Wie so oft: Halb angedacht und nicht ausreichend

Wenn Bundeskanzler Olaf Scholz heute mit der Regierungsarbeit beginnen kann, erwartet der Verband der Zoologischen Gärten weitgreifende Schritte. „Wir begrüßen ausdrücklich, dass der Koalitionsvertrag den Erhalt der Arten als Menschheitsaufgabe und ethische Verpflichtung kennzeichnet. Das ist verantwortliches Handeln und der Weg, den unsere Zoos schon vor vielen Jahren eingeschlagen haben“, sagt Verbandspräsident Jörg Junhold.

„Allerdings ist das insgesamt noch zu kurz gesprungen. Wenn wir nicht nur die bedrohten Arten vor unserer Haustür retten wollen, wird der bisher im Koalitionsvertrag skizzierte Beitrag Deutschlands Rolle nicht gerecht. Wir fordern nun von der neuen Regierung, dass sie ihr Programm schnell mit Leben füllt und mutig umsetzt.“

Ein Anfang scheint gemacht

Die Zoos des Verbandes in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Spanien haben erfreut zur Kenntnis genommen, dass die Koalition den Kampf gegen die Wilderei intensivieren und den illegalen Handel mit geschützten Arten unterbinden will. „Das ist in jedem Fall ein Schritt in die richtige Richtung, um den Schwund der Arten zu stoppen“, sagt Volker Homes, Geschäftsführer des Verbandes der Zoologischen Gärten (VdZ).

Tiger im Zoo
Tierschutz, Zoos und Politik / © pixabay.com

„Aber wir kritisieren ausdrücklich das Vorhaben, den Import von Wildfängen für den Heimtiermarkt pauschal zu verbieten.“ Seit mehreren Jahren arbeitet der VdZ mit vielen Partnern daran, Citizen Conservation zu etablieren. Bei diesem Konzept werden engagierte Bürger zu Artenschützern und verantworten in Kooperation mit Zoos als private Tierhalter die Pflege bedrohter Arten, momentan hauptsächlich von Amphibien.

„Die Rettung dieser kleineren Arten kann auf Dauer nur gelingen, wenn sie durch viele Halter mit entsprechender Expertise gezüchtet werden als wenn nur wenige Zoos sie haben“, sagt Homes. „Ein generelles Importverbot könnte diesen wichtigen Beitrag zum Artenschutz verhindern.“

Der Verband der Zoologischen Gärten freut sich über die Anerkennung, die die neue Regierung der Bildungsarbeit in Zoos gezollt hat. „Dass uns die Koalition dabei erstmalig und ausdrücklich unterstützen will, zeugt davon, dass unsere Botschaft angekommen ist: Der Mensch wird nur schützen, was er auch kennt.“, sagt Präsident Junhold. „Wir freuen uns also auf die zukünftige Zusammenarbeit.“ Nach der Bundestagswahl hatte der VdZ seine Erwartungen an die neue Regierung formuliert und versandt.

Über den VdZ

Der Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) e.V. mit Sitz in Berlin ist die führende Vereinigung wissenschaftlich geleiteter Zoologischer Gärten mit Wirkungsschwerpunkt im deutschsprachigen Raum. Der 1887 gegründete VdZ ist der weltweit älteste Zoo-Verband und gab den Anstoß zur Gründung des Weltzooverbandes (WAZA). Aktuell gehören zum VdZ 71 Mitgliedszoos in Deutschland, Schweiz, Österreich und Spanien.

Fotos / Quelle: vdz-zoos.org

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