Wer sich mit Trinkwasserfiltration beschäftigt, steht häufig vor einer grundlegenden Frage: Reicht ein Aktivkohlefilter aus oder ist eine Umkehrosmoseanlage die bessere Wahl?
Die Antwort hängt wesentlich davon ab, welche Stoffe im Trinkwasser reduziert werden sollen und welche Anforderungen an die mikrobiologische Sicherheit gestellt werden. Denn Aktivkohlefilter ist nicht gleich Aktivkohlefilter. Ebenso wenig sind alle Umkehrosmoseanlagen technisch identisch.
Zwischen einer einfachen Aktivkohlekartusche und einem Aktivkohleblock mit integrierter Ultrafiltrationsmembran bestehen ebenso deutliche Unterschiede wie zwischen einer klassischen Umkehrosmoseanlage und einem mehrstufigen Membransystem mit zusätzlicher mikrobiologischer Absicherung.
1. Reine Aktivkohlefilter: Bewährte Adsorption mit klaren Grenzen
Aktivkohle gehört zu den etablierten Materialien in der Trinkwasseraufbereitung. Durch ihre poröse Struktur besitzt sie eine große innere Oberfläche, an der bestimmte gelöste Stoffe adsorbiert werden können.
Besonders geeignet ist Aktivkohle zur Reduktion von freiem Chlor, unerwünschten Geruchs- und Geschmacksstoffen sowie zahlreichen organischen Verbindungen.
Je nach Kohlequalität, Kontaktzeit, Filteraufbau und Wasserzusammensetzung können auch bestimmte Pestizide, Arzneimittelrückstände und PFAS-Verbindungen reduziert werden.
Allerdings unterscheiden sich die Rückhalteraten erheblich. Langkettige PFAS wie PFOS und PFOA lassen sich mit geeigneter Aktivkohle häufig besser adsorbieren als verschiedene kurzkettige PFAS.
Für Nitrat, viele gelöste Salze und die allgemeine Wasserhärte ist herkömmliche Aktivkohle dagegen keine zuverlässige Entfernungstechnologie.
Aktivkohlegranulat und Aktivkohleblock sind nicht identisch
Bei Aktivkohlegranulat strömt das Wasser durch eine Schüttung einzelner Kohlepartikel. Ein Aktivkohleblock besteht dagegen aus einem zusammenhängenden Filterkörper. Je nach Herstellungsverfahren können dadurch definierte Durchströmungseigenschaften und zusätzliche Partikelrückhaltung erreicht werden.
Ein Aktivkohleblock kann deshalb sowohl Adsorptions- als auch mechanische Filterfunktionen übernehmen. Seine Leistungsfähigkeit hängt jedoch von der Porenstruktur, der Herstellung und den tatsächlichen Betriebsbedingungen ab.
Wichtig ist: Auch ein hochwertiger Aktivkohleblock ist ohne zusätzliche geprüfte Membran nicht automatisch eine zuverlässige Barriere gegen Bakterien und Viren.
Die hygienische Herausforderung
Aktivkohle kann Stoffe zurückhalten, die den Geschmack des Wassers beeinträchtigen. Gleichzeitig kann sich unter geeigneten Bedingungen auf den Filteroberflächen ein Biofilm entwickeln. Das bedeutet nicht, dass jeder Aktivkohlefilter gesundheitlich bedenklich ist.
Es zeigt jedoch, warum Filterwechselintervalle, hygienische Konstruktion, Wasserstagnation und die mikrobiologische Qualität des Eingangswassers berücksichtigt werden müssen.
Ein reiner Aktivkohlefilter ist deshalb vor allem ein Verfahren zur gezielten Reduktion bestimmter chemischer Stoffe und zur Geschmacksverbesserung – nicht automatisch ein umfassendes mikrobiologisches Schutzsystem.
2. Aktivkohleblock mit Ultrafiltration: Zwei unterschiedliche Filterprinzipien in einem System
Eine weiterentwickelte Filtertechnik kombiniert die Adsorptionswirkung eines Aktivkohleblocks mit einer feinporigen Membran. Während die Aktivkohle bestimmte gelöste organische Stoffe bindet, übernimmt die Ultrafiltration eine zusätzliche physikalische Trennfunktion.
Bei geeigneter Membranauslegung können Bakterien und andere Mikroorganismen zurückgehalten werden. Auch feinste Partikel und bestimmte Mikroplastikfraktionen lassen sich abhängig von ihrer Größe reduzieren.
Die Ultrafiltration verändert die Konzentration vieler gelöster Mineralstoffe dagegen kaum. Calcium, Magnesium und zahlreiche andere gelöste Ionen passieren die Membran weitgehend. Das unterscheidet diese Technik grundlegend von der Umkehrosmose.
Praxisbeispiel: Wertach In-Side 5in1
Ein Beispiel für ein kombiniertes Filterkonzept ist der In-Side 5in1 Hybridfilter der Wertach Quelle GmbH. Der Filter vereint fünf unterschiedliche Funktionen:
- Sedimentfiltration: Zur Rückhaltung gröberer Partikel wie Sand, Rost und Schwebstoffen.
- Gesinterter Aktivkohleblock: Zur Adsorption ausgewählter organischer Verbindungen und zur Reduktion von Chlor sowie unerwünschten Geruchs- und Geschmacksstoffen.
- KDF-Einheit: Ein zusätzliches redoxaktives Filtermedium, das unter geeigneten Bedingungen zur Reduktion bestimmter Schwermetalle beitragen kann.
- Kalkschutz: Eine ergänzende Funktion zur Begrenzung von Kalkablagerungen. Diese ist nicht mit einer vollständigen Enthärtung oder Entsalzung gleichzusetzen.
- Ultrafiltrations-Keimsperre: Eine Membran mit einer angegebenen Porengröße von 0,01 Mikrometern zur zusätzlichen physikalischen Rückhaltung von Mikroorganismen.
Der entscheidende Unterschied gegenüber einem reinen Aktivkohlefilter liegt in der Kombination chemischer Adsorption mit einer separat wirksamen Membranbarriere.
Unabhängiger Nachweis der Keimrückhaltung
Für den In-Side Hygienefilter 5in1 liegen Prüfberichte der HygCen Germany GmbH vom 26. März 2026 vor. Unter den Prüfberichtsnummern 2026-0462 bis 2026-0464 wurde die Rückhaltung des Prüfkeims Brevundimonas diminuta ATCC 19146 untersucht.
Nach den veröffentlichten Ergebnissen wurde im Durchschnitt eine Reduktion von mehr als sieben LOG-Stufen erreicht. Eine LOG-7-Reduktion entspricht einer Rückhaltung von mehr als 99,99999 Prozent der untersuchten Testorganismen. Dieser Nachweis ist wesentlich aussagekräftiger als die alleinige Angabe einer Membranporengröße.
Allerdings bezieht sich das Ergebnis auf den untersuchten Prüfkeim und die dokumentierten Testbedingungen. Eine gleich hohe Rückhaltung sämtlicher Viren oder anderer Mikroorganismen ist damit nicht automatisch belegt.
Wo liegen die Grenzen?
Auch ein Aktivkohleblock mit Ultrafiltration ersetzt keine Umkehrosmose, wenn beispielsweise eine weitreichende Reduktion von Nitrat, gelösten Salzen oder der Wasserhärte erforderlich ist.
Die wesentlichen Vorteile liegen vielmehr in der Kombination ausgewählter chemischer Schadstoffreduktion, Partikelrückhaltung und mikrobiologischer Barrierewirkung bei weitgehendem Erhalt der natürlichen Mineralstoffzusammensetzung.
Für Verbraucher, die ihr Leitungswasser geschmacklich verbessern und zugleich eine geprüfte bakterielle Rückhaltefunktion wünschen, kann dies ein sinnvoller Ansatz sein.

Aktivkohle, Ultrafiltration und Umkehrosmose: Unterschiede bei Schadstoffen und Keimschutz / © Wertach Quelle GmbH / (KI)
3. Klassische Umkehrosmose: Hohe Trennleistung auch bei gelösten Stoffen
Die Umkehrosmose arbeitet mit einer semipermeablen Membran, durch die Wasser unter Druck geführt wird. Dabei wird ein großer Teil der gelösten Salze und zahlreicher anderer Wasserinhaltsstoffe zurückgehalten.
Im Unterschied zur Ultrafiltration kann die Umkehrosmose deshalb auch die elektrische Leitfähigkeit des Wassers deutlich reduzieren. Typische Anwendungsbereiche sind die Reduktion von Nitrat, gelösten Schwermetallen, Wasserhärte, bestimmten PFAS-Verbindungen und zahlreichen weiteren organischen sowie anorganischen Stoffen.
Die tatsächliche Rückhalterate hängt von der Membran, dem Betriebsdruck, der Temperatur, der Wasserzusammensetzung und dem Zustand der Anlage ab.
Was passiert mit den zurückgehaltenen Stoffen?
Bei der Umkehrosmose entstehen zwei Wasserströme. Das Permeat ist das aufbereitete Wasser, während das Konzentrat einen erhöhten Anteil der zurückgehaltenen Stoffe enthält und über einen separaten Wasserweg abgeführt wird.
Deshalb benötigt eine Umkehrosmoseanlage im Gegensatz zu einem klassischen Aktivkohlefilter üblicherweise einen Konzentratabfluss. Auch die im Leitungswasser vorhandenen Mineralstoffe werden teilweise deutlich reduziert. Eine anschließende Remineralisierung kann eingesetzt werden, ist jedoch keine zwingende Voraussetzung für die Trinkbarkeit des Wassers.
Ist eine Umkehrosmosemembran bereits eine Keimsperre?
Eine intakte, geeignete Umkehrosmosemembran kann eine sehr hohe Rückhaltung von Bakterien, Viren und weiteren Mikroorganismen erreichen. Sie stellt somit selbst eine wichtige physikalische Barriere dar. Allerdings ist die Membranrückhaltung nicht mit einer Garantie für dauerhaft keimfreies Wasser am Entnahmehahn gleichzusetzen.
Mögliche hygienische Schwachstellen können beispielsweise durch beschädigte Dichtungen, undichte Verbindungen, mikrobiell belastete Nachfilter, Vorratsbehälter oder nachgeschaltete Leitungsbereiche entstehen. Eine mikrobiologische Belastung nach der eigentlichen Umkehrosmosemembran wird durch deren Trennwirkung nicht mehr erfasst.
Die Grenzen einfacher Umkehrosmoseanlagen
Eine klassische Umkehrosmoseanlage kann bereits eine sehr hohe chemische Trennleistung besitzen. Wenn zusätzliche mikrobiologische Schutzmaßnahmen fehlen, hängt die Hygiene der gesamten Anlage jedoch wesentlich von der Konstruktion, den Betriebsbedingungen und der Wartung ab.
Besonders bei längeren Stillstandszeiten oder ungünstigen Temperaturen können nachgeschaltete wasserführende Komponenten hygienisch relevant werden.
Der entscheidende Unterschied zu erweiterten Systemen liegt daher weniger in einer grundsätzlich anderen Umkehrosmosewirkung, sondern im zusätzlichen Schutzkonzept für den gesamten Wasserweg.
4. Multimembranfiltration: Mehrere Verfahren mit unterschiedlichen Aufgaben
Unter Multimembranfiltration versteht man die Kombination verschiedener Membran- beziehungsweise Filterverfahren innerhalb eines Gesamtsystems.
Dabei können beispielsweise Aktivkohleblöcke, Ultrafiltrationsmembranen und Umkehrosmosemembranen zusammenwirken. Die einzelnen Stufen übernehmen unterschiedliche Aufgaben.
- Aktivkohle reduziert ausgewählte organische Stoffe und kann nachfolgende Membranen vor bestimmten Belastungen schützen.
- Eine vorgeschaltete Ultrafiltration kann Partikel und Mikroorganismen zurückhalten.
- Die Umkehrosmose übernimmt anschließend die weitreichende Abtrennung zahlreicher gelöster Stoffe.
- Zusätzliche Nachbehandlungsstufen können die Wasserqualität weiter beeinflussen.
Die Kombination bietet insbesondere dann Vorteile, wenn unterschiedliche Filterverfahren gezielt aufeinander abgestimmt werden. Mehr Filterstufen bedeuten allerdings nicht automatisch eine höhere Schadstoffrückhaltung. Entscheidend sind ihre Funktion, Dimensionierung und nachgewiesene Leistung.
5. Wertach Quelle Performance: Multimembranfiltration mit zusätzlichem Hygienekonzept
Die Performance-Ausführungen entsprechend ausgestatteter Wertach Quelle Systeme, beispielsweise der Pantera und Ultraflat, kombinieren mehrere Aufbereitungsverfahren mit zusätzlichen mikrobiologischen Schutzstufen. Im Mittelpunkt steht nicht ausschließlich die Entfernung chemischer Schadstoffe.
Vielmehr soll bereits die Belastung nachfolgender Filterkomponenten durch eingetragene Mikroorganismen begrenzt und der gesamte Wasserweg hygienisch abgesichert werden.
Eingangsseitige UV-C-LED
Bei entsprechend ausgestatteten Systemen wird bereits vor den ersten Filterstufen eine UV-C-LED eingesetzt. Sie soll die mikrobiologische Belastung des zufließenden Wassers durch Inaktivierung geeigneter Mikroorganismen reduzieren. Damit unterscheidet sich die Konstruktion von Anlagen, bei denen eine UV-Behandlung ausschließlich am Reinwasserausgang erfolgt.
Für die UV-LED-Leitungsabsicherung liegen HygCen-Prüfberichte vom 26. März 2026 mit den Nummern 2026-0459 bis 2026-0461 vor. Die veröffentlichte durchschnittliche Reduktion des untersuchten Prüfkeims beträgt 2,52 LOG-Stufen. Das entspricht rechnerisch einer Reduktion um etwa 99,7 Prozent unter den geprüften Bedingungen.
Eingangsseitige Keimsperre
Eine zusätzliche Ultrafiltrationsbarriere, beispielsweise der In-Side 5in1, kann nach der UV-Behandlung eingesetzt werden. Hier wirken zwei unterschiedliche Schutzmechanismen zusammen:
- Die UV-C-LED dient der mikrobiologischen Inaktivierung.
- Die Membran übernimmt die physikalische Rückhaltung.
Dadurch kann die Belastung nachfolgender Komponenten begrenzt werden, bevor das Wasser die eigentliche Umkehrosmoseaufbereitung durchläuft. Die beiden Prüfleistungen dürfen jedoch nicht ohne entsprechenden Gesamtprüfnachweis zu einer gemeinsamen LOG-Reduktionszahl addiert werden.
Zusätzliche Membran- und Filterstufen
Innerhalb des Systems folgen je nach Ausführung weitere Sediment- und Aktivkohlefilter, die eigentliche Umkehrosmosemembran sowie zusätzliche Aufbereitungs- und Hygienekomponenten.
Bei entsprechend ausgestatteten Performance-Systemen können weitere Keimsperren, UV-C-LEDs oder Schutzmaßnahmen gegen eine rückläufige mikrobielle Belastung eingesetzt werden.
Auch der Abwasserweg und die Armatur können in das Hygienekonzept einbezogen werden. Damit wird die mikrobiologische Absicherung nicht ausschließlich auf die Umkehrosmosemembran konzentriert. Stattdessen werden mehrere mögliche Eintritts- und Kontaminationswege betrachtet.
Warum ist das relevant?
Ein zentraler Unterschied zwischen einer einfachen Umkehrosmoseanlage und einem erweiterten Multimembransystem liegt darin, dass zusätzliche Barrieren nicht nur die Qualität des Reinwassers beeinflussen sollen.
Sie können auch dazu beitragen, die mikrobielle Belastung einzelner wasserführender Komponenten innerhalb der Anlage zu begrenzen. Ob und in welchem Umfang das gelingt, hängt von der konkreten Anordnung und der Wirksamkeit der Schutzstufen ab. Ein vollständiger Nachweis der hygienischen Gesamtleistung setzt geeignete Untersuchungen des Gesamtsystems voraus.
6. PFAS, Mikroplastik, Nitrat und Schwermetalle: Welche Technik eignet sich wofür?
- PFAS: Geeignete Aktivkohle kann bestimmte PFAS adsorbieren, wobei die Wirksamkeit insbesondere bei kurzkettigen Verbindungen begrenzt sein kann. Umkehrosmose bietet für viele PFAS ein breiteres Rückhaltespektrum. Entscheidend sind stoffbezogene Prüfungen.
- Mikroplastik: Aktivkohleblöcke können je nach Porenstruktur Partikel zurückhalten. Geeignete Ultrafiltrationsmembranen bieten eine definiertere physikalische Barriere für Partikel oberhalb ihrer wirksamen Trenngrenze. Auch Umkehrosmosemembranen besitzen eine hohe Partikelrückhaltung.
- Nitrat: Herkömmliche Aktivkohle und Ultrafiltration sind zur gezielten Nitratentfernung nicht geeignet. Umkehrosmose kann Nitrat deutlich reduzieren.
- Schwermetalle: Aktivkohle und spezielle Zusatzmedien können einzelne Metalle reduzieren. Umkehrosmose ermöglicht eine weitergehende Abtrennung vieler gelöster Metallionen.
- Kalk und Wasserhärte: Reine Aktivkohle und Ultrafiltration erhalten Calcium und Magnesium weitgehend. Umkehrosmose reduziert beide Ionen deutlich. Spezielle Kalkschutzmedien sind nicht mit einer vollständigen Enthärtung gleichzusetzen.
- Bakterien: Reine Aktivkohle ist ohne zusätzliche geprüfte Barriere kein verlässlicher mikrobiologischer Rückhalteschritt. Geeignete Ultrafiltrationsmembranen und intakte Umkehrosmosemembranen können eine hohe Rückhaltung erreichen.
- Viren: Ihre Rückhaltung hängt besonders von der konkreten Membran und dem Prüfverfahren ab. Eine bakterielle LOG-7-Prüfung belegt nicht automatisch dieselbe Virenrückhaltung. Geeignete Umkehrosmosemembranen können Viren sehr wirksam zurückhalten.
7. Ein Beispiel für unabhängig geprüfte Schadstoffreduktion
Neben der mikrobiologischen Absicherung ist die analytisch nachgewiesene chemische Rückhalteleistung von Bedeutung. Für ein untersuchtes Wertach Pantera Umkehrosmosesystem liegt eine SGS-Prüfung zur Reduktion von PFOA und PFOS vor.
Nach den veröffentlichten Angaben wurde im Belastungstest eine Reduktion von mehr als 99,52 Prozent erreicht. Die Konzentration wurde dabei von 1.694 ng/l im Zulauf auf weniger als 8 ng/l im aufbereiteten Wasser reduziert.
Die analytische Bestimmung erfolgte nach US EPA 537.1-2020 unter Bezugnahme auf NSF/ANSI 53:2022. Das Ergebnis ist ein konkreter Nachweis für die untersuchten Stoffe und die geprüfte Anlagenkonfiguration. Es darf nicht ohne Weiteres auf sämtliche PFAS-Verbindungen, andere Geräte oder beliebige Betriebsbedingungen übertragen werden.
8. Welche Technik ist für welchen Bedarf sinnvoll?
Wer hauptsächlich Chlor, Geruchs- oder Geschmacksstoffe reduzieren möchte, kann mit einem geeigneten Aktivkohlefilter bereits eine passende Lösung finden.
Wer zusätzlich eine geprüfte bakterielle Rückhaltefunktion wünscht und die natürliche Mineralstoffzusammensetzung weitgehend erhalten möchte, kann einen Aktivkohleblock mit Ultrafiltration in Betracht ziehen.
Soll das Wasser hingegen auch von größeren Anteilen gelöster Salze, Nitrat, Wasserhärte und zahlreichen weiteren Stoffen befreit werden, ist die Umkehrosmose eine technisch weiterreichende Lösung.
Wer darüber hinaus besonderen Wert auf die mikrobiologische Absicherung unterschiedlicher wasserführender Bereiche legt, sollte prüfen, ob ein System zusätzliche Keimsperren, UV-C-LEDs und sinnvoll angeordnete Schutzmaßnahmen besitzt.
Dabei ist nicht allein die Anzahl der Filterstufen entscheidend. Aussagekräftiger sind unabhängige Prüfberichte, dokumentierte Rückhalteraten, ein nachvollziehbares Hygienekonzept und die Wartungsfreundlichkeit der gesamten Anlage.
Fazit: Die eigentliche Entscheidung betrifft das gesamte Filtersystem
Die Frage „Aktivkohle oder Umkehrosmose?“ greift bei modernen Wasserfiltersystemen zu kurz. Reine Aktivkohlefilter eignen sich insbesondere zur gezielten Adsorption bestimmter Stoffe.
Aktivkohleblockfilter mit Ultrafiltration erweitern diese Funktion um eine physikalische Membranbarriere und können damit zusätzliche mikrobiologische Sicherheit bieten.
Klassische Umkehrosmoseanlagen besitzen eine hohe Rückhalteleistung gegenüber zahlreichen gelösten Stoffen und können zugleich eine wirksame mikrobielle Barriere darstellen.
Mehrstufige Membransysteme mit zusätzlicher eingangsseitiger und nachgeschalteter Absicherung verfolgen einen umfassenderen Ansatz, der neben der eigentlichen Wasseraufbereitung auch die Hygiene des Wasserwegs berücksichtigt.
Die beste Wasserfiltertechnik ist deshalb nicht zwangsläufig die mit den meisten Filterstufen, sondern diejenige, deren nachgewiesene Leistung und Sicherheitskonzept zu den tatsächlichen Anforderungen an das Trinkwasser passen.
Quellen und weiterführende Informationen
1. World Health Organization (WHO, 2026): Guidelines for Drinking-water Quality.
Vierte Ausgabe einschließlich der ersten drei Ergänzungen. Internationale wissenschaftliche Grundlagen zur Trinkwasserqualität, mikrobiologischen Sicherheit und Wirksamkeit von Aufbereitungsverfahren.
https://www.who.int/publications/i/item/9789240121225
2. US Environmental Protection Agency (EPA): Reducing PFAS in Drinking Water with Treatment Technologies.
Vergleich der PFAS-Reduktion durch Aktivkohle, Ionenaustausch, Nanofiltration und Umkehrosmose. Erläutert unter anderem die unterschiedliche Adsorption lang- und kurzkettiger PFAS.
https://www.epa.gov/sciencematters/reducing-pfas-drinking-water-treatment-technologies
3. Centers for Disease Control and Prevention (CDC): About Home Water Treatment Systems.
Technische Übersicht zur Wirksamkeit von Mikrofiltration, Ultrafiltration, Nanofiltration und Umkehrosmose gegenüber Mikroorganismen und chemischen Wasserinhaltsstoffen.
https://www.cdc.gov/drinking-water/about/about-home-water-treatment-systems.html
4. US Environmental Protection Agency (EPA): Identifying Drinking Water Filters Certified to Reduce PFAS.
Informationen zur Wirksamkeit, Zertifizierung und Wartung von Aktivkohle-, Ionenaustausch- und Umkehrosmosefiltern.
epa,gov/water-research/identifying-drinking-water-filters-certified-reduce-pfas
5. Wertach Quelle GmbH / HygCen Germany GmbH (2026): Mikrobiologische Prüfberichte.
Prüfberichte 2026-0462 bis 2026-0464 zur bakteriellen Rückhaltung des In-Side 5in1 Hygienefilters mit mehr als LOG 7 sowie Prüfberichte 2026-0459 bis 2026-0461 zur UV-LED-Leitungsabsicherung mit durchschnittlich LOG 2,52.
wertach-quelle,shop/zertifizierungen-und-laborberichte/
6. Wertach Quelle GmbH: In-Side 5in1 Hybridfilter.
Technische Beschreibung der Kombination aus Sedimentfiltration, gesintertem Aktivkohleblock, KDF-Einheit, Kalkschutz und Ultrafiltrationsmembran mit 0,01 Mikrometer Porengröße.
wertach-quelle,shop/product/hybrid-filter-keimsperre-3-8-in-side-5in1/
7. Wertach Quelle GmbH: Pantera Multimembransystem.
Technische Produktinformationen zu den zusätzlichen Filtrations- und Hygienestufen der Performance-Ausführungen sowie Angaben zur unabhängigen SGS-Prüfung der PFOA- und PFOS-Reduktion.
wertach-quelle,shop/product/gourmetwasseranlage-pantera/
8. Wertach Quelle GmbH: Ultraflat Umkehrosmosesystem.
Beschreibung der Filterstufen und zusätzlichen mikrobiologischen Absicherung der Performance-Ausführung.
wertach-quelle,shop/product/ultraflat-umkehrosmose-untertischanlage/
#Aktivkohle oder Umkehrosmose, Aktivkohleblock, Ultrafiltration, Multimembranfiltration, LOG-7-Keimsperre, PFAS Wasserfilter, Nitrat entfernen, Wasserfilter Vergleich, mikrobiologische Absicherung, Wertach In-Side, Wertach Pantera Performance, Wertach Ultraflat Performance, Wertach Imperia Performance
Trinkwasseraufbereitungssysteme von Wertach
Die Wertach Quelle GmbH mit Sitz in Goslar entwickelt und vertreibt Trinkwasseraufbereitungssysteme auf Basis unterschiedlicher Filtrations- und Membrantechnologien.
Zum Produktportfolio gehören Aktivkohleblockfilter mit integrierter Ultrafiltration sowie Umkehrosmose- und Multimembransysteme mit zusätzlichen mikrobiologischen Schutzfunktionen.
Quelle / Fotos: wertach-quelle.shop






