Der perfekte Wohlfühlort in Südfrankreich für Gestresste

Mit der Provence in Frankreichs Südosten verbindet man mediterranes Klima, endlose und wunderbar duftende Lavendelfelder, eine atemberaubende Landschaft und das sanfte Licht, das einige der bekanntesten Künstler wie Van Gogh oder Picasso inspiriert hat. Die Provence ist mit rund 27.000 Hektar Anbaufläche aber auch eines der bedeutendsten Weinanbaugebiete Frankreichs.

Rund 60 Kilometer östlich von Aix-en-Provence gelegen, findet sich das kleine Dorf Pontevès. Umgeben von Eichenwäldern und natürlichen Wiesen steht dort das Château Duvivier, ein Weingut mit Ferienresidenz. Davon gibt es in der Provence natürlich einige. Château Duvivier ist aber mit Fug und Recht als einzigartig zu bezeichnen:

Es ist ein Weingut, das auf rund 25 Hektar Bio-Weine nach den strengen Delinat-Richtlinien erzeugt. Es ist aber auch ein Forschungs-Weingut, das sich als Impulsgeber und Musterbetrieb für den Weinbau der Zukunft und Inspiration für viele Bio-Weingüter in Europa versteht.

Modellgut für den Anbau von Bio-Weinen

Als das Weingut Anfang der 90er-Jahre vom Schweizer Bio-Pionier Karl Schefer, Gründer des Biowein-Spezialisten Delinat, zusammen mit 4.000 Delinat-Kundinnen und -Kunden gekauft wurde, war der Betrieb auf Massenproduktion getrimmt und heruntergewirtschaftet. Heute präsentiert sich das Weingut als ökologisches Juwel.

Und als Wohlfühlort für Mensch und Natur. Inmitten der betörend schönen Provence begann Delinat damit, die 1983 mit einer Pionierleistung eingeführten Delinat-Richtlinien kontinuierlich weiterzuentwickeln. In der Folge fanden viele Versuche auf Duvivier statt: Bepflanzung zwischen den Reben, Mehltau-Prognosemodelle und das Pflanzen von Büschen, Bäumen und Hecken zwischen Rebzeilen.

Chateau Duvivier in der Provence (Südfrankreich)
Chateau Duvivier in der Provence (Südfrankreich) / © Delinat / Fotograf: Johannes Keel

Weiterhin die Einbindung von Permakultur- und Agroforst-Konzepten im Weinberg, schonende Bodenbearbeitung, Pflanzenschutz ohne Kupfer und vieles mehr. Die Erkenntnisse aus diesen Versuchen flossen in die Delinat-Richtlinien und wurden in zahlreichen Seminaren den Winzern vermittelt.

Aufwändige Zuchtversuche mit PIWI-Weinsorten

Ein wichtiges Projekt war und ist zudem der Anbau von neuen, robusten Rebsorten, die nur noch wenig oder gar keinen Pflanzenschutz mehr benötigen (sogenannte PIWIs), um sich vor Rebkrankheiten zu schützen. Bereits in den 90er-Jahren fanden auf Château Duvivier erste Versuche statt. 1995 war Château Duvivier das erste französische Weingut, das zu Forschungszwecken diese Sorten anbauen durfte.

Diese waren damals und sind noch heute in Frankreich verboten. Aktuell werden in Zusammenarbeit mit dem Schweizer PIWI-Pionier Valentin Blattner auf Château Duvivier rund 200 neue Sorten getestet. Durch Mikro-Vinifikationen und intensives Beobachten der neuen Reben soll in den nächsten Jahren herausgefunden werden, welche Sorten für das Terroir und Klima der Provence wirklich resistent sind und das Potenzial für geschmacklich überzeugende Weine haben.

Die allermeisten Sorten werden dabei wieder aussortiert: 95% der getesteten Sorten können geschmacklich nicht überzeugen oder sind nicht wirklich resistent. Daher dauert es oft Jahrzehnte, bis sich eine neue Traubensorte durchsetzen kann. Trotzdem gehört ihnen die Zukunft, ist Michel Fink, Marketing- und Vertriebsleiter von Delinat überzeugt: „In gewissen Regionen wird man künftig nur mit resistenten Trauben, die in hoher Biodiversität wachsen, verlässliche Erträge liefern können.“

Für Wein- und Naturfreunde hat Château Duvivier übrigens auch einiges zu bieten: 16 individuell gestaltete Zimmer stehen Gästen offen, die sich an den Delinat-Weinen, provenzialischer Küche und den regelmäßig stattfindenden Wein-Workshops erfreuen. Stetig mehr Besucher kommen inzwischen nach Pontevès, um zu erfahren, wie Weinanbau mit hoher Biodiversität besonders ausdrucksstarke Weine hervorbringt.

Quelle / Fotos: chateau-duvivier.com

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