noch 52 Prozent der Befragten Datenschutz als ihr Hauptbedenken, sind es 2026 nur noch 30 Prozent.

„Verbraucher sammeln zunehmend positive Erfahrungen mit der KI und legen ihre Bedenken ab. Dennoch entsteht Akzeptanz nicht durch leistungsfähige Technologie allein. Unternehmen müssen KI-Anwendungen transparent, sicher und nachvollziehbar gestalten, denn am Ende entscheidet das Vertrauen der Menschen über den Erfolg von KI im Handel“, sagt Egbert Wege.

Quelle / Fotos: deloitte.de

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