Teilen statt kaufen oder mieten – für Umwelt und Geldbeutel

Man macht sich mit wildfremden Menschen gemeinsam mit dem Auto auf zum selben Ziel, teilt sich Raum, Sprit und tauscht sich über die aktuelle Lebenssituation, die Lieblingsband und die Probleme mit den Nachbarn aus. Das Prinzip der Mitfahrzentralen, bei dem einmalige oder regelmäßige Fahrgemeinschaften vermittelt werden, hat sich schon längst fest etabliert und wurde auf viele weitere Ebenen übertragen.

Getreu dem Motto „Sharing is caring“ gibt es mittlerweile fast nichts, was man nicht teilen kann: Essen, Wohnraum, Autos, Kleidung. Immer mehr Menschen entwickeln ein Bewusstsein für einen nachhaltigen Umgang mit unserer Umwelt und trotzen damit der Wegwerfgesellschaft. Portale wie Airbnb zur Buchung und Vermietung von Unterkünften oder die Mitfahrzentrale BlaBlaCar sind dabei Pioniere für das Prinzip der sogenannten „Share Economy“. Es geht um das Bündnis von Moral und Effizienz.

Warum nicht auch Räumlichkeiten teilen? Ein wunderbares Beispiel dafür ist der Seminarraum in Hamburg.

In den Lokalitäten des Vereins für berufliche Weiterbildung, welcher sowohl Sprach- als auch PC-Kurse für Erwachsene anbietet, vermietet Seminarraum in Hamburg Schulungs-, Tagungs-, und Meetingräume. „Wir haben nicht nur genügend Platz, sondern durch unsere Seminare auch top ausgestattete Räume mit Beamern, Laptops und Co.

Für Umwelt und Geldbeutel - Teilen liegt im Trend
Für Umwelt und Geldbeutel – Teilen liegt im Trend

Da lag die Idee nahe, denjenigen die diese Möglichkeit eben nicht haben, Gelegenheit zu bieten, unsere Räumlichkeiten mit zu nutzen“, äußert sich Geschäftsführer Ludolf Schnittger. „Vor dem Hintergrund der steigenden Mietpreise in Hamburg überlegen sich Unternehmen immer genauer, wie viel Fläche sie wirklich regelmäßig benötigen – und lagern größere Meetings und Schulungen einfach zu uns aus.“ Ludolf Schnittger gefällt die Idee der „Share Economy“ und er zeigt einige weitere Beispiele auf:

Von A wie Avocado bis Z wie Zucker
Der Tomaten-Mango-Aufstrich klang interessant, schmeckte dann aber doch nicht. Solch ein Fehlkauf kann passieren. Auch während der Reisezeit wird man verstärkt mit dem Problem konfrontiert, was man vor der Abreise mit den übrig gebliebenen Lebensmitteln macht. Sie wegzuschmeißen wäre zu schade. Bei Foodsharing Hamburg kann man alle Lebensmittel ohne Verbrauchsdatum als digitale Essenkörbe mit der Community teilen oder zu sogenannten Fair-Teilern bringen, die von einem selbst oder von ehrenamtlichen Mitarbeitern bestückt werden.

Umherziehende Kunstwerke
Ob Pop Art, urbane Kunst oder Realismus – wenn man sich Essen, Hunde und Autos teilen kann, wieso dann nicht auch Kunst. Diese Nische füllt das Bilderwerk Hamburg. Seit über fünf Jahren werden über dieses Portal Hamburger Künstler vorgestellt. Über einen Abo-Service kann man sowohl für geschäftliche als auch für private Zwecke Wandbilder und Fotografien mieten. Der Pool ist groß und reicht von Original-Gemälden über Fotokunst bis hin zu Kunstdrucken.

Mobil sein ohne eigenes Auto
Es gibt, gerade wenn man in der Großstadt wohnt, neben finanziellen, auch weitere Gründe die gegen die Anschaffung eines eigenen Autos sprechen. Seien es schlechte Parkmöglichkeiten oder der Arbeitsverkehr. Doch es gibt diese Momente in denen man sich doch ein Auto herbeisehnt. Drivy bietet die Möglichkeit, private Autos passend für jeden Anlass zu buchen: den Transporter für den Möbelkauf, das Cabrio für den Wochenendausflug oder den Cityflitzer, falls die Einkaufstüten doch mal zu schwer werden sollten.

Auf den Hund gekommen
Trotz großer Tierliebe hat nicht jeder die Möglichkeit einen Hund zu halten. Das liegt meistens an dem zeitintensiven Job oder an der flexiblen Lebenssituation. Das Start-up Dogsharing bietet eine Lösung: Hier finden Menschen und Vierbeiner zueinander. Ob man nur drei Mal die Woche Zeit zum Gassi gehen hat oder eine Fernreise antritt und seinem Hund ein verantwortungsvolles Ersatz-Frauchen oder –Herrchen für diese Zeit bieten möchte – auf dieser Plattform sind alle Arrangements zum Wohl der Hunde denkbar.

Mietmode für den Nachwuchs
Kinderkleidung sieht mit all den bunten Motiven und Schleifen unglaublich niedlich aus. Der Haken ist, dass Kinder viel zu schnell aus Strampler & Co. herauswachsen. Auch kindoo möchte der Geld- und Ressourcenverschwendung entgegenwirken. Die Idee: Kinderkleidung mieten solange diese passt und einem gefällt. Ist das Kind herausgewachsen, werden die Artikel einfach zurückgeschickt, gereinigt und für andere Eltern erneut zur Verfügung gestellt.

Schnell und nachhaltig durch den Stadtverkehr
In Großstädten schlagen sich gerade im Sommer Autoabgase besonders auf der Lunge nieder. Doch das 2015 gegründete Startup emmy-sharing stellt sich der Luftverschmutzung entgegen. In den Städten Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Mannheim, Stuttgart und München bietet das Sharing-Unternehmen emissionsfreie und noch dazu leise Elektro-Roller zur Miete an. Per App kann jeder mit einem Führerschein Klasse B die knapp 50 km/h schnellen Elektro-Roller nutzen und so flexibel durch den Straßenverkehr düsen.

Tischlein, deck‘ dich
Wer geht nicht gerne ins Restaurant und bestellt eine leckere Portion Spaghetti Arrabiata beim Lieblingsitaliener. Aber was passiert eigentlich mit dem Essen, das übrig bleibt – es landet im Müll. Mit den Apps von ResQ, ResQ Club und Mealsaver lassen sich entweder individuelle Gerichte spontan in der Nähe abholen oder übrig gebliebene kurz vor Ladenschluss reservieren.

Adressen

Foodsharing: www.foodsharing.de, 0221/94202512
Bilderwerk Hamburg: www.bilderwerk-hamburg.de, 040/44405352
Drivy: www.drivy.de, 30/568373099
Dogsharing Deutschland: www.dogsharing-deutschland.de, 0162/2490521
Kindoo: www.kindoo.de, 060/515389550
emmy-sharing: www.emmy-sharing.de, 0176/57653976
ResQ Club: www.resq-club.com, 030/220662720

Foto / Quelle: Ziegfeld Enterprise GmbH, Olivia Kozbial

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