Geschichte des Glücksspiels in Deutschland

Das Grundmerkmal des deutschen Modells ist seine vollständige Dezentralisierung, d.h. die Hauptthemen der Glücksspielregulierung sind in den Themen der Landbewirtschaftung in Deutschland enthalten. Die Bundesbehörden haben sich aus dieser Sphäre entfernt und sie den Ländern ausgeliefert.

Die Gründe für genau diese Herangehensweise an die Regulierung des Glücksspielgeschäfts liegen in der Geschichte der Beziehung dieses Geschäfts zur Regierung (sowohl auf Bundes- als auch auf regionaler Ebene) begründet.

Mit Blick auf die Zukunft stellen wir fest, dass die Bundesregierung in der gesamten deutsche Geschichte in diesem Bereich nur zweimal intervenierte: 1872, als die kaiserliche Regierung das Glücksspiel verbot, und 1933, als die nationalsozialistischen Behörden Spiele auf nur ein Casino (Baden-Baden) beschränkten. Heutzutage ist aber die Glücksspielbranche in Deutschland völlig legal und man kann sogar im Novibet Online Casino spielen, ohne das Haus zu verlassen.

Schon zur Kaiserzeit wurde fleissig gezockt und gespielt
Schon zur Kaiserzeit wurde fleissig gezockt und gespielt  (c) pixabay

Aber die Geschichte des Glücksspiels in Deutschland reicht Jahrhunderte zurück. Es ist bekannt, dass bereits 1378 in Frankfurt ein Glücksspielhaus eröffnet wurde, das erhebliche Einnahmen in den Haushalt einbringt.

Im Mittelalter gab es kein einheitliches Deutschland, eine feudale Fragmentierung führte zur Bildung vieler Fürstentümer und freier Städte. Und obwohl es auf dem Gebiet des Glücksspiels keine einheitliche Politik gab (wie dies beispielsweise in England oder Frankreich der Fall war), waren fast alle Gebietskörperschaften loyal und oft spielerfreundlich.

Im 17. Jahrhundert wurden Spielhäuser ein beliebter Zeitvertreib der deutschen Aristokratie. Casinos eröffneten zunehmend in Resorts (Wiesbaden, Baden-Baden usw.). Zu dieser Zeit erschien die berühmte Formel „Heilwasser + Spiele“, die den deutschen Ferienorten in Zukunft eine beispiellose Popularität verschaffte. Ende des 18. Jahrhunderts gab es in deutschen Resorts bereits rund zwei Dutzend Casinos.

Die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts war geprägt von der Blütezeit der Glücksspielbranche in Deutschland. Dies geschieht größtenteils, weil der französische Monarch Louis Philippe 1838 alle Casinos in Frankreich geschlossen hat. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts begann jedoch eine allmähliche Einschränkung des Glücksspielgeschäfts. 1849 wurde auf Beschluss der Frankfurter Versammlung das Casino in Baden-Baden geschlossen.

Deutschland befand sich im Einigungsprozess, an der Spitze stand Preußen. 1867 wurde die Norddeutsche Union gegründet, 1871 – das Deutsche Reich. Die Glücksspieleinrichtungen entsprachen nicht der Ideologie des neuen Staates. 1872 schlossen die reaktionären Behörden alle deutschen Casinos und behaupteten, diese Einrichtungen seien unmoralisch, zerstörten familiäre und soziale Grundfesten.

Das Spiel war generell gesperrt. Für ein Spiel an einem öffentlichen Ort war eine Geldstrafe von 1 500 Mark vorgesehen, außerdem konnten Spieler verhaftet oder sogar eingesperrt werden.

Es ist anzumerken, dass es das deutsche Glücksspielgeschäft war, das die Welt von Monte Carlo eröffnete. Tatsache ist, dass der Besitzer eines Casinos in der Stadt Bad Homburg (Deutschland) Francois Blanc, nachdem er 1872 gezwungen war, seine Niederlassung zu schließen, an die Côte d’Azur zog und dort ein Casino baute, das die weltweite Popularität von Monaco weiter sicherte.

Nach dem Ersten Weltkrieg kehrte das Spiel wieder nach Deutschland zurück. Aber die Aufregung passte nicht in die Ideologie des Nationalsozialismus, doch die neuen Behörden waren sich bewusst, dass Casinos enorme Einnahmen in das Budget einbringen, dass sie die Bewohner von Resorts mit Arbeit versorgen, dass die Deutschen sowieso spielen, nur sie es im Ausland tun und dementsprechend die Budgets des Auslandes Gewinne erzielen.

Darüber hinaus blühten illegale Spiele in deutschen Resorts auf, die kaum zu bekämpfen waren. Außerdem könnte Deutschland selbst Währung von ausländischen Spielern erhalten.

So beschließen die Behörden, das Glücksspielgeschäft einzuschränken, aber nicht zu verbieten. Im Sommer 1933 wurde ein Gesetz zur Eröffnung von Casinos an Orten erlassen, die jährlich von mindestens 70 000 Touristen besucht wurden, von denen mehr als 15% Ausländer waren. Nur das Casino Baden-Baden, das am 3. Oktober 1933 seine Pforten öffnete, erfüllte diese Bedingungen.

Zwei Jahre später geht das Casino in die Hände des Staates über. Nach der Eroberung Österreichs und Polens durfte das Casino in Baden bei Wien und Sopot (Polen) verlassen werden. 1938 richteten die deutschen Behörden ein spezielles Steuersystem für Glücksspieleinrichtungen ein. Es ist anzumerken, dass diese Gesetze bis in die 80er Jahre gültig waren.

Foto: Bild von Monika Schröder auf Pixabay

 

Über Redaktion hamburg040 4690 Artikel
Hamburg-Magazin und mehr... Bloggt zu den regionalen Themen Shopping, Genuss, Menschen, Business, Motor und Events.

hamburg040.com verwendet Cookies sowie Google Analytics und informiert Sie darüber. Durch Ihre Nutzung der Webseite gehen wir vom Einverständnis aus. Info & Deaktivieren

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen