Eskaliert der Streit um das Casino Werbeverbot nun?

Inzwischen scheint nahezu jeder Deutsche, der ab und zu vor seinem TV sitzt, mit Online Casinos in Kontakt gekommen zu sein. Dauerhaft flimmern die bunten Bilder in der Werbung auf dem TV und werben für ein Casinoangebot, welches jedoch nur für Spieler aus Schleswig-Holstein ist.

Nun geht es soweit, dass die Hamburger Glücksspielaufsicht den Nachbarstaat aufgefordert hat, Casino Webseiten strenger zu kontrollieren. Zudem könne es nicht im Interesse aller Deutschen sein, wenn die Werbung, die ausschließlich nur für Schleswig-Holstein verfügbar sein sollte, dauerhaft im TV über den Bildschirm flimmert.

Grundsätzlich ist es derzeit so, dass das Glücksspiel in einem Online Casino derzeit verboten ist. Lediglich Personen aus Schleswig-Holstein dürfen das Angebot wahrnehmen, da das Bundesland eine eigene Lizenz an zahlreiche Anbieter ausstellte und somit einen Weg zu Werbung und dem Angebot eröffnete.

Mehrere Schreiben der Hamburger Glückspielaufsicht

Bereits mehrere Schreiben sind von der Hamburger Glückspielaufsicht an das Innenministerium gegangen. Darin wird sowohl Schleswig-Holstein, als auch die Landesmedienanstalt aufgefordert, Werbeverbote für Online Casinos einzuleiten.

Ein genereller Verbot interessiert die Hamburger Glückspielaufsicht nicht, dennoch solle Schleswig-Holstein dafür Sorge tragen, dass lizenzierte Casinos nicht außerhalb des Bundeslandes werben dürfen.

„Werbeaktivitäten der schleswig-holsteinischen Erlaubnisnehmer haben (…) im Gebiet der Freien und Hansestadt Hamburg zu unterbleiben“, schrieb die Hamburger Glückspielaufsicht in einem der Briefe. „Hamburg gehe davon aus, dass Sie im Rahmen Ihrer Aufsichtstätigkeit dem Territorialprinzip hinreichend Rechnung tragen und dafür sorgen werden, dass die Werbung in Hamburg keine Verbreitung finden werden“, polterte der Aufsichtsrat in einem Schreiben von Mitte Juli an das Innenministerium in Kiel.

Der Amtsschimmel wiehert mal wieder besonders laut
Der Amtsschimmel wiehert mal wieder besonders laut  (c) pixabay

Nur durch einen Sonderweg und die Unstimmigkeiten hierzulande, ist ein Angebot möglich

Bereits im letzten Jahr eskalierte die Situation zwischen vielen Bundesländern, als die Medienanstalt ein generelles Werbeverbot für Online Casinos erteilte. Während kurz darauf alle Anbieter von der Bildfläche verschwanden, dauerte es keine drei Monate, bis alle wieder im TV zu sehen waren.

In Deutschland herrscht derzeit ein unkontrolliertes Chaos, wenn man sich die Gesetzeslage zu Glückspielanbietern ansieht. Während nahezu in jedem anderen Land ein Gesetz auch durchgesetzt wird, kann hierzulande jeder tun und lassen was er will. Selbst wenn ein Spieler nicht aus Schleswig-Holstein kommt, droht im nur eine einprozentige Verfolgung, sofern er einen hohen Gewinn in einem Online Casino erzielen würde und man ihm so auf die Schliche kommen würde.

Schleswig-Holstein gilt in Deutschland schon immer als ein Spielerparadies. Bereits lange vor dem ganzen Hin-und-Her besaß das Bundesland eine eigene Glücksspiellizenz, sodass sich Unternehmen eine deutsche Lizenz aneignen konnten. Nach dem allgemeinen Werbeverbot tobte das Bundesland und erklärte, dass man sich diesem nicht lange fügen würde. Auch andere Bundesländer bestätigten, dass sie an einem Werbeverbot und generellen Online Casino Verbot nicht mitwirken wollen.

Der Grund dafür liegt schnell auf der Hand. Die Glücksspielindustrie ist ein Milliardenmarkt der jährlich weiter wächst. Durch eine einheitliche Regelung für Deutschland könnten die Bundesländer deutlich höhere Einnahmen verzeichnen, sofern man das Spielen mit einer Steuer verbindet. Vorgemacht wird dies bereits im Sportwetten-Bereich. Hier müssen Spieler eine 5% Wettsteuer entrichten, wodurch der Staat jährlich abkassiert.

Wie geht es weiter mit Online Casinos in Deutschland?

Einen Mittelweg wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit in diesem Thema nicht geben. Sowohl die Pro-, als auch die Contra-Seite besitzen zwar Argumente für und gegen das Spielen, dennoch ist die Lage derzeit zu verzwickt.

Ein erster Bundestagsabgeordneter der FDP hatte den Vorschlag eingebracht, dass man sich an anderen Ländern orientieren solle. Auch in Großbritannien und Co. profitiert die Wirtschaft von Online Casinos oder Wettanbietern.

Ob und Wann es endlich zu einer Einigung kommt, steht derzeit noch in den Sternen. Genau solange wird es sicherlich auch noch zu TV-Werbungen der Anbieter kommen, die in Schleswig-Holstein ihr Angebot unterbreiten dürfen.

Oftmals wird ein Online Casino über Google gesucht. Da die Rechtslage derzeit nicht eindeutig ist, können sich auch Spieler aus anderen Bundesländern ohne Probleme registrieren, um zuerst einmal im Spaßmodus mit virtuellem Guthaben spielen zu können. Ein Wechsel in den Echtgeldmodus ist mit wenigen Klicks ebenfalls möglich, sodass man das Verbot einfach umgehen kann.

Seriöse Online Casinos in Schleswig-Holstein

Viele Argumente gegen das Spielen in Deutschland drehen sich um Spielsucht und unseriöse Anbieter. Inzwischen gibt es zahlreiche Vergleichsseiten, die ein Online Casino genauer unter die Lupe nehmen. So können Spieler beispielsweise auf wettenerfahrungen.com alle Casinos einsehen und miteinander vergleichen.

Das Vergleichsportal bewertet die einzelnen Kategorien, wie beispielsweise auch die Seriosität und Sicherheit eines Online Casinos. Auch der Spielerschutz ist bei den Anbietern inzwischen ein wichtiges Thema, sodass man mit zahlreichen Anlaufstellen zusammenarbeitet und den Spieler nach einem gewissen Zeitraum automatisch vor sich selbst schützt.

Durch eine einheitliche deutsche Lizenz könnte der Staat selbst vorgeben, welche Online Casinos hierzulande zugänglich sind. In unseren Nachbarländern wird dies bereits so gelebt, sodass sich Anbieter, die keine Lizenz besitzen, vom Markt verzogen haben und Spielern aus diesem Land kein Angebot mehr unterbreiten.

Foto: Bild von Krissie auf Pixabay

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