Die Auswirkungen der Ausgangsbeschränkungen auf die Casinobranche

Weltweit grassiert das neuartige Coronavirus COVID-19. Regierungen rund um den Globus kämpfen an mehreren Fronten, um das Virus aufzuhalten. Vergleicht man die Maßnahmen allein der Regierungen in Europa, dann trifft man bereits auf völlig unterschiedliche Herangehensweisen. Während die Regierungen der meisten Länder Kontinentaleuropas sehr schnell drastische Maßnahmen einführten, gingen Länder wie Großbritannien, Holland oder Schweden anfangs einen völlig anderen, wesentlich liberaleren Weg.

Das Blatt hat sich jedoch auch in diesen Ländern rasch gewendet, zu groß waren die Infektionszahlen und zu viele Tote mussten beklagt werden. Mittlerweile befinden sich so gut wie alle Länder in einem mehr oder weniger strengen Lockdown. Diese Ausgangsbeschränkungen haben natürlich auch zum Teil gravierende Folgen für die Wirtschaft, insbesondere Branchen, welche im direkten Kontakt zu ihren Kunden stehen, bekamen diese ziemlich schnell und deutlich zu spüren.

Ganze Industriezweige wie etwa die Gastronomie, Fachgeschäfte, die Veranstaltungsbranche oder der Tourismus kämpfen mittlerweile ums nackte Überleben. Anhand derartiger Meldungen in den Medien mutet es nahezu grotesk an, dass auch in diesen Krisenzeiten das Motto zu gelten scheint: „Des einen Leid ist des anderen Freud“.

Wo es nämlich Verlierer gibt, gibt es gleichzeitig auch immer Gewinner und projiziert man dies auf die Glücksspielbranche, dann trifft dies auf genau die beiden gleichen Rivalen zu, welche sich auch im Handel gegenüberstehen. Auf der einen Seite stehen Online Casinos mit ihren Angeboten von 13  bis 15 € Bonus ohne Einzahlung und auf der anderen Seite befinden sich Spielbanken, welche von den Landesregierungen zum Schließen verdonnert wurden. Wir haben die Auswirkungen für beide Sektoren der Glücksspielbranchen untersucht und möchten Ihnen unser Ergebnis in diesem Artikel präsentieren.

Der ermüdende Kampf gegen die Langeweile
Der ermüdende Kampf gegen die Langeweile  (c) pixabay.com

Das Internet profitiert im Allgemeinen

Aufgrund der Ausgangsbeschränkungen verschieben sich die Aktivitäten der Menschen immer mehr Richtung Internet. Was bisher nur von einigen Experten vermutet wurde, wurde nun in einer Umfrage in italienischen und spanischen Haushalten belegt. Wo lediglich 15% der Kinder vor der Pandemie pro Tag mehr als 90 Minuten vor einem Bildschirm verbringen durften, schnellte diese Zahl während der strikten Ausgangsbeschränkungen in diesen beiden Ländern auf 73% nach oben. Im Gegenzug ging der Zeitaufwand für sportliche Aktivitäten sukzessive zurück. Nichts anderes lässt sich auch bei den Erwachsenen beobachten.

Für diese Bevölkerungsgruppe begann alles mit der Empfehlung der Behörden, Arbeitsplätze, wo immer dies möglich ist, ins Homeoffice zu verlagern. Man verbringt also bereits berufsbedingt mehr Zeit online, als man dies ohne Lockdown tun würde. Gleichzeitig fallen Freizeitbeschäftigungen wie der Besuch des Fitness-Studios, des Kinos, des Restaurants oder der Gang in eine Bar weg.

Was bleibt den Menschen also anderes übrig, als sich ihre Zeit online zu vertreiben? E-Commerce Riesen wie Amazon sind rund um die Uhr geöffnet und liefern die bestellte Ware bis ins eigene Zuhause, ganz ohne persönliche Kontakte. Filme werden nicht mehr im Kino, sondern per Streaming zu Hause angesehen und es werden eben auch Spiele nicht mehr vor Ort, sondern online gespielt und genau das trifft Spielbanken ganz besonders hart.

Die Auswirkungen auf die Spielbanken

In Deutschland haben die Ministerpräsidenten der Bundesländer sehr viel Spielraum, wenn es darum geht, die Bevölkerung vor einer Pandemie wie dem COVID-19 Virus zu schützen. Eine der ersten Maßnahmen bestand für viele Landesregierungen logischerweise darin, die Schließung aller Lokalitäten anzuordnen, wo sich Menschenmassen bilden könnten oder besonders viel Durchgangsverkehr herrscht.

Diese Maßnahmen wurden bereits frühzeitig während der sogenannten ersten Welle des Virus im Frühjahr 2020 angeordnet und von den Besitzern oder Betreibern umgesetzt. Dies traf selbstverständlich auch in vollem Umfang auf die von den Bundesländern betriebenen Casinos zu. Während sich über den Sommer die Lage etwas zu entspannen schien, traf im Herbst eine zweite Infektionswelle die Bundesrepublik und wieder reagierte die Bundesregierung mit Ausgangsbeschränkungen bzw. Schließungsanordnungen von Lokalitäten.

Während es aus Deutschland noch keine verlässlichen Daten zu den genauen Auswirkungen dieser Maßnahmen auf die Arbeitsplätze bzw. Bilanzen der staatlichen Spielbanken gibt, liegen von dem britischen Sportwetten- und Glücksspielverband bereits erste Prognosen vor und diese dürften sich vermutlich auch auf deutsche Spielstätten übertragen lassen. Demzufolge sieht es für Casinos und Spielbanken düster aus, so düster, wie für die Gastronomen, Kino- und Fitnessstudiobetreiber und zahlreiche andere Branchen eben auch.

In einer Art Verzweiflungsakt hat sich der Vorsitzende des britischen Sportwetten- und Glücksspielverbands direkt an die zuständigen Minister Michael Gove und Matt Hancock gewandt und erklärt, dass die Casinos ein Sicherheitskonzept erarbeitet hätten, welches noch weit über die Vorgaben der Regierung hinausgeht und deswegen um Wiederaufnahme des Spielbetriebs gebeten. Die Situation sei derart gravierend für die Betreiber, dass bereits jetzt sechs Casinos in Großbritannien schließen mussten und ein weiterer 40% seiner Mitarbeiter kündigen musste. Aufgrund der strikten Lockdown-Regeln würde so manch ein Betreiber monatliche Verluste in Höhe von 15 Millionen Pfund anhäufen.

Die Auswirkungen auf Online Casinos

Wer anhand dieser Entwicklung jedoch eine vollkommene Verlagerung des Glücksspiels auf das Internet vermutet, der liegt mit dieser Einschätzung nur bedingt richtig. Zwar deuten Daten der britischen Glücksspielbehörde United Kingdom Gambling Commission (UKGC) daraufhin hin, dass die Menschen in Großbritannien im Juli mehr Zeit mit dem Spielen in Online Casinos verbrachten, als das noch vor dem Lockdown der Fall war, jedoch gingen die Zahlen im Vergleich zum März, April und Mai insgesamt zurück. Ganz andere Zahlen konnten jedoch Anbieter von Online Lotterien präsentieren. Die irische Lotterie verzeichnete beispielsweise wesentlich größere Teilnehmerzahlen für ihre wöchentlichen Ziehungen.

Anbieter von Sportwetten sind neben den Online Casinos eine weitere besonders von den Ausgangsbeschränkungen betroffene Branche. Zahlreiche Sportwettenanbieter mussten ebenfalls mit ausbleibenden Kunden und demzufolge starken Umsatzrückgängen kämpfen. Das liegt jedoch nicht an den Sportfans selbst, sondern tatsächlich einzig und allein an den Lockdownregelungen der Regierungen zurückzuführen.

Zur Vermeidung von Menschenaufläufen wurden nämlich praktisch sofort sämtliche Großveranstaltungen abgesagt. Darunter fallen selbstverständlich auch Sportveranstaltungen, denn in den Eishockey- oder Basketballhallen in Deutschland treffen bei den Spielen zehntausende Fans aufeinander. Ganz zu schweigen von den Fußballstadien, wo sich an jedem Wochenende Fans aus allen Teilen Deutschlands bei den Heim- bzw. den Auswärtsspielen ihrer Lieblingsmannschaft über den Weg laufen. Mit der Anordnung den Spielbetrieb in allen nationalen Ligen einzustellen, fehlte den Sportwettenanbietern schlicht und einfach ihre Geschäftsgrundlage – stattfindende Spiele.

Foto / Quelle: (c) www.pixabay.com

hamburg040.com

Hamburg-Magazin und mehr... Bloggt zu den regionalen Themen Shopping, Genuss, Menschen, Business, Motor und Events.