Interview mit Anne Stolze: Kinderschwimmen – Kurs oder Selbstunterricht?

Ob im Urlaub oder im Freibad daheim: Die gemeinsame Zeit in den Sommerferien wird von Eltern gerne dafür genutzt, mit den Kleinen die ersten Schwimmzüge zu trainieren. In einer von der DLRG beauftragten Studie geben sogar 43 Prozent der befragten Eltern an, ihren Kindern das Schwimmen selbst beigebracht zu haben.

Anne Stolze
Anne Stolze

Das Üben mit Mama und Papa ist wichtig, doch vieles spricht für die Teilnahme an einem professionellen Schwimmkurs. Um noch mehr Kindern das Schwimmenlernen zu ermöglichen, haben Nivea und die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e. V. (DLRG) die Aktion „Seepferdchen für alle – schwimmen lernen mit Nivea“ ins Leben gerufen.

Langfristiges Ziel des Projekts ist es, 200.000 Kindern pro Jahr das Schwimmen beizubringen und ihnen die Seepferdchen-Prüfung abzunehmen. Welcher Weg zu einem sicheren Schwimmstil führt und worauf Eltern achten sollten, erläutert Anne Stolze, DLRG-Referentin für das Projekt und ausgebildete Schwimmprüferin, im Interview.

Frau Stolze, welchen aktiven Beitrag können Eltern leisten, ihr Kind zu einem sicheren Schwimmer zu machen? Wann ist ein Schwimmkurs sinnvoll?

Es ist gut, wenn Eltern gemeinsame Zeit mit ihren Kindern im Wasser verbringen: Wer mit seinem Kind ins Schwimmbad geht und im Wasser spielt, sorgt automatisch für die Wassergewöhnung. Die Einführung der ersten Schwimmbewegungen können sicherlich auch noch die Eltern übernehmen.

Beim Schwimmenlernen ist allerdings wichtig, dass die Kinder realistische Wassererfahrungen ohne Verwendung von Auftriebsmitteln wie Schwimmflügeln machen. Nur dann können sie Notsituationen im Wasser einschätzen und lernen, sich entsprechend zu verhalten. Wenn Eltern dies nicht leisten können oder wollen, sollte das Kind einen entsprechenden Kurs besuchen. Auch wenn es darum geht, eine richtige Schwimmtechnik zu erlernen, empfehle ich den Besuch eines Anfängerschwimmkurses.

Wie beurteilen Sie allgemein die Schwimmfähigkeit der Kinder in Deutschland?

Fakten zur Wassersicherheit von Kindern
Fakten zur Wassersicherheit von Kindern

Leider nicht sehr positiv: Nur noch jeder zweite Schüler verlässt die Grundschule mit einem Jugendschwimmabzeichen. Das bedeutet, die Hälfte aller Schüler gilt nicht als sicherer Schwimmer. Ein Grund dafür sind die zahlreichen Bäderschließungen: Nur jede fünfte Grundschule hat Zugang zu einem Schwimmbad. Schwimmen steht deshalb häufig nicht auf den Lehrplänen.

Umso besser, wenn eine Anfängerschwimmausbildung schon lange vor Schuleintritt beginnt. Hier sind natürlich die Eltern gefragt, ebenso Vereine, die eine solche Ausbildung anbieten, und Kindertageseinrichtungen. Dank des Nivea/DLRG-Projekts „Seepferdchen für alle“ können wir interessierten pädagogischen Fachkräften aus Kindergärten und Schulen kostenlose Qualifikationen im Bereich Schwimmausbildung anbieten.

Worauf sollten Eltern bei der Schwimmausbildung ihres Kinds besonders achten?

Die grundlegenden Baderegeln sollten den Eltern bekannt sein und angewendet werden. Das ist die erste Maßnahme, mit der wir unsere Kleinsten vor der Gefahr des Ertrinkens schützen. Bei der Wahl des Schwimmkurses sollten Eltern auf seriöse Angebote achten: Eine „Seepferdchen-Garantie“ nach zehn Unterrichtseinheiten ist nicht vertrauenerweckend. Darüber hinaus darf nicht vergessen werden, dass das Seepferdchen-Abzeichen lediglich ein erster wichtiger Schritt auf dem Weg zum sicheren Schwimmer ist.

Das nächste Ziel ist das Jugendschwimmabzeichen, das den Kindern bescheinigt, einen Schwimmstil sicher und ausdauernd zu beherrschen. Dennoch sollten Eltern weder sich selbst noch ihr Kind unter Leistungsdruck setzen: Jeder Schwimmanfänger bringt andere motorische Voraussetzungen mit und braucht seine Zeit.

Info: Anne Stolze ist Mutter eines dreijährigen Sohns, ausgebildete DLRG-Rettungsschwimmerin und Schwimmprüferin. Seit 2010 betreut sie als DLRG-Referentin die Nivea/DLRG-Gemeinschaftsprojekte „Kindergartentag“ und „Seepferdchen für alle – schwimmen lernen mit Nivea“.

Fotos & Web: nivea.de/seepferdchen

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